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Teilchen und Strahlen für Österreich

Viele österreichische Forschungsprojekte werden an den großen europäischen Neutronenquellen und Synchrotronanlagen durchgeführt. Ein Symposium an der TU Wien beleuchtet die Erfolge dieser Kooperationen und berät die Perspektiven für die Zukunft.

Der Reaktor am Atominstitut der TU Wien

Der Reaktor am Atominstitut der TU Wien

Der Reaktor am Atominstitut der TU Wien

Der Reaktor am Atominstitut der TU Wien

Zu den größten Geräten, die der Wissenschaft heute zur Verfügung stehen, gehören Teilchenbeschleuniger und Neutronenquellen. Österreich beteiligt sich an diesen europäischen Forschungsprojekten – sowohl finanziell als auch wissenschaftlich. Viele österreichische Forschungsgruppen messen jedes Jahr an Großanlagen im Ausland, gleichzeitig ist auch der Reaktor der TU Wien Teil des internationalen Neutronen-Netzwerkes und steht für Kooperationen mit ausländischen Einrichtungen zur Verfügung. Am 11. und 12. November findet das Symposium „Research at European Neutron and Synchrotron Facilities by Austrian Scientists“ statt, das vom Fachausschuss "Forschung mit Neutronen und Synchrotronstrahlung" in der ÖPG (NESY) organisiert wird. Neben der österreichischen Nutzer-Community der Großforschungsquellen werden auch viele prominente Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus anderen europäischen Staaten dabei sein.

Synchrotrons und Neutronenquellen
In Synchrotronanlagen werden Elektronen auf extrem hohe Geschwindigkeiten beschleunigt. Durch mehrere Ablenkstationen mit extrem starken Magneten werden die Teilchen im Kreis geführt, bei jeder Ablenkung emittieren sie Röntgenstrahlung.

Neutronenstrahlen hingegen gewinnt man durch Kernreaktionen in einem Reaktor – wie bei der Neutronenquelle TRIGA der TU Wien – oder aber in Spallationsquellen, in denen man spezielle Materialien mit schnellen Teilchen beschießt, wobei Neutronen emittiert werden.

Europäische Zusammenarbeit

Wissenschaftliche Großanlagen wären unwirtschaftlich und ineffizient, wenn sie nur von einer einzigen Forschungsgruppe genutzt werden könnten. Ohne internationale Zusammenarbeit wären große Teilchenbeschleuniger oder moderne Neutronenquellen daher gar nicht mehr denkbar. „Österreich hat sich im Netzwerk der europäischen Forschungseinrichtungen gut etabliert, viele Forschungsteams aus Österreich leisten auf diesem Gebiet sehr gute, international gut sichtbare Forschung“, sagt Klaudia Hradil, Leiterin des Röntgenzentrums an der TU Wien und Mitorganisatorin des Symposiums.

Beim Symposium treffen sich wichtige Führungspersönlichkeiten aus allen wichtigen europäischen Forschungseinrichtungen. Keynote Speakers sind die wissenschaftlichen Direktoren der Synchrotronquellen Elettra (Alfonso Franciosi, Triest, Italien) und ESRF (Harald Reichert, Grenoble, Frankreich) und der Neutronenquelle ILL (Helmut Schober, Grenoble, Frankreich). Daneben konnten die wissenschaftlichen Direktoren von den zukünftigen Quellen wie der europäischen Spallationsquelle Dimitri Argyriou (ESS, Lund, Schweden) und vom europäischen freien Röntgenlaser Thomas Tschentscher (European XFEL, Hamburg, Deutschland) für einen Vortrag gewonnen werden. Insgesamt werden 135 Wissenschaftler erwartet, die in 17 Vorträgen und mit 65 Postern ihre wissenschaftlichen Ergebnisse in einem breiten Feld vorstellen werden.

Neben den wissenschaftlichen Vorträgen ist eine Podiumsdiskussion unter Leitung von Vizerektor Johannes Fröhlich mit den Quellen Vertretern, dem NESY Vorsitzenden (Oskar Paris, Montanuniversität Leoben)  und den österreichischen Vertretern in den europäischen Nutzervertretungen ENSA (European Neutron Scattering Association, Hartmut Abele vom Atominstitut der TU Wien) und ESUO (European Synchrotron User Organisation, Julian Stangl von der Universität Linz) geplant. Das BM.W_f wird durch Herrn Ministerialrat Daniel Weselka vertreten, die ÖAW durch Günther Bauer von der Universität Linz.

Das Ziel des Symposiums ist, das europäische Netzwerk zu stärken, zukunftsperspektiven zu entwickeln und gleichzeitig aufzuzeigen, welch große wissenschaftliche Erfolge Österreich durch die Beteiligungen an den europäischen Teilchenbeschleunigern und Strahlungsquellen erzielen konnte.

Nähere Information:http://xrc.tuwien.ac.at/workshop