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Studie: Facility Services haben sich zu starkem Wirtschaftsfaktor entwickelt

Dienstleistungen rund um Gebäude – Facility Services stehen als Wirtschaftsfaktor EU-weit ex aequo bereits an 4. Stelle, bei der Beschäftigung sogar auf Platz 3.

Facility Services and Construction

Facility Services and Construction

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Facility Services and Construction

Bislang war es mangels Zahlen, Daten, Fakten nicht möglich abzuschätzen, welchen volkswirtschaftlichen Stellenwert Gebäude und die Dienstleistung rund um Gebäude haben.
Nach einer neuen wissenschaftlichen Studie des Instituts für Immobilien und Facility Management (IFM) der TU Wien ist dieser Wirtschaftszweig weitaus höher einzustufen, als bisher angenommen. Leiter des IFM Prof. Alexander Redlein: "Ziel der Studie ist die Abschätzung der Größe der outgesourcten Facility Management/Services Branche. Gemessen an der Bruttowertschöpfung zu Faktorkosten der Bereiche Handel, Dienstleistungen, Industrie und Baugewerbe belegt die Facility Service Branche ex aequo den 4. Platz EU-weit. Nimmt man die Anzahl der Beschäftigten, so nimmt sie sogar den 3. Platz ein. Das liegt daran, dass die Betreuung von Gebäuden derzeit in der Regel sehr mitarbeiterintensiv ist. Ganz wesentlich für eine gesamtwirtschaftliche Betrachtung ist, dass diese Leistungen im Gegensatz zu vielen anderen nicht offgeshored, sprich ins Ausland verlagert werden können."

9 % der Wertschöpfung
Die Studie zeigt erstmals den Stellenwert der Branche in absoluten Zahlen, sowie im Vergleich zu anderen Branchen. Gleichzeitig wird auch ein internationaler Vergleich möglich. Redlein: "Über 270.000 Mitarbeiter erwirtschaften in Österreich direkt mit Dienstleistungen rund um Gebäude über 15 Mrd. EUR pro Jahr. Das entspricht rund 9% der gesamten heimischen Wertschöpfung aus den Bereichen Handel, Industrie, Dienstleistungen und dem Baugewerbe. Im internationalen Vergleich wird erkennbar, dass die Unterschiede zwischen den einzelnen EU-Staaten in diesem Bereich oft enorm sind. Begründen kann man das einerseits mit starken Differenzen im Alter, in der Qualität und der Ausstattung der Gebäude, aber auch mit einem Unterschied im Automatisierungsgrad der Gebäude sowie der Leistungserbringung."

Pisecky: Managen eines modernen Wohnhauses ist Job für echte Profis
Immobilien werden grundsätzlich sehr bedarfsgerecht errichtet. Investitionen z.B. in den Wohnbau, stehen nicht an vorderster Front, wenn es darum geht die Wirtschaft eines Landes anzukurbeln. Meist beschränkt sich die Phantasie auf die Schaffung von Arbeitsplätzen in der Baubranche und Errichtung von Wohnraum aufgrund Zuzugs. Michael Pisecky, Fachgruppenobmann der Immobilientreuhänder in der Wirtschaftskammer Wien: "Mit dieser Studie wird nun erstmalig klar, dass jene Leistungen, die durch Hausverwaltungen organisiert werden, ein enormer Wirtschaftsfaktor sind. Investitionen in den Wohn- und Gewerbebau erzeugen einen Multiplikator-Effekt auf vielen Ebenen, der wirtschafts- und beschäftigungspolitisch gewaltig ist. Die Technik und Leistungen um ein modernes Gebäude in Betrieb zu halten werden immer komplexer. Damit steigen auch die Service- und Kontrollaufgaben an – und damit auch das Aufgabengebiet der Hausverwaltungen. Das Managen eines modernen Wohngebäudes wird damit zum Job für echte Profis!"

Wissenschaftliche Grundlagenarbeit
Studienkoautorin Eva Stopajnik vom Institut für Immobilien und Facility Management der TU Wien: "Eine Abschätzung der Facility Services Branche am Bruttoinlandsprodukt fällt aufgrund mangelnder Datenbasis schwer. Daher wurde die Bruttowertschöpfung zu Faktorkosten für eine Analyse der Unternehmens- und Beschäftigungsstruktur und der Wirtschaftsleistung der Unternehmen herangezogen. Für die Studie wurden von uns die relevanten Bereiche für die FS Branche, also die Dienstleistungen rund um die Gebäudenutzung, aber auch für Bau/Errichtung definiert. Um eine Vergleichbarkeit zu erreichen, haben wir die Bereiche als Prozentsatz der Gesamtheit aller Leistungen aus Handel, Dienstleistungen, Industrie und Baugewerbe dargestellt. Das Ergebnis zeigt deutlich, welch große Bedeutung die Gebäudenutzung vor allem für die Beschäftigtenzahlen hat."

Roboter werden in Zukunft viele Aufgaben übernehmen – Jobverluste drohen
Industrie 4.0, Automatisierungen und technische Entwicklung haben bereits auch in den bisher sehr arbeitsplatzintensiven Bereich des Facility Managements/Services Einzug gehalten. Prof. Alexander Redlein: "Diese Entwicklung kann in den nächsten Jahren und Jahrzehnten im FS-Bereich zu Arbeitsplatzverlusten führen. Vor allem bei schlecht qualifiziertem Personal wird es zu markantem Stellenabbau kommen. Roboter werden einfache Tätigkeiten wie Rasenmähen oder Reinigen in den Gebäudebereichen übernehmen. Um die Aufgaben rund um die Automatisierung wahrzunehmen, wird ein enormer, heftiger Weiterbildungsbedarf entstehen. Die TU Wien erarbeitet hier gemeinsam mit der Industrie Lösungen. Zum Beispiel wurde der Forschungscluster FM und die Innovationsplattform Facility Services gegründet, in der sich führende Anbieter mit den Top-Forschern austauschen, denn Innovation führt hier zu wichtigen Wettbewerbsvorteilen." Gemeinsam mit der REUG bietet die TU Wien zusätzlich gezielt Weiterbildungen aber auch Zertifizierungen an. Diese reichen vom Objektmanager_innen-Zertifikat, das sicherstellt, dass auf der untersten Managementebene interdisziplinär ausgebildete Mitarbeiter_innen zur Verfügung stehen, über den Executive MBA FM bis hin zu einem Doktorat in diesem Bereich. Alle Angebote gehen auf die neuen Anforderungen ein und bieten das Rüstzeug zu einer Karriere in dieser so wichtigen Branche.

Bei der Studie handelt es sich um eine unabhängige Studie des Institutes für Immobilien und Facility Managements der TU Wien.

Link zur Studie


Nähere Informationen:
Prof. Mag. Dr. Alexander Redlein
TU Wien – IFM
Treitlgasse 1-3 / 5.Stock, 1040 Wien
T: +43-664-2109004
alexander.redlein@tuwien.ac.at 

Harald Dirnbacher
Bettertogether GmbH
T: +43-699-19997702
h.dirnbacher@bettertogether.at