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Rudolf Scheuvens - Professor für örtliche Raumplanung

Rudolf Scheuvens setzt sich mit breiter Kompetenz, langjähriger Erfahrung und großem Enthusiasmus für Konzeption und planerische Gestaltung öffentlicher Räume ein.

Rudolf Scheuvens

Rudolf Scheuvens

Rudolf Scheuvens

Seit März 2008 ist Rudolf Scheuvens Professor für örtliche Raumplanung und Stadtentwicklung an der Technischen Universität Wien. „Das erste Jahr hier war ein sehr arbeitsreiches Jahr, da blieb kaum Zeit zum Durchatmen“, sagt er. Ob ihm Wien schon früher ein Begriff gewesen sei? „Wien zu kennen ist in Fachkreisen ein Muss, schon allein wegen seiner Geschichte im Siedlungsbau oder im sozialen Wohnbau“, sagt Scheuvens. Der gebürtige Deutsche interessierte sich schon früh für Planung und Gestaltung öffentlicher Räume. Eigentlich wollte er nach dem Abitur Architektur studieren, er fand jedoch heraus, dass man an der Technischen Universität Dortmund auch ein interdisziplinär gebündeltes Studium der Raumplanung absolvieren konnte. „Es gab damals nur in Dortmund und Wien eigene grundständige Raumplanungsfakultäten“, erinnert sich der frisch gebackene TU-Professor.

Raumplanung im Umbruch

Im Jahr 1991 machte er in Dortmund sein Diplom mit Auszeichnung und fand schnell Anschluss an ein sich rasant entwickelndes Berufsfeld. „Zu Beginn der 1990er Jahre, nach der Wiedervereinigung, herrschte in Deutschland auch in der Raumplanung eine große Aufbruchstimmung“, schildert Scheuvens seine beruflichen Anfänge. Mit seiner Arbeit an der Internationalen Bauausstellung (IBA) Emscher Park, dem bis heute richtungsweisenden Strukturprogramm für die Neuentdeckung der Kulturlandschaft des Ruhrgebiets, verdiente er sich seine ersten beruflichen Sporen. „Besonders prägend war für mich die überaus inspirierende und auch fordernde Zusammenarbeit mit Peter Zlonicky, einem auch an der TU Wien lehrenden Pionier der Raumplanung“, sagt Scheuvens.

Verbrauchte Landschaften


Nach Berufungen als Dozent für Städtebau an die Fachhochschule Trier und als Assistent für Städtebau und Bauleitplanung an die TU Dortmund, beide im Jahr 1993, gründete er im Jahr 1994 gemeinsam mit dem renommierten Architekten und Städteplaner Kunibert Wachten das Büro Faltin-Scheuvens-Wachten (seit 2001 scheuvens + wachten). Dort widmete er sich neben klassischen städtebaulichen und raumplanerischen Aufgaben vor allem der Steuerung, Gestaltung und Moderation komplexer Planungsprozesse. „In unserem Büro beschäftigen wir uns mit der Neunutzung von verbrauchten und teilweise zerstörten Stadt- und Landschaftsräumen, wie sie besonders bei Industriebrachen typisch sind“, schildert er eine intensive und inspirierende Zeit, die ihn auch in seinem Selbstverständnis als Raumplaner sehr geprägt hat. 2001 ereilte ihn ein Ruf an die Fachhochschule Hannover, wo Scheuvens bis 2007 als Professor für Städtebau und Baugeschichte tätig war. Es folgte eine Professur für Städtebau im Fachbereich Architektur der FH Oldenburg, ehe er im März 2008 als Universitätsprofessor für örtliche Raumplanung und Stadtentwicklung an die TU Wien wechselte.

Arbeitreiches erstes TU-Jahr

In seiner Arbeit ist ihm ein starker Bezug zur Praxis wichtig. Mit Fokus auf die anwendungsorientierte Forschung möchte er bei seinen Studierenden Neugierde und Begeisterung wecken und ihre Eigenständigkeit fördern. Neben der Konzeption und Vorbereitung seiner Lehrveranstaltungen an der TU Wien widmete sich Scheuvens im vergangenen Jahr dem Aufbau des neuen Arbeitsbereiches Stadtkultur und öffentlicher Raum (SKuOR) an seiner TU-Fakultät. Dort geht es um die Frage, welche Arten von öffentlichen Räumen städtische Gesellschaften hervorbringen, und wie man diesen Prozess planerisch und gestalterisch beeinflussen kann. Der Arbeitsbereich SKuOR und die dort ab März 2009 angesiedelte Stiftungsgastprofessur werden mit Mitteln der Stadt Wien finanziert. Gemeinsam mit Sabine Knierbein leitet er derzeit diesen Arbeitsbereich, der mittlerweile seine Arbeit aufgenommen und auch schon die ersten Stiftungsprofessuren vergeben hat. Parallel dazu unterstützte er die Macher einer Präsentation seiner alten Liebe, der IBA Emscher Park, an einer künstlerischen Ausstellung in Paris. Neben der inhaltlichen und wissenschaftlichen Beratung moderierte er dort ein Symposium zu den Strategien des Wandels im Rahmen der Bauausstellung im Ruhrgebiet. Im Jänner 2009 wurde Scheuvens zudem als stellvertretender Vorsitzender in den Grundstücksbeirat der Stadt Wien berufen.

Links:
<link http: www.ifoer.tuwien.ac.at>www.ifoer.tuwien.ac.at
<link http: www.iba.nrw.de>www.iba.nrw.de
<link http: www.raumplanung.uni-dortmund.de>www.raumplanung.uni-dortmund.de
<link http: www.mai-nrw.de>www.mai-nrw.de