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Roby Space Junior erobert das All

Roboter-Weltraummission die Dritte. Der jüngste Spross aus der Roboterfamilie von TU Wien-Professor Peter Kopacek erobert zwecks solarer Energiegewinnung leichtfüßig den Weltraum.

Wien (TU). - Bei den zweiten Parabolflügen Ende März 2005 im japanischen Nagoya konnte das IHRT am Mechatronik-Institut der Technischen Universität Wien seine Führungsrolle im Weltraumprojekt zur Gewinnung solarer Energie aus dem All behaupten. Der Erfolg hat mehrere Väter: das "Advanced Concept Team" der European Space Agency (ESA) als Fiancier und die beiden Vorfahren von "Roby Space Junior", "Roby Space Sandwich" und "Roby Insect". So konnte "Roby Space Junior" den Schwerelosigkeitstest bravourös bestehen. Sehr zum Staunen der beiden Weltraumpartner aus Japan und den USA.

Zur Erinnerung: Um Solarenergie im Weltraum zu gewinnen, wurde ein internationales Projekt unter japanischer Leitung gestartet, bei dem mit Solarzellen ausgerüstete Mini-Roboter auf einem Netz "krabbeln". Die Roboter werden sich automatisch nach der Sonne ausrichten, um die höchstmögliche Energie-Effizienz zu erreichen. Die Anforderungen, die an die energiegewinnenden Roboter gestellt werden, sind hoch: leicht und relativ klein müssen sie sein und die Erschütterungen ertragen, denen sie beim Transport ins All ausgesetzt sind. Und da ist dann noch die Sache mit der Temperatur und Vakuum. Im All herrschen arktische Temperaturen und Vakuum, die der Elektronik stark zusetzen können.

"Roby Space Junior" ist eine gelungene "low cost" Kombination aus seinen beiden Vorfahren ""Roby Space Sandwich" und "Roby Space Insect" und wurde in kürzester Zeit am Institut für Mechatronik IHRT der TU Wien entwickelt. Erfahrungen mit seinen nahen Verwandten lagen bereits aus den ersten Mikrogravitations-Experimenten im Jänner 2005 vor. Bereits damals leisteten Bernhard Putz und Peter Unterkreuter - meist nächtens - ganze Arbeit.

"Roby Junior" krabbelte nicht nur gekonnt aus seinem 10 x 10 x 5cm großen Raketenhäuschen, sondern drehte und wendete sich im schwerelosen Zustand wie eine Primballerina auf dem sehr "lockeren" Netz in allen Lebenslagen. Das wellige und sich verwindende Netz bereiteten "Roby Junior" keine Probleme und dass der Kopf einmal oben und einmal unten war, auch nicht.

Bis zum großen Finale im Juli 2005 muss "Roby Junior" allerdings noch einige Rütteltests, bestehen, um den Aufstieg in der japanischen S310 Rakete zu überleben. Die Kältetests bei Minus 50 Grad Celsius haben seine Ahnen bereits im Klimakanal von "Rail Tech Arsenal" erfolgreich bestanden.

"Mechatronik an der TU Wien kann international trotz ‚small is beautiful' reüssieren", stellte der Projektleiter, TU Wien-Professor Peter Kopacek, höchstzufrieden fest..