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Roboter für Kunst und Architektur

Die Bedeutung von Robotern im Entwurfs- und Fertigungsprozess nimmt laufend zu. Von 17.-18. Dezember 2012 treffen sich ExpertInnen bei der Konferenz "Rob|Arch 2012" zum Thema Roboter in Architektur, Kunst und Design.

Architekturstudenten arbeiten mit Industrierobotern an der TU Wien, Institut für Architekturwissenschaften, Foto: Robots in Architecture

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Architekturstudenten arbeiten mit Industrierobotern an der TU Wien, Institut für Architekturwissenschaften, Foto: Robots in Architecture

Architekturstudenten arbeiten mit Industrierobotern an der TU Wien, Institut für Architekturwissenschaften

Architekturstudenten arbeiten mit Industrierobotern an der TU Wien, Institut für Architekturwissenschaften

Autochassisteile aus splineTex werden von Robotern geformt.  Foto: Robots in Architecture

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Autochassisteile aus splineTex werden von Robotern geformt. Foto: Robots in Architecture

Autochassisteile aus splineTex werden von Robotern geformt.

Autochassisteile aus splineTex werden von Robotern geformt.

Architekturstudenten arbeiten mit Industrierobotern, TU Wien Institut für Hochbau & Architekturwissenschaften,  Foto: Robots in Architecture

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Architekturstudenten arbeiten mit Industrierobotern, TU Wien Institut für Hochbau & Architekturwissenschaften, Foto: Robots in Architecture

Architekturstudenten arbeiten mit Industrierobotern, TU Wien Institut für Hochbau & Architekturwissenschaften

Architekturstudenten arbeiten mit Industrierobotern, TU Wien Institut für Hochbau & Architekturwissenschaften

Computergesteuerte Roboteranlagen haben für das Gestalten und Entwerfen heute eine große Bedeutung. So ist an der TU Wien ein Fräsroboter-Arm im Einsatz, der ganz präzise die gewünschten Formen aus Kunststoff ausschneiden kann. An mehr als zwanzig Architektur-Fakultäten weltweit werden solche Roboterarme mittlerweile verwendet.

Die Konferenz "Rob|Arch – Robotic Fabrication in Architecture, Art and Design" initiiert von den GründerInnen der Association for Robots in Architecture, Sigrid Brell-Cokcan und Johannes Braumann, bringt mehr als 200 internationale TeilnehmerInnen, darunter VertreterInnen von Industrie und Forschung, als auch technologieinteressierte ArchitektInnen, KünstlerInnen und DesignerInnen am 17. und 18. Dezember ins Semperdepot der Akademie der bildenden Künste Wien.

Rob|Arch 2012
17.-18. Dezember 2012
Semperdepot der Akademie der Bildenden Künste
Lehargasse 6-8, 1060 Wien
http://www.robarch2012.org/

Die Konferenz baut auf den Ergebnissen von insgesamt acht Roboterworkshops auf, die in den Tagen davor in mehreren europäischen Städten stattfinden: In Zürich, Rotterdam, Stuttgart, Graz und Wien tauschen sich ExpertInnen und neue RoboteranwenderInnen drei Tage lang intensiv aus. Einer dieser acht Workshops wird von der TU Wien veranstaltet. Die Ergebnisse werden im Anschluss auf der Konferenz in Wien präsentiert.

Vom Anwender zum Entwickler
"Momentan findet in der Kreativindustrie ein Wandel vom Anwender zum Entwickler statt", sagt Sigrid Brell-Cokcan von der TU Wien. Ein Beispiel dafür ist die österreichische Firma superTEX, die von einer Innsbrucker Architektin gegründet wurde und innovative Kohlefaserelemente entwickelt. Gemeinsam mit der Association for Robots in Architecture erforscht superTEX nun Strategien, wie ganze Autokarosserien mit Hilfe von Roboterarmen "gewickelt" werden können.
Während die vergangenen Jahre zu Industrien wie der Automobilindustrie aufgeblickt wurde, und ArchitektInnen und DesignerInnen versuchten, derartige Prozesse in die eigenen Projekte einzubetten, agieren nun die kreativen Köpfe als EntwicklerInnen.
Durch neugeschaffene, leicht zugängliche Tools können ArchitektInnen, KünstlerInnen, und DesignerInnen nun selbstständig Roboterprojekte abwickeln, die über die Möglichkeiten mit industrieüblicher Software hinausgehen. Der etablierte Zweig der Roboterindustrie wiederum entdeckt gerade das Innovationspotential, das die Herangehensweise der Kreativindustrie birgt.

1:1 Entwerfen woven structures // weaving robots
Informationsträger auf der Konferenz und Ausstellungsort einiger Prototypen ist ein von TU-Studierenden entworfener und gebauter Pavillion. Die Schnittstelle zwischen Architektur, neuen Entwurfswerkzeugen, angewandten Fertigungsprozessen und Darstellungsmedien wurde in der Übung ausgelotet, hinterfragt und getestet.
Die Integration neuer Materialien und Fabrikationsmethoden in der Architekturausbildung bietet den TeilnehmerInnen direkte Erfahrungen mit Material und Fertigung, als auch die reale Umsetzung der eigenen Ideen und Lösungsvorschläge im Team .
Die Anwendung neuer Entwurfswerkzeuge bedingt innovative Materialien und umgekehrt.
Eine doppelt gekrümmte Struktur, wurde unter Einsatz von SplineTEX, ein faserverstärkter Kunststoffschlauch, der vor der Aushärtung mit Harz beliebig formbar ist, entworfen und umgesetzt.
Das 1:1 Entwerfen fand als Kooperation der Abteilung Hochbau 2 und dem iemar – Digital Architecture and Planning unter Leitung von Vera Kumer, Sigrid Brell-Cockan und Johannes Braumann statt.

Prototypen und Kunstwerke
Auf der Konferenz werden neben zahlreichen ArchitektInnen und RoboterforscherInnen auch KünstlerInnen und DesignerInnen ihre Arbeit präsentieren. Darunter sind Clemens Neugebauer und Martin Köhldorfer, zwei österreichische Künstler, deren 23 mal 30 Meter große Aluminiumskulptur am Red-Bull-Ring dieses Jahr eingeweiht wurde. Die Formen für den aus umgerechnet 1,5 Millionen Red-Bull-Aluminiumdosen bestehenden Bogen wurden von den Künstlern mit einem KUKA Industrieroboter gefertigt.

Breite Unterstützung
Der deutsche Roboterkonzern KUKA ist Hauptsponsor der Rob|Arch. Weitere Förderer sind die Automationsfirma A2, Roboterhersteller ABB und Staeubli, sowie der Greiftechnikexperte Schunk. Zeman, Euchner, McNeel, und superTEX unterstützen die vorgelagerten Roboterworkshops.
Auf universitärer Seite unterstützen die Akademie der Bildenden Künste (Konferenzstandort Semperdepot), die Universität für angewandte Kunst und die TU Wien (Veranstalter eines Roboterworkshops) die Konferenz.

Association for Robots in Architecture
Die Rob|Arch wird organisiert von der Association for Robots in Architecture, einem TU Wien Spinoff-Forschungsverein. Gegründet wurde die Association von Sigrid Brell-Cokcan und Johannes Braumann mit dem Ziel, Industrieroboter der kreativen Industrie zugänglich zu machen. Dieses Ziel verfolgt die Association durch die Veranstaltung Rob|Arch, Roboterworkshops, sowie die Entwicklung von KUKA|prc, einer Software die Architekten und Designern die intuitive Programmierung von KUKA Robotern ermöglicht. Drittes Vorstandsmitglied des transdisziplinären Forschungsvereins ist Eric Dokulil, Roboterexperte mit mehr als 15 Jahren Erfahrung mit KUKA Robotern. Seit ihrer Gründung in 2010 hat die Association an Forschungsprojekten mit einem Gesamtvolumen von über 1Mio. Euro teilgenommen und Mitglieder aus mehr als 20 Ländern von Australien über Brasilien bis Europa.

 

 

Fotos:
© Robots in Architecture