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Produktion in Rumänien: andere Erfolgskriterien zählen

"Kaminabend" zum Thema „Produktion in Rumänien: Chancen und Herausforderungen für Unternehmen“

Die Vortragenden beim Kaminabend zum Thema „Produktion in Rumänien: Chancen und Herausforderungen für Unternehmen“

Die Vortragenden beim Kaminabend zum Thema „Produktion in Rumänien: Chancen und Herausforderungen für Unternehmen“

Das Institut für Managementwissenschaften der TU Wien veranstaltete zusammen mit der Fraunhofer-Projektgruppe für Produktions- und Logistikmanagement (PPL) im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Kaminabend“ einen Abend zum Thema „Produktion in Rumänien: Chancen und Herausforderungen für Unternehmen“ in den Räumlichkeiten des Instituts für Managementwissenschaften in der Theresianumgasse.

Gastgeber Prof. Wilfried Sihn konnte als Vortragende Herrn Valentin Bicu, Fraunhofer Büro Rumänien, Johannes M. Elsner, ehemals Vorstand der Eybl International AG, Thomas Peter, Werksleiter ContiTech Rumänien und Prof. Dr. Jörg Menzer, Noerr Stiefenhofer Lutz, begrüßen. Die Vorträge gingen von einem allgemeinen Überblick mit Themen wie Regionen und Lohnkosten über Erfahrungsberichte beim Aufbau und Betrieb von Produktionswerken bis zum rumänischen Wirtschaftsrecht.

Insgesamt zeigte sich, dass Rumänien heute mit niedrigen Arbeitskosten und geringen Steuersätzen als Produktionsstandort lockt, wobei es starke Unterschiede in den Regionen gibt. Timisoara beispielsweise, so berichtete ContiTech-Werksleiter Thomas Peter, leidet an einem massiven Arbeitskräftemangel, der sich in jährlichen Lohnsteigerungen von 20-30 Prozent und hohen Aufwänden für Personalaufbau und –schulung widerspiegelt. In anderen Regionen Rumäniens sieht es „noch“ ganz anders aus, so Rumänienexperte Valentin Bicu. Herr Johannes Elsner wies auf Erfahrungen der Firma Eybl International hin, dass ein gutes Arbeitsklima und das Berücksichtigen der lokalen Bedürfnisse ein zentraler Erfolgsfaktor für den Betrieb von Produktionsstätten in Rumänien ist. Die Unterschiede zu heimischen Erfolgsfaktoren für die Produktion, die von den verschiedenen Rednern herausgestellt wurden, sind zum Beispiel:

•    Die Mobilität der MitarbeiterInnen und Pendelbereitschaft ist sehr gering – auch aufgrund des Fehlens von öffentlichen Verkehrsmitteln.

•    Firmen müssen den MitarbeiterInnentransport mit eigenen Bussen selbst organisieren.

•    Die Verfügbarkeit z.B. von Energieversorgung ist nicht überall gewährleistet – Standortentscheidungen sollten daher alle Produktionsfaktoren untersuchen.

•    Die Wechselbereitschaft von MitarbeiterInnen ist sehr hoch – Bindungsprogramme sind wichtig und müssen andere Konzepte wie z.B. Kinderbetreuung, medizinische Versorgung für die ganze Familie oder Mini-Kredite umfassen.

Kenntnisse über die aktuelle und auch zukünftige Situation vor Ort und lokale Kontakte sind für ein erfolgreiches Engagement in Rumänien somit dringend erforderlich. Dieses war Motivation für die über 80 DiskussionsteilnehmerInnen des Kaminabends, die aus den Erfahrungen der Vortragenden profitieren wollten. Unter den TeilnehmerInnen waren Dr. Karl Strobel, Alleinvorstand Robert Bosch AG Wien, Kurt Müller, Geschäftsführer ZF Österreich Gesellschaft mbH, Robert Öhler, Geschäftsführer Knorr-Bremse Austria und Anton Meurer, Geschäftsführer General Motors Powertrain. Weiters waren auch VertreterInnen der Rumänien Botschaft in Wien – Frau Adriana Loreta Stanescu – sowie der rumänischen Entwicklungsagentur der Westregion (ADR Vest Regional Development Agency) gekommen, um die Fragen zu beantworten und mitzudiskutieren.

Die TU Wien beschäftigt sich zusammen mit Fraunhofer PPL seit längerem mit dem boomenden Wirtschaftsraum CEE (Central and Eastern Europe) und betreut dort diverse Unternehmen von der Standortwahl bis zum Betrieb von Fabriken. Einen Schwerpunkt der Arbeiten bilden Optimierungsprojekte im Bereich Produktion und Logistik. Gerade Rumänien mit einer eigenen Außenstelle bildet dabei einen Schwerpunkt. So können lokale Kompetenzen (Erfolgsformen wissen, aber auch Widerstände kennen) optimal in die Projekte integriert werden.

Die vierteljährliche Reihe an Kaminabenden wird am 14. Mai 2008 mit dem Thema „Standortsicherung durch Service – Chancen für den österreichischen Industrie- und Anlagenbau“ an der TU Wien, Theresianumgasse 27 im 4. Bezirk fortgesetzt. Die Veranstaltungsreise ist kostenfrei. Für weitere Informationen zum Thema Kaminabend können Sie sich gerne direkt an kaminabend@fraunhofer.at wenden.

Ansprechpartner:

Univ.-Prof. Dr.-Ing. Dr. h.c. Wilfried Sihn
Technische Universität Wien
Fraunhofer - Projektgruppe für Produktions- und Logistikmanagement (PPL)

Theresianumgasse 27, A-1040 Wien
Tel.: +43-(0)1-58801-33041
Fax: +43-(0)1-58801-33094
sihn@fraunhofer.at oder sihn@imw.tuwien.ac.at
www.fraunhofer.at oder www.imw.tuwien.ac.at