News

Outstanding career award

Ao. Univ. Prof. i R. Dipl. Ing. Dr. Peter Wobrauschek wurde am 19. Juni 2008 auf der European Conference on X-ray Spectrometry in Cavtat (Kroatien) mit dem „ Outstanding career award“ der European X-ray Spectrometry Association für sein Lebenswerk ausgezeichnet.

Peter Wobrauschek

Peter Wobrauschek

Peter Wobrauschek

Dieser Preis stellt die höchste Auszeichnung dar, die die Europäischen Röntgenspektrometrie Gesellschaft alle 2 Jahre vergibt. Heuer wurde dieser Preis zum zweiten Mal vergeben, und zum zweiten Mal an einen Röntgenphysiker der TU Wien. Den ersten Preis erhielt 2006 Prof. Dr. Horst Ebel.

Prof. Wobrauschek lehrt und forscht auch in seinem Ruhestand am Atominstitut im Forschungsbereich „ Strahlenphysikalische Analytik und Radiochemie“. Sein Forschungsschwerpunkt sind spezielle Methoden der Energiedispersiven Röntgenfluoreszenzanalyse (EDRFA), eine sehr vielseitige Methode der strahlenphysikalischen Analytik. Als einer der Väter der „Totalreflexionsröntgenfluoreszenzanalyse- TXRF“ hat er ein Verfahren der Spurenelemenanalytik aus der Taufe gehoben, das inzwischen weltweit das Standardverfahren der Halbleiteroberflächenanalyik ist. Das Verfahren kann aber auch im Bereich der Umweltanalytik eingesetzt werden. Besonders ist sein Einsatz in der Entwicklungshilfe für developing countries hervorzuheben. Er entwickelte einen low cost TXRF- Modul, der an vorhandene Röntgenröhren angekoppelt werden kann. Dieser TXRF Modul wird durch die IAEA im Rahmen technischer Kooperationsprojekte an Mitgliedstaaten verbreitet und erlaubt nun Spurenelementanalytik vor allem an Umweltproben mit geringem instrumentellen Mehraufwand in Entwicklungsländern.
Aber auch die Kombination der TXRF Technik mit den brilliantesten Röntgenquellen – Synchrotronstrahlungsquellen- ist durch ihn und sein Team stark gefördert und weiterentwickelt worden, wobei bei HASYLAB DESY in Hamburg Nachweisgrenzen für Metalle im fg Bereich erzielt wurden. Neue Röntgenoptiken die in ihrem inneren ebenfalls den Effekt der Totalreflexion von Röntgenstrahlen ausnutzen – Einzel oder Polykapillaren ermöglichen Spotgrößen des Röntgenstrahles von einigen µm bis 40µm. Damit kann mit Laborquellen und natürlich mit Synchrotronstrahlung Mikroanalyse, also ortsaufgelöst, die Elemente der Probe zu bestimmen, betrieben werden. Setzt man vor den Detektor eine weitere Linse kann sogar in 3-D also tiefenaufgelöst analysiert werden. Hier ist die Verteilung von Blei im menschlichen Knochen als ein sehr erfolgreiches Projekt interdisziplinärer Zusammenarbeit mit den Medizinern zu erwähnen. Die Erweiterung des Elementbereichs bei der EDXRF bis zu den Elementen B,C,N,O,F ist durch Verwendung von Spezialdetektoren und Quellen von ihm gezeigt worden. Mitarbeit bei Experimenten mit dem fs getakteten Laser zur Erzeugung von Röntgenstrahlung mit extrem zeitaufgelösten Eigenschaften und Phasen Kontrastmikroskopie zur kontrastreichen Darstellung organischer Proben runden das Forschungsgebiet ab.

Bei seinen Forschungsarbeiten beschäftigen sich Prof. Wobrauschek und sein Team vor allem mit interdisziplinären Anwendungen im Bereich der Nanotechnologie, Umweltanalytik,  Medizin und Kunst.