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Neue Computer-Adressen im Internet

Die Anzahl der Internet-Benutzergeräte wächst, die Adressen werden knapp. In einem neu eingerichteten Labor können Studierende der TU Wien praxisbezogen lernen, was man über die kommende Umstellung wissen muss.

Der Internet-Verkehr nimmt zu, ein neues Adresssystem wird notwendig.

Der Internet-Verkehr nimmt zu, ein neues Adresssystem wird notwendig.

Der Internet-Verkehr nimmt zu, ein neues Adresssystem wird notwendig.

Der Internet-Verkehr nimmt zu, ein neues Adresssystem wird notwendig.

Wenn man jemandem einen Brief schreiben will, braucht man eine eindeutige Adresse, unter der zuverlässig der Empfänger zu erreichen ist und niemand sonst. Auch beim Datenaustausch zwischen Computern ist es notwendig, allen Geräten im Netzwerk eine eindeutige Bezeichnung zuzuweisen. Im Internet geschieht das mit Hilfe der IP-Adressen. Allerdings steht weltweit nur eine begrenzte Anzahl von IP-Adressen zur Verfügung, und das stößt bei der weltweit rasant wachsenden Zahl an vernetzten Geräten auf Probleme: Bereits in wenigen Monaten werden endgültig alle der etwa vier Milliarden verfügbaren IP-Adressen vergeben sein, die das bisher verwendete IPv4-Protokoll erlaubt. IPv6, Der Nachfolger für das derzeit bestehende Protokoll, beseitigt den Adressen-Engpass. TU-StudentInnen können nun am Institut für Breitbandkommunikation der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik in einem neueingerichteten IPv6-Labor Erfahrung mit dem neuen Protokoll sammeln.

IPv6 baut auf in 30 Jahren bewährte Konzepte von IPv4 auf und behebt dessen wesentliche Schwächen. Die Anzahl weltweit verfügbarer Adressen auf über 340 Sextillionen (3.4e38) erhöht, womit jedem Quadratmillimeter der Erdoberfläche über 600 Billiarden IPv6-Adressen zugewiesen werden können.

Neues System IPv6 setzt sich erst langsam durch

Obwohl die Standards zu IPv6 bereits seit dem Jahr 1998 verabschiedet wurden, ist die derzeitige Verbreitung des neuen Protokolls IPv6 vergleichsweise gering. Laut OECD-Berichten erreichte IPv6 im Jahr 2009 erst einen Anteil von 0.25 – 0.9 % am Gesamtverkehrsaufkommen des Internets, die Tendenz ist jedoch stark steigend. Besonders der deutliche Zuwachs an Internet-fähigen Mobilfunkgeräten macht den Einsatz von IPv6 in der Datenkommunikation innerhalb der nächsten Jahre unerlässlich. In der Theorie ist IPv6 und dessen Einsatz bereits Teil des Lehrstoffs an Universitäten, in der Praxis konnten Studierende damit bisher noch kaum Erfahrung sammeln.

Neues Labor an der TU
Am Institut für Breitbandkommunikation der TU Wien wurde daher ein IPv6 Labor eingerichtet und Mitte November offiziell in Betrieb genommen. In diesem neuen IPv6 Labor mit 13 PC-Arbeitsplätzen, drei mobilen Laptops und der notwendigen Server-Infrastruktur können Studierende und MitarbeiterInnen des Instituts die Auswirkungen der Erkenntnisse testen, die sie in theoretischen Studien oder durch Simulationsrechnungen gewonnen haben. Auch das Zusammenwirken von IPv4- und IPv6-Netzen kann dort studiert werden. Als Teil der Lehre des Instituts vertiefen bereits ab dem Wintersemester 2010/2011 alle Master-StudentInnen der Lehrveranstaltungen Multimedia Kommunikation und Software in Kommunikationsnetzen ihre theoretischen IPv6 Kenntnisse mit Hilfe praktischer, auf die Lehrveranstaltungsziele abgestimmten Übungsbeispiele im neuen IPv6-Labor. Damit vermittelt die TU Wien ihren AbsolventInnen als zukünftigen Entscheidungsträgern der Industrie eine hervorragende Ausbildung und Entscheidungsgrundlage für ihre zukünftige berufliche Karriere.