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Neue Brücke über den Wienfluss

TU Student steht als Sieger der Concrete Student Trophy 2007 fest.

Sieger der Concrete Student Trophy

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Sieger der Concrete Student Trophy

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Platz 1

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Platz 1

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Siegerprojekt

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Siegerprojekt

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Elegantes Konzept, außergewöhnliche Lösung siegt
Außergewöhnliche technologische Lösungen, elegante Konstruktionen und die innovative Verwendung kennzeichneten die Einreichungen für den interdisziplinären Architektur- und Konstruktionswettbewerb für Studierende, Concrete Student Trophy, die 2007 zum zweiten Mal durchgeführt wurde. „Wir können nicht früh genug beginnen uns mit neuen Aspekten von Design und Konstruktion zu beschäftigen. Statik und ökonomische Aspekte sind wichtig, dürfen aber nicht zu Lasten der Architektur gehen,“ erklärte der amtsführende Stadtrat für Stadtentwicklung und Verkehr DI Rudolf Schicker in seinem Einführungsstatement anlässlich der Preisverleihung am 15. November. Der Geschäftsführer der Vereinigung der Österreichischen Zementindustrie DI Felix Friembichler: “Wir haben bereits im Vorjahr sehr positive Erfahrungen gemacht, aber die Ergebnisse des Wettbewerbs 2007 setzen einen weiteren Qualitätssprung in der innovativen und interdisziplinären Arbeit der Studierenden.“

Die Concrete Student Trophy 2007 habe die Intention „Innovationsanreize durch interdisziplinäres Arbeiten“ zu setzen voll erfüllt: „Wir wissen, dass aus der Zusammenführung von Wissen unterschiedlicher Spezialgebiete Anstöße für weitere Entwicklungen entstehen. Diesen Weg wollen wir auch bei der Concrete Student Trophy 2008 weiter beschreiten.“ Mit der Concrete Student Trophy 2007 werden innovative und kreative Ingenieur- und Architekturleistungen prämiert, die die vielfältigen technischen Einsatzmöglichkeiten des Betons in Ortbeton oder Betonfertigteilbauweise und die individuellen konstruktiven und gestalterischen Lösungsansätze zum Ausdruck bringen. Der Preis wird gemeinsam von einem Konsortium bestehend aus der Stadt Wien, MA 29 – Brückenbau und Grundbau, dem Verband Österreichischer Beton- und Fertigteilwerke (VÖB), dem Verband der Ziviltechniker- und Ingenieurbetriebe Österreichs (VZI), der PORR GmbH und der Vereinigung der Österreichischen Zementindustrie (VÖZ) unter der fachlichen Begleitung der Fakultät für Bauingenieurwesen der TU-Wien vergeben.

Herausforderung städtische Infrastruktur
Themenstellung der Concrete Student Trophy 2007 war der Vorentwurf für eine barrierefreie Fußgänger- und Radbrücke zwischen der Fleschgasse in Wien Hietzing und der Astgasse im 14. Wiener Gemeindebezirk über den Wienfluss, die gleichzeitig eine „Landmark der Wiener Westeinfahrt“ werden sollte. Die geplante Brücke soll eine direkte Verbindung schaffen und den Benutzern den Umweg entlang der stark befahrenen Hadikgasse und des Hietzinger Kais zur Brücke bei der U-Bahn-Station Unter St. Veit ersparen. Wenn das Projekt in drei bis acht Jahren verwirklicht wird, sollen die Studenten in das Planungsteam eingebunden werden. Der Leiter der MA 29 - Brückenbau und Grundbau, SR DI Eduard Winter verwies auf die besondere Bedeutung von Brücken für die geografische und soziale Struktur einer Stadt: „Brücken sollen Menschen verbinden, und deshalb haben wir für die Concrete Student Trophy 2007 einen für die Stadt Wien wichtigen Standort ausgewählt.“ Für Winter soll der Brückenstandort zudem eine Verknüpfung von Wegen und Funktionen bieten: „In Zukunft soll entlang des Wienflusses ein Radweg bis in das Stadtzentrum führen, die U-Bahn hat hier ihre Streckenführung und zudem müssen alle Bauwerke barrierefrei ausgeführt werden.“

Aufstockung des Preisgelds honoriert knappes Rennen
Das Siegerprojekt wurde mit 4000 Euro dotiert, der zweite Preis beträgt 3000, der Dritte 2000 Euro. Die restlichen Projekte der zweiten Juryrunde erhalten als Anerkennung jeweils 1000 Euro, wofür eigens das Preisgeld von 12.000 auf 13.000 Euro aufgestockt wurde. Für die Stadt Wien würdigte DI Rudolf Schicker vor allem die hervorragenden Planungsleistungen: „Die interdisziplinäre Zusammenarbeit von Architekten und Bauingenieuren ist gerade bei technischen Bauwerken besonders wichtig.“ Das könne nicht früh genug eingeübt werden, weshalb die Stadt auch diesen Wettbewerb unterstütze, wo viele Nachwuchstalente ihre Chance bekommen. Schicker: „Wenn die Ideen noch dazu bei einem Projekt umgesetzt werden können, wo zwei Bezirke verbunden werden, zeigt die Stadt Wien, wie ernst sie die Kreativität junger Kollegen nimmt.“

„Link 27“: Elegantes Konzept, außergewöhnliche Lösung siegt
Als Sieger unter zehn Einreichungen, von denen insgesamt sieben in die zweite Bewertungsrunde der Jury kamen, ging das Projekt „Link 27“ als österreichisch-spanische Koproduktion von Rudolf Brandstötter (Architektur) und Gonzalo Espinosa Ortega (Bauingenieurwesen) hervor. Link 27 – als Synonym für die Verbindung der Bezirke 13 + 14 - punktete mit seiner asymmetrischen Gestaltung und seiner durchdachten technischen Konzeption, die auch auf möglichst niedrige Errichtungskosten Rücksicht nimmt. Am nördlichen Ufer taucht die Brücke, gestützt von einem Tragwerk unter der Fahrbahn gleichsam aus dem Wienfluss auf und schwingt sich elegant über die Mittelmauer hinweg bis zum südlichen Widerlager, wo die Brückenträger dynamisch nach oben auslaufen und ein weithin sichtbares Zeichen für die Flussquerung setzt.
Der eigenständige Entwurf reagiert laut Jurybegründung „auf den Ort sehr angemessen mit einer eleganten Lösung.“ Es werde sowohl eine zeichenhafte Wirkung als auch eine harmonische Einbindung in die Umgebung erreicht und das Projekt löse in hervorragender Weise das Verkehrskonzept für Radfahrer und Fußgänger in beiden Bezirken.
Technisch ermöglicht der Entwurf als einziges der eingereichten Projekte eine Einspannung der Tragwerksstruktur in beide Widerlager, wodurch der Materialeinsatz minimiert und mittels Einsatz von Betonfertigteilen ein rascher Baufortschritt sowie eine kostengünstige Realisierung ermöglicht werde. Das asymmetrische Tragwerk, so die Jurybegründung, „entwickelt aus den schwierigen Rahmenbedingungen ein optimales Brückenkonzept.“ Die gesamte Anlage ist zudem barrierefrei ausgelegt. Zum Verweilen und Rasten werden am nördlichen Ufer Sitztribünen in die Uferböschung eingelassen, die zum kurzen Pausieren oder zum ausgiebigen Sonnenbad einladen. Das Motto für das Duo Brandstötter und Ortega lautet: “Immer nach einfachen Modellen suchen, dann kommen auch einfache Lösungen heraus.“

„Silber“ für innovative Gestaltung
Platz zwei ging an das Projekt „Die Brücke – der Rücken von Alessandro Storari, Architektur und Benjamin Picard, Bauingenieurwesen. Das äußerst innovative und eigenständige Projekt überzeugte die Jurymitglieder durch die plastische Gestaltung der Tragstruktur und das perfekte Zusammenspiel von architektonischem Entwurfsgedanken und konstruktiver Durchbildung. Die lebendig gestaltete Konstruktion ist einem Körper nachempfunden und überquert in einem dynamischen Bogen, der bionische Aspekte anklingen lässt, den Wienfluss. Das erzeugt zwar, so die Jury, in der Planungsphase sowie in der Bauabwicklung Mehrkosten für den erhöhten Schalungsaufwand, die Verbreiterung im Bereich des Wienufers im 13. Bezirk löse aber in hervorragender Weise die Problematik der barrierenfreien Anbindungen an das Rad- und Fußwegenetz. Storari:“ Ein wichtiger Teil von interdisziplinären Arbeiten ist Kompromisse zu schließen. Dank unserer Betreuer für dieses Projekt ist das gut gelungen.“

Platz 3: „Knickungen“ für unterschiedliche Geschwindigkeiten
Drittgereihtes Projekt ist „der Knick“ der beiden Studentinnen Martina Zimpel (Architektur) und Dzamna Dziho (Bauingenieurwesen). Der Entwurf überzeugte die Jury vor allem aus städtebaulicher Sicht, weil die „Knickungen“ unterschiedliche Geschwindigkeiten für Rad- und Fußgänger sowie Behinderte ermöglichen. Der Entwurf sieht eine Balkenbrücke aus teils geknickten Trägern vor. Eine Mauer in der Mitte der Fahrbahn trennt deutlich die Fußgänger- von den Fahrbereichen und unterschiedliche Höhenverläufe und Ausbuchtungen schaffen Aussichts- und Verweilplätze auf der Brücke. Durch die Knickung entsteht aus Sicht der Jury allerdings „ein erhöhter Aufwand für die Ausführung der Tragstruktur und durch notwendige Hilfsmassnahmen, der aber in einem vertretbaren Rahmen bleibt.“ Die Jury zeigte sich überzeugt, dass der Brücke ein guter Entwurf zugrunde liegt, der den Werkstoff Beton angemessen einsetzt. Mit den Anerkennungspreisen wurden die Projekte „Seiltänzer“(Architektur: Bernhard Gruber, Bauingenieurwesen: Robert Plösch), „Leaf Beam“(Architektur: Markus Trödhandl, Bauingenieurwesen: Manfred Weber), „trag mich“(Architektur: Philipp Pongratz, Bauingenieurwesen: Pjagulović Željko) und „Matador“ (Architektur: Martin Lichtenstöger, Bauingenieurwesen: Georg Ebner) ausgezeichnet.

Hochrangige Expertenjury
Eine hochrangig besetzte Expertenjury unter Leitung von Mag. Arch. Silja Tillner (Tillner & Willinger ZT GmbH), beurteilte die eingereichten Projekte hinsichtlich städtebaulicher und architektonischer Idee, Gestaltungsqualität, technischer Innovation und Konstruktion, Funktionalität und Barrierefreiheit. „Die Aufgabe interdisziplinäre Arbeiten zu bewerten, war eine ganz besondere. Vor allem wurden alle unsere Erwartungen übertroffen. Die eingereichten Arbeiten haben höchst professionell alle wichtigen Aspekte dieses Infrastrukturprojektes berücksichtigt. Beginnend vom Einfügen der Brücke in die Umgebung, dem innovativen Denkansatz und dem Einsatz des Materials bis zur Anbindung der Wegeführung.“ Auch Durchführbarkeit, die Anwendung des Werkstoffs Beton, Umweltaspekte und die Kosten Kosten-Nutzen-Relation wurden in die Bewertung einbezogen, erklärte Geschäftsführer der Vereinigung der Österreichischen Zementindustrie Felix Friembichler. Als weitere Juroren agierten Univ. Prof. Johann Kollegger, (Technische Universität Wien, Institut für Tragkonstruktionen), Andrea Kalchbrenner, (Bezirksvorsteherin 1140 Wien Penzing), DI Heinrich Gerstbach, (Bezirksvorsteher 1130 Wien Hietzing), DI Peter Spandl, (MA 29 Brückenbau und Grundbau in Vertretung von Senatsrat DI Eduard Winter), ZT DI Reinhard Klestil (KLESTIL ZT, Ziviltechnikergmbh), DI Paul Kubeczko (Verband Österreichischer Beton- und Fertigteilwerke in Vertretung von DI Dr. Bernd Wolschner) und DI Heinz Gschnitzer (PORR GesmbH).

Verbindung der Fachbereiche Architektur und Bauingenieurwesen
Interdisziplinäre Zusammenarbeit, die aus Sicht von Univ. Prof. Dr. Johann Litzka, Leiter des Dekanats der Fakultät für Bauingenieurwesen und Univ. Prof. Dr. Klaus Semsroth, Dekan der Fakultät für Architektur und Raumplanung in Zukunft steigende Bedeutung in der Architektur erhalten wird, ist herausragender Teil des Konzepts der Concrete Student Trophy 2007. Litzka: „Wenn es gelingt, die Trennung der beiden Fachbereiche Architektur und Bauingenieurwesen zu überwinden und damit neue Wege zu gestalterischen sowie konstruktiven Höchstleistungen zu eröffnen, legen wir ein neues Fundament für vernetztes Arbeiten im Bereich der Bauwirtschaft.“. Daher sei es vor allem aus Sicht der Universitäten notwendig, diese Entwicklung, die den Studierenden hilft, die Grenzen ihres engeren Fachbereichs zu überschreiten und gemeinsam innovative Konzepte zu entwickeln nach Kräften zu fördern.

Concrete Student Trophy fördert interdisziplinäres Arbeiten
Die Ergebnisse der Concrete Student Trophy 2007 sind für Semsroth die Bestätigung, dass hier ein zukunftsweisender Weg beschritten werden konnte. Bei der Concrete Student Trophy treten ausschließlich interdisziplinäre Arbeitsteams, bestehend aus je einem Architekten und einem Bauingenieur, in einem Entwurfswettbewerb gegeneinander an. Eingereicht werden können interdisziplinäre Seminararbeiten, Projektarbeiten bzw. Entwürfe, die der Themenstellung entsprechen. Die Arbeiten müssen im Rahmen einer Lehrveranstaltung abgegeben, für das Studium positiv bewertet bzw. benotet worden sein.

Details zu den Projektarbeiten auf <link http: www.zement.at>www.zement.at

Rückfragehinweis:
Pressestelle der Österreichischen Zementindustrie, Andrea Baidinger
andrea.baidinger bauen|wohnen|immobilien Kommunikationsberatung GmbH
A-1060 Wien, Gumpendorfer Straße 83,
T +43-1-904 21 55-0
F +43-1-904 21 55-11
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