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Lebensqualität statt Maximalgewinn

Sie ist Chefin über 75 Unternehmen: Die TU-Absolventin der Studienrichtung Raumplanung Sigrid Oblak ist seit März 2009 Geschäftsführerin der Wien Holding und hält damit eine der wichtigsten Führungspositionen in den städtischen Unternehmen inne. Ein Porträt.

DI Sigrid Oblak

DI Sigrid Oblak

DI Sigrid Oblak

DI Sigrid Oblak

Seit März steht Sigrid Oblak der Wien Holding vor, die sich im Eigentum der Stadt Wien befindet. Gemeinsam mit dem langjährigen Geschäftsführer Peter Hanke verantwortet sie 75 Unternehmen unter dem Dach der Holding.

Weitreichende Geschäftsbereiche

Die Unternehmen der Wien Holding arbeiten in den Bereichen Freizeit-, Kultur- und Veranstaltungsmanagement, Immobilien, Logistik & Mobilität, Medien & Bildung sowie im Umweltbereich. Sigrid Oblak ist für die Geschäftsbereiche Immobilienmanagement, Medien und Bildung sowie Umweltmanagement verantwortlich.

Der Auftrag für die Wien Holding ist klar: Es geht darum, kommunale Aufgaben betriebswirtschaftlich organisiert und auf Ertrag ausgerichtet zu erfüllen. In der Praxis heißt das: Effizient wirtschaften und mit den Projekten der einzelnen Unternehmen das Wirtschaftswachstum ankurbeln, Arbeitsplätze sichern, Infrastruktur verbessern und die Lebensqualität insgesamt weiter steigern. Sprich: den Wirtschaftsstandort Wien zu stärken.

Position und Stärke wachstumsgemäß ausbauen

"Der Immobilienbereich", sagt die 1962 in Scheibbs (NÖ) geborene Managerin, „ist umsatzmäßig das stärkste Geschäftsfeld in der Wien Holding. Wir haben derzeit 15 große Projekte laufen, die wir alle in den nächsten zwei bis vier Jahren zu finalisieren haben. Das heißt, wir sind in den letzten Jahren sehr stark gewachsen. Was den Umweltbereich betrifft, so wollen wir verstärkt das bei uns gebündelte Know-how, zum Beispiel im Bereich der Abwasserentsorgung, auch international vermarkten. Hier gibt es ein großes Potenzial.
Im Medienbereich, der sich sehr rasch weiterwickelt und wandelt, ist es besonders wichtig, unsere Position und Stärke weiter auszubauen, auch unter Anwendung neuer Technologien“.

Karriereschritte

Sigrid Oblak kann auf eine hervorragende Karriere zurückblicken: Eine Karriere, die mit dem Studium Raumplanung und Raumordnung an der TU Wien begann. Die weiteren Schritte erfolgten seit 1989 alle bei der Stadt Wien, wo sie zunächst in der Stadtteilplanung und Flächenwidmung, unter anderem als Dezernatsleiterin für den 22. Bezirk, tätig war.

Weitere Stationen waren das Projektteam SAP (Magistratsdirektion, MA 14) sowie die Projektleitung für den Masterplan Verkehr 2003 und die Leitung des Referats für Verkehrsplanung und Regionalentwicklung in der MA 18.

Seit 2005 war Oblak im Büro der Geschäftsgruppe Finanzen, Wirtschaftspolitik und Wiener Stadtwerke unter anderem für die Bereiche Immobilienmanagement, Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung zuständig. Seit 2007 führte Oblak als Abteilungsleiterin die Magistratsabteilung 69 (Liegenschaftsmanagement der Stadt Wien).

Wirtschaftskrise?

Angesprochen auf die momentane schwierige Wirtschaftlage, meint Sigrid Oblak, dass man gerade jetzt die Wirtschaft durch Investitionen ankurbeln solle: „Die  Wien Holding hat deshalb für 2009 rund 145 Millionen Euro an Investitionen vorgesehen, die zum Beispiel in Immobilienprojekte wie die Therme Wien Neu, den komplett neuen Stadtteil im 22. Bezirk , der unter dem Titel Neu Stadlau läuft, oder in die Entwicklung der Grundstücke rund um die Messe Wien oder am Gelände des ehemaligen Schlachthofes St. Marx fließen“. Pro Jahr erwirtschaften die 75 Unternehmen der Wien Holding, in denen rund 2000 Mitarbeiter/innen beschäftigt werden, einen Umsatz von über 300 Millionen Euro.

Für ein Unternehmen wie die Wien Holding, das an der Schnittstelle zwischen öffentlichem und privatwirtschaftlichem Unternehmen agiert, ist laut Oblak eines besonders wichtig: „Es geht nicht um den Maximalgewinn um jeden Preis, sondern der Mehrwert, also der Vorteil, den die Projekte und Unternehmen für die Stadt und die Menschen bringen, ist entscheidend.“

Ihr Tipp für TU AbsolventInnen

Heutigen TU-AbsolventInnen würde Sigrid Oblak Folgendes mit auf den Weg geben: „Eigene Stärken erkennen;  Mut  haben, die eigenen Stärken einzusetzen; ein vertrauensvolles konstruktives Umfeld suchen bzw. finden, in welchem Mut gefragt ist bzw. zugelassen wird; diese drei Schritte immer wieder konsequent an gehen.“

Mit Kant durchs Leben

Und so passt auch das Lebensmotto von Sigrid Oblak perfekt dazu, wenn sie meint: „Ich versuche mich immer wieder am Kant`schen kategorischen Imperativ auszurichten:`handle so, daß die Maxime deines Willens jederzeit zugleich als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten könne!' “

(Autorin: Doris Krumpl)

Link: Wien Holding GmbH