News

Johanna Dohnal Förderpreis geht an TU-Forscherin Elisabeth Günther

Im Rahmen einer feierlichen Preisverleihung im Bundeskanzleramt hat Bundesministerin Gabriele Heinisch-Hosek am 19. Juni 2013 Mag. Elisabeth Günther den diesjährigen Johanna-Dohnal-Förderpreis für ihr Dissertationsprojekt überreicht. Ihr Projekt zur intersektionellen Analyse von Studienabbruch hat eine hochkarätige Fachjury überzeugt.

Elisabeth Günther, Gabriele Heinisch-Hosek, Brigitte Ratzer, Anna Steiger (v.l.n.r.)

Elisabeth Günther, Gabriele Heinisch-Hosek, Brigitte Ratzer, Anna Steiger (v.l.n.r.)

Elisabeth Günther, Gabriele Heinisch-Hosek, Brigitte Ratzer, Anna Steiger (v.l.n.r.)

Elisabeth Günther, Gabriele Heinisch-Hosek, Brigitte Ratzer, Anna Steiger (v.l.n.r.)

In Zeiten von Fachkräftemangel und beschränkten Ressourcen an den Universitäten ist die Analyse von Studienabbruch – insbesondere in natur- und ingenieurswissenschaftlichen Fächern – von großer gesellschaftlicher Relevanz. In ihrem, nun durch den Johanna-Dohnal-Förderpreis ausgezeichnetem Dissertationsprojekt, untersucht Mag. Elisabeth Günther das Phänomen Studienabbruch am Beispiel der TU Wien. Die Arbeit basiert auf einem intersektionellen Forschungsparadigma, welches die Verwobenheit und Wechselwirkung mehrerer sozio-demographischer Indikatoren berücksichtigt.

Elisabeth Günther schätzt aus den Inskriptionsdaten signifikante Effekte von sozio-demographischen Faktoren (z.B. Geschlecht, Migration, Alter) auf den Studienerflog und untersucht mit vertiefenden qualitativen Erhebungsmethoden jene Einflussfaktoren, die auf den Entscheidungsprozess ein Studium abzubrechen oder weiterzuführen wirken. Neben den wertvollen Erkenntnissen zum besseren Verständnis von Studienabbruchsentscheidungen zeigt Elisabeth Günther auch auf, wie die komplexe, vielschichtige, soziale Realität umfassender erfasst werden kann und liefert damit einen wichtigen Beitrag zur intersektionellen Methodenentwicklung.

In ihrer Laudatio unterstrich die Leiterin der Koordinationsstelle für Frauenförderung und Gender Studies, Dr. Brigitte Ratzer, die Bedeutung der differenzierten Auseinandersetzung mit Einflussfaktoren auf den Studienerfolg. So zeigt die bereits im Rahmen der Leaky Pipeline Studie veröffentliche Analyse der Studierendendaten bspw. unerwartet starke Barrieren für Studentinnen und Studenten mit Migrationshintergrund auf. Brigitte Ratzer betonte, dass die Auseinandersetzung mit den Ergebnissen der Studie an der TU Wien eine wesentliche Verbesserung der Chancengleichheit bei den Studierenden bewirken könne. Sie verwies dabei auch auf die noch zu erwartenden Ergebnisse der Arbeit von Elisabeth Günther, bindet diese auch die Perspektive von Lehrenden in ihre Analyse mit ein, womit organisatorische Rahmenbedingungen berücksichtigt und Handlungsmöglichkeiten aufgezeigt werden.

Erfreulich ist außerdem, dass nach der Verleihung des Johanna Dohnal Preises 2011 an MMag. Christina Keinert für eine Personalauswahlstudie nun eine zweite Studie im Zusammenhang mit dem Leaky Pipeline Projekt stehendes und von Prof. Sabine T. Köszegi betreutes Dissertationsprojekt ausgezeichnet wird. Dies würdigt die Bereitschaft der TU Wien sich selbst mit potentiellen sozialen Barrieren auseinander zu setzen.

Johanna-Dohnal-Förderpreise werden an Studentinnen bzw. Absolventinnen von Hochschulen und Universitäten für Diplomarbeiten oder Dissertationen vergeben,

  • welche die Verwirklichung von Geschlechterdemokratie fördern
  • die eine Vorbildwirkung auf Mädchen und Frauen in Ausbildung und Studium haben.

Nähere Informationen
Mag. Elisabeth Günther
Technische Universität Wien
Institut für Managementwissenschaften
Abteilung Arbeitswissenschaft und Organisation
Theresianumgasse 27, 1040 Wien
T: +43 1 58801 33079
elisabeth.guenther@tuwien.ac.at   
http://www.imw.tuwien.ac.at/aw


Bild: © BKA/Andy Wenzel