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Internationale Auszeichnung für Software der TU Wien

Am Institut für Informationssysteme, Distributed Systems Group, der Technischen Universität Wien wurde im Rahmen eines EU-Projekts eine umfassende Softwarelösung für lateinamerikanische Gemeindeverwaltungen entwickelt. So erfolgreich, dass das TU-Team bisher schon zweifach international ausgezeichnet wurde.

Wien (TU) - E-Government auch unter schwierigen finanziellen und technischen Rahmenbedingungen möglich zu machen, steht im Mittelpunkt der Anforderungen des Projekts "Meta e-Local Governance" (Met@LoGo). Für den Entwurf und die Programmierung des Systems ist dabei der Arbeitsbereich Verteilte Systeme am Institut für Informationssysteme der Fakultät für Informatik unter Prof. Schahram Dustdar verantwortlich. Dustdar über die vielfältigen Herausforderungen: „Für das Projekt konnten wir nur freie Software so genannte Open Source-Software verwenden, da sonst die Lizenzkosten für die öffentliche Verwaltung dieser Länder unerschwinglich geworden wären. Die Software darf andererseits aber auch keine zu hohen Ansprüche an die Geräte stellen, da in manchen Gemeinden die vorhandene Hardware aus einem einzigen altersschwachen PC besteht.“ Dass die Ziele erreicht wurden beweist unter anderem die Auszeichnung des Projektes mit dem „JBoss Innovation Award“ der US-amerikanischen Firma JBoss sowie im Jänner dieses Jahres mit dem “E-Governance Best Practice Award” der Europäischen Union.

Die Lösung der TU-Entwickler baut auf dem freien Betriebssystem Linux auf. Benjamin A. Schmit, einer der Entwickler, über die zentralen Komponenten der Lösung: „Das System besteht aus einem Internetportal, einer Kundenverwaltung sowie einem Prozess Management System, das die Abläufe in den Behörden mit den dazugehörigen Formularen im Internet abbildet. Zusätzlich gibt es offene Schnittstellen zu weiteren, in den Gemeinden bereits vorhandenen Programmen."

Bei der Entwicklung wurden bewusst auch Informatikstudenten eingebunden. Nima Heschmat, zu dessen Diplomarbeit ein zentraler Programmteil gehört, meint dazu: „Bei diesem praxisbezogenen Projekt sind die greifbaren Resultate besonders beeindruckend. Zum Beispiel konnten einige Anträge in Honduras statt innerhalb von zwei Jahren in nur zwei Wochen erledigt werden. Die Software liefert außerdem einen wichtigen Beitrag zur Transparenz der Verwaltung.“

Die Software, die bis Juni 2006 fertig gestellt sein wird, hat die Aufmerksamkeit der US-amerikanischen Firma JBoss erregt. Dieser große „Player“ im Bereich Open Source-Software wurde vor kurzem von einem der größten internationalen Linux Distributoren, Red Hat, übernommen. JBoss zeichnete die Arbeit der TU-Entwickler mit einem „JBoss Innovation Award“ in der Kategorie „Business Process Management“ aus. Zu dem Preis gehört auch die Einladung zu einer Konferenz in Las Vegas, bei der die Software der großen JBoss-Entwicklergemeinschaft vorgestellt werden soll.

Met@LoGo entstand im Rahmen des @LIS-Programms der Europäischen Union zur Förderung der Zusammenarbeit zwischen Europa und Lateinamerika im Bereich der Informationstechnologien. Unter der Leitung der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) sind am Projekt sechs europäische und acht lateinamerikanische Projektpartner beteiligt.

Links:
Arbeitsbereich Verteilte Systeme:

www.infosys.tuwien.ac.at, öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster


Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit:

www.gtz.de, öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster


Projekt Met@LoGo:

www.alis-online.org//Projects/MetaLoGo, öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster


@LIS Programm:

europa.eu.int/alis/, öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster