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Hohe TU-Auszeichnung für das Forschungsehepaar Hochmair

Ingeborg Hochmair-Desoyer und Erwin Hochmair erhalten für ihre herausragenden Forschungserfolge die Prechtl-Medaille.

Karl Unterrainer, Dekan der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik, Erwin Hochmair, Ingeborg Hochmair-Desoyer, Rektorin Sabine Seidler, Erich Gornik (Laudator) (v.l.n.r.)

Karl Unterrainer, Dekan der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik, Erwin Hochmair, Ingeborg Hochmair-Desoyer, Rektorin Sabine Seidler, Erich Gornik (Laudator) (v.l.n.r.)

Karl Unterrainer, Dekan der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik, Erwin Hochmair, Ingeborg Hochmair-Desoyer, Rektorin Sabine Seidler, Erich Gornik (Laudator) (v.l.n.r.)

Karl Unterrainer, Dekan der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik, Erwin Hochmair, Ingeborg Hochmair-Desoyer, Rektorin Sabine Seidler, Erich Gornik (Laudator) (v.l.n.r.)

Dr. Ingeborg Hochmair-Desoyer und Prof. Dr. Erwin Hochmair sind beide Absolvent_innen der Elektrotechnik an der TU Wien und haben herausragende Erfolge im Bereich der Forschung und wirtschaftlichen Umsetzung erreicht. Am Mittwoch, 23. September 2015, erhielten sie dafür die Prechtl-Medaille der TU Wien.

Elektrische Stimulation des Hörnervs

Cochlea-Implantate können das Hörvermögen von Personen mit mittlerem bis hochgradigem Hörverlust durch elektrische Stimulation des Hörnervs wiederherstellen. Ingeborg Hochmair-Desoyer entwickelte gemeinsam mit Erwin Hochmair und in Zusammenarbeit mit dem Otologen Kurt Burian das erste Multikanal-Gerät, das im Dezember 1977 implantiert wurde. Dieses Gerät stimuliert die Cochlea an 8 Stellen (das heißt, es hatte 8 Kanäle im Gegensatz zu den bekannten einkanaligen Geräten). 1986 gründete das Ehepaar Hochmair eine eigene Firma in Innsbruck, MED-EL, mit Ingeborg Hochmair-Desoyer als Geschäftsführerin. MED-EL ist mittlerweile Marktführer auf dem Gebiet der Hörimplantate mit einem weltweiten Firmennetz. Am Hauptstandort in Innsbruck sind nahezu 2.000 Mitarbeiterinnen in der Forschung, Entwicklung und Produktion beschäftigt.

Doppelkarriere in Wissenschaft und Wirtschaft

Ingeborg Hochmair-Desoyer wurde 1995 in Österreich Unternehmerin des Jahres, 1996 erhielt sie die Wilhelm-Exner-Medaille, 1981 den Holzer-Preis der TU Wien und 2008 das Ehrenzeichen des Landes Tirol. 1998 habilitierte sie sich an der TU Wien für das Fach "Medizintechnik. 2004 wurde sie Ehrendoktorin der TU München und 2010 der Medizinischen Fakultät der Universität Innsbruck. 2013 erhielt sie mit Graeme Clark und Blake S. Wilson den Lasker DeBakey Clinical Medical Research Award. Sie ist Ehrenmitglied der Deutschen Gesellschaft für Audiologie. Neben zahlreichen anderen Preisen wurde ihr 2014 der Wittgenstein-Preis der Österreichischen Forschungsgemeinschaft (ÖFG) verliehen.

Erwin Hochmair habilitierte sich 1980 in Elektronik (einschließlich Anwendungen in der Medizin). 1985 wurde er ordentlicher Professor für Angewandte Physik und Mikroelektronik an der Universität Innsbruck. 1993 bis 1995 war er Dekan der naturwissenschaftlichen Fakultät, von 1995 bis 2006 leitete er das Institut für Angewandte Physik. 1972 war er Gastprofessor an der Stanford University. Von ihm stammen über 100 Fachpublikationen (Elektronik, Schaltkreisentwurf, Cochlea-Implantate), er ist an über 40 Patenten beteiligt. 2003 erhielt er den Erwin Schrödinger-Preis und den Holzer-Preis der TU Wien. 2004 wurde er Ehrendoktor der TU München. Neben zahlreichen weiteren Preisen wurde ihm auch das Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst verliehen.

Die Johann Joseph Ritter von Prechtl-Medaille wird für bedeutende Leistungen auf den Gebieten der Ingenieur- und Naturwissenschaften sowie der Architektur verliehen. Sie wurde in Würdigung der Verdienste von Johann Joseph Ritter von Prechtl, dem ersten Direktor der TU Wien (1815-1849), 1950 vom Professorenkollegium gestiftet.


Bild: © Thomas Blazina