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Hall of Fame: Karl Karmarsch

Im Portrait: Technologe Karl Karmasch

Karl Karmarsch: 17.10.1803 – 24.03.1879

Karl Karmarsch: 17.10.1803 – 24.03.1879

Karl Karmarsch: 17.10.1803 – 24.03.1879

Karl Karmarsch: 17.10.1803 – 24.03.1879

Karl Karmarsch absolvierte sein Studium am Polytechnischen Institut in Wien sowohl an der kommerziellen als auch an der technischen Abteilung. Von 1819 bis 1823 war er Assistent an der Lehrkanzel für mechanische Technologie bei Georg Altmütter. Im Anschluss an seine Assistentenzeit widmete er sich hauptsächlich Privatstudien und technisch-literarischen Arbeiten. Sein Erstlingswerk über die Grundrisse der technischen Chemie war ein Misserfolg und auf Anraten von Altmütter wandte er sich der mechanischen Technologie zu.

1830 wurde Karmarsch als Direktor und Lehrer an die Höhere Gewerbeschule nach Hannover berufen und stand dieser bis 1875 vor. Unter seiner Leitung entwickelte sich die Anstalt zur Polytechnischen Schule und später zur Technischen Hochschule. Weiters schuf er in Hannover eine wertvolle technische Sammlung und erkannte früh die Bedeutung der Technikgeschichte für den technischen Unterricht. Er war 1834 Mitgründer und 1845 bis 1855 Vizepräsident des Gewerbevereins für das Königreich Hannover.

Karmarsch war Jurymitglied mehrerer Weltausstellungen und war in zahlreichen technischen Kommissionen vertreten. Er setzte sich für die Einführung des metrischen Systems in Österreich und Deutschland ein und gilt als Mitbegründer der wissenschaftlichen mechanischen Technologie. Zusammen mit Friedrich R. Heeren gab er ein Technisches Wörterbuch heraus und arbeitete auch an der Fortsetzung der von Johann Joseph von Prechtl begründeten "Technologischen Enzyklopädie" mit. Er kann als einer der angesehensten Technologen seiner Zeit bezeichnet werden.

Berufungen an andere technische Universitäten lehnte er ab. Zu seinen vielfachen Ehrungen und Auszeichnungen gehörte die Mitgliedschaft in der Leopoldina 1862 und die Wahl zum auswärtigen Mitglied der königlich Schwedischen Akademie der Wissenschaften. Außerdem war Karmarsch Ehrenbürger von Hannover und Ehrendoktor der Universität Göttingen.

Quellen:
Moritz Rühlmann: "Karmarsch, Karl". In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 15, Duncker & Humblot, Leipzig 1882, S. 400–409 (Onlinefassung); URL: https://de.wikisource.org/wiki/ADB:Karmarsch,_Karl
Manegold, Karl-Heinz, "Karmarsch, Karl" in: Neue Deutsche Biographie 11 (1977), S. 279 f. [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/ppn118776835.html
 „Karmarsch Karl“ in: ÖBL 1815-1950, Bd. 3 (Lfg. 13, 1963), S. 243f. [Onlinefassung]; URL: http://www.biographien.ac.at/oebl_3/243.pdf

Bild: © Bildarchiv der Österr. Nationalbibliothek