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Grüne Produktion durch Balanced Manufacturing

Leitprojekt Balanced Manufacturing startet im Jänner 2014

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Die Forschungsergebnisse werden auch auf internationalen Messen vorgestellt.

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Der Wirtschaftssektor der produzierenden Industrie ist in Österreich für ungefähr 30% des Gesamtenergiebedarfes des Landes verantwortlich (Gesamtenergiebilanz 2012, Statistik Austria) und stellt somit neben privaten Haushalten und Transport einen der größten Verbraucher dar. Während in den beiden anderen Sektoren Energieeffizienz und -einsparungen seit Jahren vorangetrieben werden, findet eine Umorientierung am produzierenden Sektor erst seit kurzem statt. Wirtschaftliche und soziale Rahmenbedingungen leiten jedoch einen Umdenkprozess ein und immer mehr Unternehmen streben danach, ihre Produktionsstandorte nachhaltig zu planen und betreiben.

Einen Hinderungsgrund für Entscheidungen in Richtung ressourceneffizienter Produktion stellten bis dato die schwer abschätzbaren Auswirkungen auf den unternehmerischen Erfolg des Betriebs dar. Das Forschungsprojekt „Balanced Manufacturing“ versucht erstmalig in Zusammenarbeit von universitären und industriellen Partnern, eine ganzheitliche Methodik und darauf aufbauend eine Software-Tool-Kette zur Planung und Steuerung des Energiebedarfs in der industriellen Produktion zu entwickeln. Durch den Ansatz, eine ausgewogene, wirtschaftliche und energieeffiziente Produktion zu gewährleisten, soll eine Systemlösung mit den Erfolgsfaktoren Zeit, Geld und Qualität entstehen, die Energieeffizienz und Wettbewerbsfähigkeit gleichermaßen unterstützt und in Einklang bringt.

Projektleiter Prof. Friedrich Bleicher: „Die österreichische Industrielandschaft muss sich in der globalisierten Marktwirtschaft gegen verstärkte internationale Konkurrenz durchsetzen. In Zeiten steigender Energiekosten und bewussterer Konsumentscheidungen bedeutet eine energieeffiziente Produktion einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil.“

Bei dem Energieeffizienz-Ansatz nach Balanced Manufacturing wird der produzierende Betrieb als Gesamtheit betrachtet und sowohl Produktionssysteme, Logistikeinrichtungen, Gebäude als auch Energiesysteme in die Betrachtung mit einbezogen. Unternehmen sollen in die Lage versetzt werden mit dem Balanced Manufacturing System den Energiebedarf ihrer Systeme mit Hilfe modernster Simulationstechnik zu analysieren, prognostizieren und durch angepasste Betriebsführungsstrategien zu optimieren. Die entwickelten Systeme werden in einen Begleitprozess nach ISO 50001 implementiert, um den normativen Voraussetzungen eines Energiemanagementsystems zu entsprechen.

Eine besondere Herausforderung bei der Konzipierung des Systems stellt die große Anzahl unterschiedlicher, energetisch relevanter Anlagen dar, die in das System integriert werden müssen. Hierzu werden unterschiedliche Modellierungsansätze, wie z.B. Verbrauchsprognosen auf Basis von aggregierten Realdaten oder dynamische Simulationsmodelle in einem System zusammengefasst. Durch den sich so ergebenden modularen Aufbau soll auch die Anwendbarkeit für unterschiedliche Industriesektoren gewährleistet werden.

Im Rahmen des vierjährigen Forschungsprojekts kooperieren 18 Partner aus Forschung und Industrie um eine anwendungsorientierte Lösung für diese Herausforderung zu finden. Neben mehreren Instituten der TU Wien, welche methodischen Zugang erschließen, beteiligen sich mehrere Industriepartner an der Entwicklung der Tools, welche bei Anwenderfirmen unterschiedlichster Produktionssparten (metallverarbeitende Industrie, Elektronikindustrie, Nahrungsmittelindustrie) prototypisch implementiert werden sollen. Das Projekt mit Gesamtkosten von über 5 Mio. Euro wird über das Programm „ENERGY MISSION AUSTRIA“ im Rahmen der Leitinitiative Industrie durch den Klima- und Energiefonds gefördert.

Projektpartner:

  • Technische Universität Wien (TU Wien) – Institut für Fertigungstechnik und Hochleistungslasertechnik (IFT)
  • TU Wien – Institut für Energietechnik und Thermodynamik (IET)
  • TU Wien – Institut für Rechnergestützte Automation (ASG)
  • TU Wien – Institut für interdisziplinäres Bauprozessmanagement (IBPM)
  • TU Wien – Institut für Managemenwissenschaften (IMW)
  • researchTUb GmbH (rTUb)
  • AutomationX GmbH (AX)
  • Siemens AG Österreich (SIE)
  • ATP sustain GmbH (ATP)
  • Daubner Consulting GmbH (DC)
  • dwh GmbH – Simulation Services & Technical Solutions (DWH)
  • Wien Energie GmbH (WE)
  • GW St. Pölten Integrative GmbH (GW)
  • Berndorf Band GmbH (BB)
  • Infineon Technologies Austria AG (INF)
  • Franz Haas Waffel- und Keksanlagen-Industrie GmbH (FHW)
  • Metall- und Kunststoffwaren Erzeugungsgesellschaft m.b.H. (MKE)
  • MPREIS Warenvertriebs GmbH (MPR)

Projekthomepage: http://bama.ift.tuwien.ac.at
 
Nähere Informationen:
Prof. Friedrich Bleicher
Institut für Fertigungstechnik und Hochleistungslasertechnik
friedrich.bleicher@tuwien.ac.at

DI Ines Leobner
Institut für Fertigungstechnik und Hochleistungslasertechnik
ines.leobner@tuwien.ac.at