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Großer Erfolg für Bio-Projekte der TU Wien

Explodierende Ameisen, Pflanzenkrankheiten, Antigene: Die TU Wien ist die erfolgreichste Universität beim Life Sciences Call des WWTF. Drei hochdotierte Projekte können nun gestartet werden.

TU-Bio: Der Life-Science bereich an der TU Wien feiert große Erfolge

TU-Bio: Der Life-Science bereich an der TU Wien feiert große Erfolge

TU-Bio: Der Life-Science bereich an der TU Wien feiert große Erfolge

TU-Bio: Der Life-Science bereich an der TU Wien feiert große Erfolge

Das Themenfeld „TU-Bio“ kommt in Schwung: Vom Wiener Wissenschafts-, Forschungs- und Technologiefonds wurde der Call „New Ventures Beyond Established Frontiers“ für Lebenswissenschaften ausgeschrieben. Sieben Projekte wurden nun ausgewählt, zwischen 600.000 und 800.000 Euro erhält jedes von ihnen in den nächsten vier Jahren an Förderung. Gleich drei dieser Projektförderungen gehen an die TU Wien.

Explodierende Ameisen
Im Regenwald von Borneo wohnen Ameisen, die eine ungewöhnliche Verteidigungsstrategie zeigen: Sie können sich bei Bedrohung selbst zur Explosion bringen, ihre Feinde werden dann von klebrigem giftigen Schleim getroffen und dadurch außer Gefecht gesetzt. Man vermutet, dass die Ameisen dadurch Mikroorganismen beschützen, die für sie nützlich sind. An der TU Wien soll das Rätsel um die Selbstmörder-Ameisen nun entschlüsselt werden: Irina Druzhinina vom Institut für Verfahrenstechnik, Umwelttechnik und Technische Biowissenschaften wird nun ein Forschungsprojekt leiten, in dem das Mikrobiom der Ameisen – die Gesamtheit der Mikroorganismen, mit denen sie zusammenleben – genau untersucht werden soll.

Mechanische Kräfte bei Immunreaktionen
T-Zellen haben eine entscheidend wichtige Funktion in unserem Körper: Sie können pathogene Stoffe erkennen und bekämpfen. Bruchstücke von Krankheitserregern werden von sogenannten Antigen-präsentierenden Zellen an der Zelloberfläche präsentiert, und dort von T-Zellen dadurch erkannt, dass sie an entsprechende Rezeptoren der T-Zelle passgenau andocken können, wie ein Schlüssel, der genau zum Schloss passt. Dieser Prozess lässt sich aber nicht rein chemisch verstehen, er hat auch eine physikalische Komponente. Mechanische Kräfte, die auf die Zelle einwirken, können darüber entscheiden, ob die Zelle aktiv wird. Prof. Gerhard Schütz vom Institut für Angewandte Physik wird sich nun mit diesen mechanischen Aspekten der Antigen-Erkennung beschäftigen. DNA-Stränge werden dabei als Mini-Federn verwendet, deren Stauchung und Dehnung Auskunft über die Kräfte gibt, denen die Zellen ausgesetzt sind.

Pilze fressen Pilze
Manche Pilze haben die Fähigkeit, andere Pilze parasitär zu überwuchern und aufzufressen. Doch woher wissen sie, wo ein mögliches Opfer zu finden ist? Susanne Zeilinger-Migsich vom Institut für Verfahrenstechnik, Umwelttechnik und Technische Biowissenschaften wird in ihrem Projekt die Rezeptoren in den Zellmembranen untersuchen, die dem Pilz Auskunft darüber geben. Die Rezeptoren sollen zum Fluoreszieren gebracht werden, dann wird sich unter dem Mikroskop genau erkennen lassen, wo wann und wie lange welche Rezeptoren aktiv sind. Für die Landwirtschaft haben solche Pilze eine große Bedeutung: Sie können als Biofungizide an die Stelle chemischer Fungizide treten. Dafür muss aber zuerst die Biochemie der Pilze noch besser verstanden werden.

Beim Call des WWTF waren 123 Anträge eingereicht worden, unter den 30 Anträgen auf der Shortlist fanden sich 9 Projekte der TU Wien. Dass sich unter den 7 letztlich geförderten Projekten gleich 3 TU-Einreichungen finden, ist ein schöner Erfolg: die TU Wien ist damit die erfolgreichste Universität dieses Calls.

Mehr dazu auf der Homepage des WWTF