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Einmal Mars und zurück?

An der Entwicklung eines neuartigen, multifunktionellen Trainingsgerätes für die Raumfahrt beteiligen sich MaschinenbauerInnen der Technischen Universität (TU) Wien. Das Sportgerät wirkt dem Muskelabbau in der Schwerelosigkeit entgegen und soll Ende 2008 in Moskau im Projekt „Mars 500“, bei dem der Flug, die Landung und ein Aufenthalt am Planeten Mars von einer Crew simuliert wird, eingesetzt werden.

v.l.n.r. Georg Adamcik, Thomas Angeli, Norbert Barta

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v.l.n.r. Georg Adamcik, Thomas Angeli, Norbert Barta

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Auswahl an Übungen

Auswahl an Übungen

Auswahl an Übungen

Auswahl an Übungen

Raumstation

Raumstation

Raumstation

Raumstation

Skizze des Trainingsgerätes

Skizze des Trainingsgerätes

Skizze des Trainingsgerätes

Skizze des Trainingsgerätes

Wien (TU). – Mit dem neuen Trainingsgerät, das auch unter der Bezeichnung MDS (multifunktionelles Dynamometer) geführt wird, sollen AstronautInnen möglichst viele Muskelfasern gleichzeitig aktivieren können. Es ist platzsparend, kann beispielsweise an einer Wand vertikal aufgestellt werden, und funktioniert mit einem kleinen Servo-Syncron-Motor, über den die Kraft erzeugt und mit zwei Seilzügen auf eine frei bewegliche Hantelstange übertragen wird. Eine Forschungsgruppe rund um Professor Thomas Angeli vom Institut für Konstruktionswissenschaften und Technische Logistik der TU Wien arbeitet seit 2006 in Kooperation mit dem Zentrum für Sportwissenschaft der Universität Wien (Professor Norbert Bachl) an der Entwicklung eines geeigneten Trainingsgerätes für den Weltraum. „Wenn sich Menschen in der Schwerelosigkeit befinden, dann fehlt ihnen die Muskelspannung. Der Muskel wird nicht belastet und verliert sofort an Masse (Muskelschwund, Atrophie), auch die Knochenmasse wird abgebaut. Vergleichbar ist dieser Zustand mit der Stellung eines Embryos oder dem ‚Bed-Rest-Syndrom’, einer lang andauernden verletzungs- oder krankheitsbedingten Ruhigstellung. Verliert man vier bis fünf Prozent an Knochenmasse, benötigt man in etwa eineinhalb Jahre Training, um den ursprünglichen Zustand wieder herzustellen“, erläutert Angeli.

Im Hinblick auf zukünftige Missionen im  Weltall gewinnt ein geeignetes Trainingsgerät, das durch intensives Krafttraining den Muskel- und Knochenschwund reduziert, immer mehr an Bedeutung. Der erste bemannte Flug zum Mars ist für das Jahr 2033 geplant. In der Zwischenzeit wird das Gerät in Zusammenarbeit mit dem Moskauer Institut für Biomedizinische Probleme (russische Akademie der Wissenschaften) für das „Mars 500“-Projekt vorbereitet. Unter völliger Isolation von der Außenwelt soll eine sechsköpfige Crew den Ablauf eines Marsfluges inklusive Landung und Aufenthalt am Mars in 500 Tagen simulieren. Die Funktionalität des Gerätes für eine Anwendung in der Schwerelosigkeit soll getestet und schließlich „space-zertifiziert“ werden. „Bis 15. November 2008 möchten wir das Gerät nach Moskau transportieren und wenn es sich in weiterer Folge bei ‚Mars 500’ bewährt, könnte es auch auf der Internationalen Raumstation (ISS) eingesetzt werden“, fasst Thomas Angeli zusammen.

Mit dem MDS können Übungen wie Rudern, Kniebeugen und ein Training der Rücken- und Beinmuskulatur durchgeführt werden. Jeder Astronaut soll täglich bis zu einer Stunde damit trainieren. Diese Kombination ermöglicht eine Vielzahl an Trainingsübungen, in denen lange Muskelschlingen und große Muskelgruppen aktiviert werden.

Fotodownload: https://www.tuwien.ac.at/index.php?id=7336

Rückfragehinweis:
Ao.Univ.Prof. Dipl.-Ing. Dr.techn. Dr.med. Dr.phil. Thomas Angeli
Projektass. Dipl.-Ing. Norbert Barta
Projektass. Dipl.-Ing.Georg Adamcik
Institut für Konstruktionswissenschaften und Technische Logistik        
Getreidemarkt 9// 307, 1060 Wien
Technische Universität Wien
T +43/1/58801 – 30620, -30769
F +43/1/58801 - 30699
E thomas.angeli@tuwien.ac.at
E norbert.barta@tuwien.ac.at
E georg.adamcik@tuwien.ac.at

Aussender:
Mag. Daniela Hallegger
TU Wien - PR und Kommunikation
Karlsplatz 13/E011, A-1040 Wien
T +43-1-58801-41027
F +43-1-58801-41093
E daniela.hallegger@tuwien.ac.at
http://www.tuwien.ac.at/pr