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Doppelerfolg für TU bei Famelab2008

Zwei TU-Nachwuchswissenschafter haben sich beim Finale von Famelab Austria 2008 gegen 8 KonkurrentInnen durchgesetzt und sowohl den Jury- als auch den Publikumspreis für die TU Wien eingeheimst.

Die 3 Gewinner (v.l.n.r.): 1. Platz: Bernhard Weingartner, 2. Platz: Jolanta Siller-Matula, 3. Platz: Georg Steinhauser

Die 3 Gewinner (v.l.n.r.): 1. Platz: Bernhard Weingartner, 2. Platz: Jolanta Siller-Matula, 3. Platz: Georg Steinhauser

Die 3 Gewinner (v.l.n.r.): 1. Platz: Bernhard Weingartner, 2. Platz: Jolanta Siller-Matula, 3. Platz: Georg Steinhauser

Die 3 Gewinner (v.l.n.r.): 1. Platz: Bernhard Weingartner, 2. Platz: Jolanta Siller-Matula, 3. Platz: Georg Steinhauser

Das Neue Gesicht der Wissenschaft in Österreich hat einen Namen. Der Gewinner des internationalen Wettbewerbs für Wissenschaftskommunikation, Famelab Austria 2008, ist der 32-jährige DI Bernhard Weingartner, FWF-Projektassistent am Institut für Strömungsmechanik und Wärmeübertragung der TU Wien. Mit seinem bilderreichen und spannenden Vortrag über chaotisches und reguläres Verhalten in komplexen Systemen konnte er Jury und Publikum gleichermaßen begeistern. Er wird Österreich demnächst beim Science Festival in Cheltenham vertreten.

Gewinner des Publikumspreises und Preisträger des 3. Jurypreises ist der 29-jährige Dr. Georg Steinhauser, FWF-Projektassistent am Atominstitut der TU Wien. Er sprach über Anwendungen der Hochpräzisionsspurenanalytik anhand des Fundes von Bimsstein in ägyptischen Gräbern.

Der Ö1 Audiopreis und der 2. Preis der Jury gehen an Dr. Jolanta Siller-Matula, Stammzellenforscherin am Institut für Klinische Pharmakologie der Medizinischen Universität Wien. Sie faszinierte mit einer gelungenen Performance über Unsterblichkeitsenzyme.

Es war bis zum Schluß spannend für alle. Publikum, Jury und KandidatInnen erlebten hautnah wie einfach und schön komplexe Wissenschaftsinhalte zu kommunizieren sind. Von den V.I.P.s des Immunsystems, dem Beziehungsleben der Proteine, nationalen Ausgleichsprojekten als ökonomische Antwort auf den Klimawandel, flüssigem Wasserstoff als kryogenem Treibstoff für umweltverträgliche Fahrzeuge, bis hin zur Suche nach Spuren von Leben im All, spannte sich der Bogen der 5-minütigen Präsentationsthemen der zehn KandidatInnen. Während sich die hochkarätige Jury zur Beratung zurückzog, gab TU-Professor Rudolf Taschner interessante Einblicke in die Schönheit der Wissenschaft.

Die Gewinner

DI Bernhard Weingartner beeindruckte die Jury einstimmig mit seinem klar strukturierten und souverän präsentierten Vortrag über die Übergänge von Chaos in Ordnung. Mit einprägsamen Beispielen von blinkenden Glühwürmchen im Gleichklang veranschaulichte er den Punkt zwischen Ordnung und Chaos, wo aus dem Zusammentreffen von Stabilität und Instabilität die Selbstorganisation entsteht. "Menschen die Scheu vor komplexen Fragestellungen zu nehmen", ist das Anliegen des 32-jährigen Vollblutwissenschafters und bald vierfachen Familienvaters. "Es macht Spaß, Menschen auf die komplexen Mechanismen unserer alltäglichen Welt aufmerksam zu machen", bekundet Weingartner. Mithilfe von Computersimulationen untersucht er das komplexe Verhalten von Sandlawinen und chaotischen Flüssigkeitsströmungen am Institut für Strömungsmechanik und Wärmeübertragung der TU Wien.

Dr. Georg Steinhauser Gewinner des Publikumspreises und Preisträger des 3. Jurypreises, hat sich schon mit 14 Jahren in der Waschküche der Eltern sein eigenes Chemielabor eingerichtet. Später hat er seine Leidenschaft zum Beruf gemacht. Seine Forschungsschwerpunkte am Atominstitut der TU Wien sind Radiochemie, Geochemie, Umweltanalytik, Anorganische, Chemie und Pyrotechnik. Eloquent erklärt er Jury und Publikum wie sich anhand der chemischen Zusammensetzung von Bimsstein ein Stück Kulturgeschichte erklären lässt. "Bei jedem meiner Vorträge will ich das Publikum überraschen. Das dient dem Fach und macht mir Spaß", sagt Steinhauser.

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Die Jury

Univ.-Prof. Dr. Christoph Kratky ( Präsident, FWF)
DI Dr. Ludovit Garzik (Geschäftsführer, RFTE)
Dr. Martin Bernhofer (Leiter der Abteilung Wissenschaft, Bildung, Gesellschaft ORF Hörfunk)
Dr. Gabriele Zuna-Kratky (Direktorin, Technisches Museum Wien)
Mag. Günther Mayr (Wissenschaftsredakteur, ORF)
Christian Müller (Leiter Wissenschaftsredaktion, APA)

FameLab Austria 2008

FameLab, 2007 vom British Council in Österreich und in acht weiteren europäischen Ländern eingeführt, ist ein internationales Wettbewerbsformat für Wissenschaftskommunikation. Junge ForscherInnen überzeugen und begeistern Publikum und Fachjurys mit einer kurzen Präsentation ihrer Arbeit und zeigen, wie verständlich, spannend und doch auch präzise Wissenschaft kommuniziert werden kann. Mit FameLab Austria verfolgt der British Council das Ziel, den wissenschaftlichen Nachwuchs in den Partnerländern zu fördern und zu vernetzen. 2008 konnte der Wettbewerb in Österreich - über Wien hinaus - auf Graz und Linz ausgeweitet werden.