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Dissertationspreise für TU-Chemiker

Zwei TU-Chemiker werden für ihre Dissertationen von der Gesellschaft österreichischer Chemiker ausgezeichnet.

Robert Lichtenberger, Christian Weilach

Robert Lichtenberger, Christian Weilach

Robert Lichtenberger, Christian Weilach

Robert Lichtenberger, Christian Weilach

Jährlich vergibt die Gesellschaft österreichischer Chemiker (GÖCh) Preise für die besten Dissertationen. Gleich zwei der drei heuer vergebenen Auszeichnungen gehen an Forscher der TU Wien: Dr. Robert Lichtenberger und Dr. Christian Weilach – beide sind am Institut für Materialchemie tätig – wurden am 4. 11. Im Rahmen der GÖCh-Hauptversammlung für ihre Arbeiten auf dem Gebiet der Materialsynthese und der Oberflächenchemie ausgezeichnet.

Robert Lichtenberger beschäftigte sich mit den molekularen Ausgangverbindungen für die Herstellung neuartiger Materialien. In sogenannten Sol-Gel-Prozessen entstehen aus einzelnen Grundbausteinen in einer Lösung komplexere Strukturen. Robert Lichtenberger verbindet dabei organische Chemie mit anorganischer Chemie: Er untersuchte, mit welchen chemischen Vorstufen anorganische Netzwerkstrukturen erzeugt werden können, die auch organische Gruppen enthalten. Im Rahmen eines vom FWF finanzierten Projektes stellte er eine Reihe solcher Verbindungen (für Aluminiumoxid- und Yttriumoxid-basierte Materialien) erstmals her und untersuchte die Strukturen systematisch. Die Einflüsse der organischen Gruppen auf die Struktur und Reaktivität der Vorstufen zu verstehen ist eine wichtige Voraussetzung für ein vorausschauendes Design neuer Hybrid-Materialien.

Christian Weilach arbeitete an katalytisch aktiven Oberflächen, die im Ultrahochvakuum präpariert werden. Einen Schwerpunkt seiner Forschung bildeten Oberflächenlegierungen (aus Palladium und Zink), die zur Gewinnung von Wasserstoff aus Methanol verwendet werden können. Durch den Einsatz moderner Oberflächenanalytik konnte Dr. Weilach wesentliche Erkenntnisse zur Bildung, zur Stabilität und zu den katalytischen Eigenschaften dieser hochselektiven Legierungen gewinnen. Durch Kombination verschiedener Spektroskopietechniken (etwa Polarisationsmodulierter Infrarotspektroskopie und Röntgen-Photoelektronenspektroskopie) fand er heraus, wie die Mikrostruktur der Oberflächen die chemischen Vorgänge beeinflusst. In Zusammenarbeit mit Chemikern der Universität Innsbruck und des Fritz-Haber-Instituts Berlin konnte gezeigt werden, dass die katalytischen Eigenschaften wesentlich von der Dicke und der geometrischen/elektronischen Struktur der Legierung abhängig sind.