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Dietmar Adam - Professor für Grundbau, Boden- und Felsmechanik

Der erfahrene Geotechniker führt die weltweit anerkannte Pionierarbeit der TU Wien auf dem Gebiet der Bodenmechanik fort.

Dietmar Adam

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Bauten und der Boden, auf dem sie stehen, wirken aufeinander ein. Ein instabiler Boden kann im Extremfall zum Einsturz der darauf errichteten Bauwerke führen. Die vielfältigen mechanischen Eigenschaften von Erdreich zu verstehen und bei der Planung von Bauvorhaben mit einzubeziehen, das ist das Forschungsgebiet von Dietmar Adam, Professor für Grundbau, Boden- und Felsmechanik am Institut für Geotechnik der Technischen Universität Wien. „So wichtig das Wissen über Bodenbeschaffenheit auch ist, wir können nur nadelstichartig Proben aus dem Boden nehmen“, erklärt Adam. „Mit aufwendig geplanten Testverfahren bekommen wir dennoch ein ziemlich genaues Bild von der Beschaffenheit der Böden, auf denen gebaut werden soll“, erklärt er.

Weiche Böden stabil gemacht


Für Adam stehen die Berücksichtigung wirtschaftlicher Interessen, das Bewusstsein für die Umwelt und die Schonung von Ressourcen nicht im Widerspruch. „Mit verbesserten Böden können die Bauwerke weniger massiv geplant werden, das spart Zeit und Geld“, weiß Adam. Ein von ihm entwickeltes Konzept zur Verbesserung weicher Böden wurde beim Bau des EM-Stadions in Klagenfurt angewendet. Das Stadion steht auf einem von Natur aus weichen und daher wenig tragfähigen Boden. Adam verwendete für das innovative Konzept zur Verankerung des Stadions im Erdreich ein Verfahren, mit dem in bestimmten Abständen Säulen aus Kies in den Boden gerüttelt werden, wie er sagt. „Zum einen konnten wir den weichen Boden damit verdichten, andererseits sind die Kiessäulen selbst sehr tragfähig und dienen zudem noch der Entwässerung des Bodens“, schildert Adam das aufwändige Projekt in der Kärntner Hauptstadt.

Intelligente Straßenwalzen

Weitere Beispiele der Arbeit von Adams Team an der TU Wien sind Erdwärme, Tunnelbau, Hochwasserschutzanlagen und Mischverfahren zur Bodenverbesserung, so genannte Hybridgründungen. Eines der Projekte Adams erforscht ein neuartiges Verfahren, Informationen über die mechanischen Eigenschaften des Bodens auch noch in der Bauphase selbst zu gewinnen. Dafür entwickelten er und sein Team ein Messverfahren für Straßenwalzen. Mit jeder Fahrt der Walze über den Boden und den Vibrationen, die der Boden dabei zurücksendet, kann der Walzenfahrer Information darüber gewinnen, wie stark das Erdreich darunter bereits verdichtet ist. „Unser Ziel ist, dem Fahrer Informationen darüber zu geben, wie oft er mit seiner Walze noch über eine Bodenstelle fahren muss, damit sie die gewünschte Festigkeit bekommt“, erklärt Adam.

Heimspiel mit hohen Auszeichnungen

Nachdem er die HTL Mödling absolviert hatte, studierte Adam an der TU Wien Bauingenieurwesen im Studienzweig des Konstruktiven Ingenieurbaus. 1992 schloss er sein Studium als Diplomingenieur ab. Sein weiterer Karriereweg verlief ebenfalls an der TU Wien. So promovierte Adam 1996 unter den Auspizien des Bundespräsidenten, um sich schon im Jahr 2002 in den Bereichen Grundbau und Bodenmechanik zu habilitieren. 1998 gründete er ein eigenes Ziviltechnikerbüro, an dem er ab 2002 in Vollzeit arbeitete. Als Konsulent arbeitete er an entwicklungsorientierten Fragen und bearbeitete an die 600 Projekte auf der ganzen Welt. Adam gewann eine Reihe von Preisen, zuletzt 2008 den Staatspreis für Energieeffizienz. Im März 2009 trat er seine Professur an der TU Wien an.

Neugier nach fremden Kulturen

Privat reist Adam gerne und ist sehr an Geschichte und Geografie interessiert. „Mich reizt es besonders, die Mentalität von Menschen aus anderen Kulturkreisen zu studieren, ich glaube, damit die Welt um mich herum besser verstehen zu lernen“, sagt der TU-Forscher. Bei Ausflügen in die Berge verbindet Adam das Erleben der alpinen Natur mit Sport in Form von Schi fahren oder Bergwandern. „Meine Frau unterrichtet Sport und Geografie, wir haben also beruflich wie privat viele gemeinsame Interessen“, sagt Adam.

Links:
www.igb.tuwien.ac.at
www.geotechnik-adam.at