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Computerhilfe für die Radiologie: TU-Erfolg bei S2B-Award

Der S&B-Award des Rudolf Sallinger Fonds geht an ein Projekt mit TU Wien-Beteiligung. Auch der Sonderpreis geht an ein TU-Projekt, zwei weitere schafften es auf die Shortlist.

Markus Holzer und Georg Langs bei der Preisverleihung

Markus Holzer und Georg Langs bei der Preisverleihung

Markus Holzer und Georg Langs bei der Preisverleihung

Markus Holzer und Georg Langs bei der Preisverleihung

Fast unüberblickbar ist die Bilderflut, die in einem Krankenhaus anfällt, vom Röntgenbild über Magnetresonanz-Daten bis zur Computertomographie. Für das Erstellen radiologischer Diagnosen ist es oft sehr hilfreich, die Bilddaten mit anderen, ähnlichen Bildern zu vergleichen. Um die Suche nach ähnlichen Bildern zu erleichtern, wurde nun der „Radiology Explorer“ entwickelt – eine Software, mit Methoden der künstlichen Intelligenz automatisch Bilddatenbanken durchstöbert.

Die Forschungsarbeit dafür kommt von der Medizinischen Universität Wien und der TU Wien, unterstützt wurde der Radiology Explorer vom Informatics Innovation Center i2c der TU Wien, das die TU Studenten und Wissenschafter bei der Kommerzialisierung Ihrer Ideen tatkräftig unterstützt.  Nun wurde das Projekt, vertreten durch Markus Holzer und Georg Langs, mit dem S&B (Science and Business)-Award des Rudolf Sallinger Fonds ausgezeichnet. Der Sonderpreis des S&B Awards ging an Peter Gruber und Prof. Aleksandr Ovsianikov von der TU Wien für ein Projekt zur ultraschnellen Herstellung von Membranen.

Sekundenschnelle Suche
„Der Radiology Explorer ist eine schnelle und effiziente Suchmaschine, die dreidimensionale Bilddaten und Text durchsuchen kann“, erklärt Markus Holzer Co-Founder des Teams. Auch bisher gab es bereits Suchmaschinen für die Radiologie, sie waren aber bloß textbasiert. Die neue Software erlaubt es, einfach die entscheidende Region auf einem Bild zu markieren, innerhalb von Sekunden wird dieser Bereich dann mit allen anderen Bildern verglichen, die im Krankenhaus gespeichert sind. Die ähnlichsten werden dann zusammen mit relevanten Beschreibungen angezeigt.

In erster Linie ist das System für die tägliche Anwendung in der klinischen Diagnostik gedacht, es ist allerdings auch für die medizinische Forschung sehr nützlich: Mit dem Radiology Explorer können neue Biomarker entdeckt werden und an Universitätskliniken lässt sich damit die Lehre verbessern. Zwei erfolgreiche Testrunden wurden im Rahmen des EU Projektes KHRESMOI unter anderem am Allgemeinen Krankenhaus in Wien bereits abgeschlossen, an der Medizinischen Universität Wien werden wir Anfang nächsten Jahres auch das erste Forschungs- und Lehrsystem installieren.

S&B-Award
Mit dem S&B Award zeichnet die Rudolf Sallinger Stiftung kommerzielle Ideen aus, die auf wissenschaftlichen Leistungen beruhen und sich in einer frühen, aber bereits sehr erfolgversprechenden Phase befinden. Am 23. Mai 2016 wurde das Projekt Radiology Explorer mit dem S&B-Award ausgezeichnet, der mit 20.000 Euro dotiert ist. Unterstützt wurde das Projekt bisher von dem i2c der TU Wien - mit Zugang zu wichtigem Know-How, Verbindungen zu Mentoren, sowie der  AWS JumpStart Förderung durch den TUW  i2nkubator. Radiology Explorer ist außerdem seit Ende letzten Jahres im Inkubator-Progamm INiTS und wird auch dort von Experten unterstützt.

Der Sonderpreis des S&B Awards berechtigt zur Teilnahme an der Entrepreneurship Summer School beim Forum Alpbach – er ging an Das Projekt „High speed fabrication of large scale membranes“. Es geth dabei um 3D-Druck für biologische Anwendungen.

Acht weitere Projekte schafften es auf die Shortlist des S&B-Awards, unter ihnen finden sich zwei weitere  TU-nahe Projekte: Das Softwarepaket „MatCalc Engineering“ löst Probleme aus der Werkstoffwissenschaft, und „SATIDA“ ist ein Projekt, das humanitären Hilfsorganisationen erleichtert, indem mit Hilfe von Handy-Apps und Satellitendaten das Risiko von Dürren und Hungersnöten eingeschätzt wird.