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Auf dem Weg zu einem künstlichen Bewusstsein

Bei der diesjährigen Vienna Gödel Lecture am 24. Mai spricht Turing-Preisträger Manuel Blum über neuronale Netze und das menschliche Bewusstsein.

Turing-Preisträger Manuel Blum

Turing-Preisträger Manuel Blum

Turing-Preisträger Manuel Blum

Turing-Preisträger Manuel Blum

Können wir Maschinen bauen, die Freude und Leid empfinden? Mit welchen technischen Entwicklungen dürfen wir rechnen – und was bleibt Stoff für Science Fiction? Bei der diesjährigen Vienna Gödel Lecture am 24. Mai begibt sich die Fakultät für Informatik auf Spurensuche nach dem künstlichen Bewusstsein. Als Vortragender konnte Manuel Blum von der Carnegie Mellon University gewonnen werden. Er ist überzeugt davon: Wir stehen kurz vor der Erkenntnis, woher unser Bewusstsein kommt.

Computer und Gehirn
Um künstliche Intelligenz weiterentwickeln zu können, richtet Manuel Blum seinen Blick auf das menschliche Gehirn. Erkenntnisse aus den Neurowissenschaften dienen heute immer mehr als Inspirationsquelle für die Arbeit an Computern, Robotern und neuen Algorithmen.

Lernen, Wahrnehmen, Erkennen oder Erinnern – all diese Prozesse sind verknüpft mit unserem Bewusstsein. Dank großer Fortschritte in der Neurowissenschaft verstehen wir mehr und mehr davon, wie unser Gehirn die Umwelt erkennt und verarbeitet. In seinem Vortrag an der Fakultät für Informatik widmet sich Manuel Blum dem sogenannten Global Workspace Model (GWM) des US-Neurowissenschaftlers Bernard Baars. Sein Modell beschreibt das menschliche Bewusstsein als einen „globalen Arbeitsraum“, in dem die neuronalen Netzwerke zusammenarbeiten und gegeneinander antreten, um Probleme zu lösen. Im Gegensatz zu unbewussten Informationen, stehen bewusste Inhalte oder Erfahrungen zur Weiterverarbeitung in anderen kognitiven Systemen unseres Gehirns zur Verfügung.

Wie können Erkenntnisse aus der Gehirnforschung für die Informatik genutzt werden? Wie sieht das Design von Maschinen aus, die Freude und Schmerz tatsächlich erleben anstatt zu simulieren? Und gibt es eine vernünftige Erklärung des freien Willens? Der Gödel-Sprecher Manuel Blum gibt in seinem Vortrag Einblick in die Entdeckungswelt des künstlichen Bewusstseins.

Turing-Award Preisträger zu Gast an der Fakultät für Informatik
Manuel Blum, 1938 in Caracas (Venezuela) geboren, ist Professor für Informatik an der Carnegie Mellon University. Er ist ein Pionier auf dem Gebiet der theoretischen Informatik und der Gewinner des Turing Award 1995, der oft als „Nobelpreis der Informatik“ bezeichnet wird. Blum promovierte bei Marvin Minsky, einem Pionier der Künstlichen Intelligenz, und erhielt 1964 sein Mathematik-Doktorat am MIT. Manuel Blum wird gemeinsam mit seiner Gattin Lenore Blum, eine renommierte Mathematikerin, nach Wien kommen. Die Vorfreude auf den Österreich-Besuch habe auch einen privaten Grund, verrät Manuel Blum im Vorfeld. Wien sei nämlich auch jene Stadt, in der sich seine Eltern einst kennengelernt und auch geheiratet haben.

Lenore Blum (PhD, MIT) ist Informatik-Professorin an der Carnegie Mellon University. Die brillante Mathematikerin ist u. a. auch für ihr erfolgreiches Engagement bekannt, den Anteil an Mädchen und Frauen in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik (MINT) zu erhöhen. Am 23. Mai hält Lenore Blum am innovation incubation center (i²c) der TU Wien einen Vortrag zur Rolle der Forschungsuniversität in der Innovation Economy.


Vienna Gödel Lecture 2018 by Manuel Blum (Carnegie Mellon University, USA)
“Towards a Conscious AI: A Computer Architecture Inspired by Neuroscience”
am 24. Mai 2918, 17:30 Uhr, TU Wien, Gußhausstraße 27-29, EG, Hörsaal EI 7

www.facebook.com/events/1089506341206470
Weitere Informationen zur Vienna Gödel Lecture:
www.informatik.tuwien.ac.at/vienna-goedel-lectures

i²c Distinguished Speaker Talk by Lenore Blum
“The Role of the Research University in the Innovation Economy”
am 23. Mai 2018, 17:30 Uhr, TU Wien, Gußhausstraße 27-29, 6. Stock, Kontaktraum

www.facebook.com/events/144373282926615
Weitere Informationen zum i²c Distinguished Speaker Talk:
www.informatik.tuwien.ac.at/go/w9pd

Foto: Lenore Blum


Rückfragehinweis:
Mag.(FH) Daniela Neubacher, MA
Öffentlichkeitsarbeit, Fakultät für Informatik
TU Wien
Favoritenstraße 9/199-02
1040 Wien
T: +43 1 58801 19568
daniela.neubacher@tuwien.ac.at
http://www.informatik.tuwien.ac.at