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AIDS-Hilfen Österreichs präsentieren Arbeitgeber_innen-Deklaration zur Gleichstellung von Menschen mit HIV

Anlässlich des Welt-AIDS-Tages 2020 tritt die TU Wien gemeinsam mit 72 österreichische Arbeitgeber_innen öffentlich gegen Benachteiligung und Ausgrenzung von Menschen mit HIV auf.

Vizerektorin Anna Steiger unterzeichnet an einem Schreibtisch die Deklaration gegen Diskriminierung im Arbeitsleben

© Aids Hilfe Wien/Klemm

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TUW-Vizerektorin Anna Steiger (r.) unterzeichnet für die TU Wien die Deklaration gegen Diskriminierung im Arbeitsleben.

Gruppenfoto mit Fahnen im Hintergrund

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Manfred Rupp (Projektleiter #positivarbeiten, Leiter der Aids Hilfe Steiermark) bei der Unterzeichnung mit GF Patricia Neumann (IBM), BM Rudolf Anschober & GF Christoph Kränkl (SAP) (v.l.n.r.)

In einer gemeinsamen Deklaration sprechen sich Arbeitgeber_innen gemeinsam mit den AIDS-Hilfen Österreichs gegen Diskriminierung im Arbeitsleben aus. Sie setzen sich für einen respektvollen und selbstverständlichen Umgang mit HIV-positiven Kolleg_innen ein und tragen so maßgeblich dazu bei, ein zeitgemäßes Bild vom Leben mit HIV zu vermitteln.

Dazu erklärt Manfred Rupp, Pojektleiter von ­#positivarbeiten Österreich und Geschäftsführer der AIDS-Hilfe Steiermark: „Ich bin überwältigt, dass die Initiative #positivarbeiten in Österreich diesen großen Anklang findet und wir dadurch gemeinsam einer respektvollen, offenen und diskriminierungsfreien Gesellschaft näherkommen. Das gelang im Zusammenspiel von Wirtschaft, öffentlichen Einrichtungen und Sozialinitiativen. Daher gilt mein Dank allen, die diese Deklaration unterzeichnen, stellvertretend möchte ich IBM und SAP mit ihren General Managern Patricia Neumann und Christoph Kränkl nennen, die das Projekt von Anfang an begleiteten. Besonders freut mich auch die Unterstützung von Sozial- und Gesundheitsminister Rudolf Anschober seitens der Bundesregierung.“

Auch die Technische Universität Wien möchte mit der Unterzeichnung der Deklaration ein deutliches Zeichen als Arbeitgeberin setzen: „Mein Ziel ist Chancengleichheiten für alle TUW-Angehörigen, einen bestmöglichen Rahmen für Studierende und Mitarbeiter_innen und eine Vorbildrolle der TU Wien, die über die Universität hinausgeht“, so Anna Steiger, TU Wien-Vizerektorin Personal und Gender.

Nach dem Launch am Welt-AIDS-Tag sollen fortlaufend möglichst viele weitere Unternehmen und Organisationen für eine Unterzeichnung der Deklaration gewonnen werden.

Kolleg_innen wie alle anderen

Bei rechtzeitiger Diagnose und Behandlung können Menschen mit HIV heute leben und arbeiten wie alle anderen. Sie sind genauso leistungsfähig und können nahezu jeden Beruf ausüben.

„Zu einer AIDS-Erkrankung kommt es nicht, wenn eine HIV-Infektion frühzeitig diagnostiziert und behandelt wird, sie ist dann eine chronische Krankheit. Gegen HIV haben wir hochwirksame Medikamente und mit einer erfolgreichen Therapie stecken HIV-positive Menschen niemanden an, auch nicht beim Sex. Mit den Anforderungen der Arbeitswelt kommen Menschen mit HIV gut zurecht, mit Diskriminierung und Ausgrenzung jedoch nicht“, erklärt OA Dr. Bernhard Haas, MBA Infektionsspezialist der Stmk. Krankenanstaltenges. m. b. H. (KAGes) und Generalsekretär der Österreichischen AIDS Gesellschaft.

Benachteiligung, Ängste und Vorurteile

Viele Menschen mit HIV vermeiden es, im Alltag über ihre HIV-Infektion zu sprechen, um Ausgrenzung oder weitere Fragen zu vermeiden. Diese unfreiwillige Geheimhaltung kann in Folge als große Belastung wahrgenommen werden. Im Rahmen der Initiative erklärten sich Menschen mit HIV bereit, die Initiative zu unterstützen und sprechen offen über die Probleme:

„Diskriminierung findet leider noch viel zu oft statt. Uns ist aufgefallen, dass dies oftmals durch Unwissenheit geschieht. Andreas wurde einmal sogar als Gefahrengut bezeichnet. Das ist er weder für mich als seine Partnerin, noch für unsere Kinder und schon gar nicht für seine Kollegen in der Arbeit.“ (Andreas Krenn und Nadine Birbamer aus Vorarlberg)

„Die Entwicklungen in der medizinischen Behandlung waren in den vergangenen Jahren enorm. Wir können mittlerweile gut mit HIV leben, arbeiten gehen und Sex haben ohne jemanden anzustecken. Aber auf Grund der Ängste, Vorurteile und Unwissenheit unserer Mitmenschen kommt es immer wieder zu Diskriminierung im Alltag, deshalb unterstütze ich das Projekt #positivarbeiten.“ (Wiltrut ­Stefanek, Obfrau von PULSHIV, Wien)

Akzeptanz ist gut für alle

Die Deklaration der Arbeitgeber_innen entstand im vergangenen Jahr auf Initiative der Deutschen Aidshilfe (DAH) und wurde 2020 von den AIDS-Hilfen Österreichs übernommen. Die Liste der Unterzeichnenden wächst stetig und reicht von weltweit tätigen Großunternehmen, über regionale Klein- und Mittelbetriebe bis hin zu bundesweiten Organisationen, dem öffentlichen Bereich, sowie städtischen und lokalen Einrichtungen. Die beteiligten Unternehmen begreifen die Deklaration als Frage individueller Rechte, und als Teil ihrer Diversity-Strategien. Sie wissen: Ausgrenzung und die Angst davor, machen krank und schaden dem Unternehmen. Akzeptanz ist unerlässlich für ein produktives Betriebsklima.

Viele CEOs haben uns auch mit einem persönlichen Statement unterstützt: Hier geht es zu den zeichnenden Unternehmen, den Statements, Pressebildern und vielen weiteren Fakten: www.positiv-arbeiten.at, öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster

Unterstützung durch die Politik

Sozial- und Gesundheitsminister Rudolf Anschober unterstützt #positivarbeiten mit folgenden Worten:

„Gemeinsam mit zahlreichen Arbeitgeber*innen setzen die AIDS-Hilfen Österreichs hier ein wichtiges Zeichen für Respekt und Selbstverständlichkeit gegenüber Menschen mit HIV im Arbeitsleben. Denn die meisten Menschen mit HIV können heute ein normales Leben führen und jeden Beruf ausüben. Gerade deshalb ist auch die Wirtschaft gefragt, diese Deklaration zu unterzeichnen. In meiner Funktion als Minister für Soziales und Gesundheit unterstütze ich daher diese Initiative und setze mich dafür ein, dass Menschen, die heute an dieser Krankheit leiden, respektiert werden und ihnen mit Selbstverständlichkeit im Arbeitsprozess begegnet wird.“

Rückfragen & Kontakt:

#positivarbeiten