Forschungsprojekte der Forschungsgruppe Metallurgische Verarbeitungstechnologie

Laufende Projekte

Robert Kahlenberg, Projektstart 08/2020

Al-Mg-Cu-Legierungen (Serie 2xxx) sind aufgrund ihres hohen Festigkeits-Gewichts-Verhältnisses in Kombination mit einer anständigen Duktilität (Ermüdungsbeständigkeit) gut etablierte Materialien in der Luftfahrtindustrie. Der interessierende Hauptprozess in diesem Projekt ist das Umformen von Rohrteilen durch Rundkneten, wodurch eine hohe Maßhaltigkeit erreicht wird. Viele der heute verwendeten Prozessparameter basieren jedoch hauptsächlich auf Erfahrungswerten, und es bleiben einige Lücken in Bezug auf die detaillierte mikrostrukturelle Entwicklung während der Verarbeitung.

Schematische Darstellung des Runddknetprozesses (Quelle: FELSS Group GmbH).

Abbildung 1: Schematische Darstellung des Rundknetprozesses (Quelle: FELSS Group GmbH).

Daher konzentriert sich das Projekt auf die Untersuchung und Simulation einer 2024 Aluminiumlegierung während der Produktion mit SimpleMSE (MatCalc). Insbesondere der Einfluss der Deformation auf die Ausscheidungskinetik sowie Rekristallisationsphänomene und die daraus resultierenden mechanischen Eigenschaften stehen im Mittelpunkt.

Paul Estermann, Projekt Start: 07/2019

TU Wien / K1-Met / voestalpine Linz / Primetals

Das Problem von Oberflächenrissen, die auf Stahlbrammen entstehen, ist seit der Erfindung des kontinuierlichen Gießens von Stählen vor mehr als 50 Jahren ein Problem. Dieses Problem wird üblicherweise als zweites Duktilitätsminimum oder Zwischentemperaturversprödung bezeichnet. Für diese Versprödung zwischen 700 und 900 °C sind mehrere Mechanismen verantwortlich, darunter Ausscheidungen, Ferritbildung und Segregation. Ziel dieses Projektes ist es, diese Einflüsse sowohl experimentell als auch simulativ zu identifizieren und zu charakterisieren.

Das zweite Duktilitätsminimum und einige seiner Ursachen

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Abbildung 1: Das zweite Duktilitätsminimum und einige seiner Ursachen

Die Versuche werden mit einer thermisch-mechanischen Prüfmaschine von Gleeble sowie einem Dilatometer durchgeführt und die Proben mit Licht- und Elektronenmikroskopen analysiert. Die Simulationen werden das Materialberechnungsprogramm MatCalc sowie JMat Pro verwenden. Durch den Vergleich der Messungen mit den vorhergesagten Werten können wir die Simulationsparameter optimieren und herausfinden, wo und bei welchen Temperaturen der jeweilige Stahl sprödes Verhalten zeigt.

Einer der Mechanismen, der für dieses Projekt von besonderem Interesse sein wird, ist die Segregation. Von den beiden Arten der Seigerung, nämlich Gleichgewichts- und Nichtgleichgewichtsseigerung, ist nur die zweite bei den während des Gießvorgangs vorliegenden erhöhten Temperaturen und relativ kurzen Zeiten relevant. Der Prozess hinter der Nichtgleichgewichtssegregation ist die Anreicherung von gelösten Stoffen an Korngrenzen über einen Fluss von Komplexen aus gelösten Stoffen und Leerstellen. Diese Komplexe bilden sich innerhalb der Körner, da es für diese Defekte energetisch günstig ist, sich für einige gelöste Stoffe zu kombinieren. Sobald das Material abgeschreckt ist, werden überschüssige Leerstellen an den Korngrenzen vernichtet und die Komplexe aus gelösten Stoffen und Leerstellen brechen auf, um diesen Verlust zu kompensieren. Als Folge bildet sich ein komplexer Konzentrationsgradient aus und die mitgebrachten gelösten Atome können sich an Korngrenzen und anderen Leerstellensenken anreichern. Ein ähnlicher Effekt zeigt sich beim Verformen des Materials, da bestimmte Mikrostrukturstrukturen bei der mechanischen Bearbeitung zu Fehlstellen führen können.

Ein Beispiel für Korngrenzenseigerung

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Abbildung 2: Ein Beispiel für Korngrenzenseigerung

Da der Mechanismus auf einem Nichtgleichgewichtseffekt beruht, kann die Korngrenzenkonzentration die maximale Gleichgewichtskonzentration überschreiten. Sobald diese Schwelle erreicht ist, werden die gelösten Atome wieder desegregiert, aber ihre Bewegung wird durch die Geschwindigkeit begrenzt, mit der sie diffundieren können. Folglich steigt die Konzentration stark an und nimmt dann mit der Zeit langsam wieder ab. Dieser Mechanismus kann in manchen Fällen bei kurzen Haltezeiten und bei erhöhten Temperaturen zu einer schnellen Versprödung führen, was für das Duktilitätsverhalten einiger Stähle entscheidend sein kann.

 

[1] Caliskanoglu, O., 2016, Hot ductility investigations of continuously cast steels, Dissertation, TU Wien, Vienna

[2] Li Y.J., Ponge D., Choi P. and Raabe D., 2015, Atomic scale investigation of non-equilibrium segregation of boron in a quenched Mo-free martensitic steel. Ultramicroscopy 159, 240–247. doi:10.1016/j.ultramic.2015.03.009

Yao Shan, Projektstart 01/2017

Mit zunehmender Effizienz der Rechnerressourcen wird die Möglichkeit, komplexe Prozesse in der Materialwissenschaft durch Simulationen zu lösen, immer relevanter.

Entwicklung verschiedener Ausscheidungen unter Berücksichtigung lokaler Vergröberungen

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Abbildung 1: Entwicklung verschiedener Ausscheidungen unter Berücksichtigung lokaler Vergröberungen [1]

Abbildung 1 zeigt ein Beispiel für verschiedene Vergröberungsprozesse, bei denen größere Ausscheidungen zugunsten kleinerer anwachsen. In der Studie wird die lokale Anordnung von Niederschlägen betont, die Aufschluss über Populationsgrößen in bestimmten Gebieten gibt.

Mechanische Spannungsrelaxation zwischen Präzipitat und Loch in der Matrix während des Wachstums

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Abbildung 2: Mechanische Spannungsrelaxation zwischen Präzipitat und Loch in der Matrix während des Wachstums [2]

Das Wachstum von Niederschlägen wird durch chemische Triebkräfte angetrieben, die von der chemischen Zusammensetzung abhängen. Allerdings gibt es mechanische Belastungen, die den Prozess verlangsamen. Abbildung 2 zeigt eine Studie, bei der das Loch für die Ausscheidung in der Matrix durch Kriechen wächst, aber angepasst werden muss, damit die Ausscheidung weiter wächst.

Bake-Hardening-Modellierung in Dualphasenstahl

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Abbildung 3: Bake-Hardening-Modellierung in Dualphasenstahl [3]

Bake-Hardening ist ein Verfahren, das in der Automobilindustrie verwendet wird, um Karosseriebleche während des Lackierprozesses zu härten. Bild 3 zeigt die Festigkeitszunahme durch Kohlenstoffseigerung in Versetzungen und Karbidausscheidung.

Austenit-Kornwachstum beeinflusst durch gelösten Stoffwiderstand

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Abbildung 4: Austenit-Kornwachstum beeinflusst durch gelösten Stoffwiderstand [4,5]

Neben Ausscheidungen ist auch die Korngröße in der Matrix von Bedeutung. Gelöste Stoffe in der Matrix können sich in Korngrenzen absondern und den Prozess des Kornwachstums verlangsamen. Abbildung 4 zeigt das Kornwachstum, das aufgrund des Schleppens von gelösten Stoffen angehalten wurde.

[1] J. Svoboda, Y.V. Shan, G.A. Zickler, E. Kozeschnik, F.D. Fischer, Local approach for coarsening of precipitates, Scripta Materialia 178 (2020) 232-235.
[2] J. Svoboda, Y.V. Shan, E. Kozeschnik, F.D. Fischer, Influence ofmisfit stress relaxation by power-law creep and plasticity on kinetics of coarsening of precipitates, Scripta Materialia 168 (2019) 81-85.
[3] Y.V. Shan, M. Soliman, H. Palkowski, E. Kozeschnik, Modeling of Bake Hardening Kinetics and Carbon Redistribution in Dual‐Phase Steels, Steel Research International (2020) 2000307.
[4] N. Fuchs, P. Krajewski, C. Bernhard, In-situ Observation of Austenite Grain Growth in Plain Carbon Steels by Means of High-temperature Laser Scanning Confocal Microscopy, BHM Berg- und Hüttenmännische Monatshefte 160 (2015) 214-220.
[5] J. Svoboda, F.D. Fischer, E. Gamsjaeger, Influence of solute segregation and drag on properties of migrating interfaces, Acta Materialia 50 (2002) 967-977.

Andreas Niederer

Basierend auf einer Literaturrecherche soll eine MatCalc-Datenbank kalibriert werden, welche das System Al-Mg-Si-Cu-Zn ausreichend genau erfasst. Die Kalibrierung erfolgt über die zugrundeliegenden, Al-reichen (pseudo-)binären, ternären und quaternären Subsysteme.

Ausgehend von dieser Datenbank sollen Phasengleichgewichte und Phasenkinetik einer breiten Palette unterschiedlichster Kompositionen des quinären Systems numerisch beschrieben und jene identifiziert werden, die bestimmten Kriterien genügen, wie bspw. eine Mindestspreizung von Solidus des Systems und Solvus einer Ausscheidungsphase oder ein maximaler Anteil an duktilitätsreduzierenden Phasen im System. Ein weiter führender Schritt kann die Integrierung typischer Begleitelemente wie Eisen oder Mangan in die numerischen Betrachtungen sein um die Umlegung in die Industrie zu vereinfachen.

Simulativ ausgewählte Legierungen sollen im Labormaßstab hergestellt und der kompletten Prozessroute des Strangpressens (Homogenisierung, Warmumformung, Quench und Warmauslagerung) unterworfen werden. Prozessparameter für die Laborroute werden wiederum mit Unterstützung der Software MatCalc ausgewählt. Durch Dilatometerversuche sollen Fließkurven bei Warmumformungstemperaturen ermittelt werden und dadurch die Basis für Umformsimulationen geschaffen werden, mittels derer die entsprechende Legierung näher auf „Strangpressbarkeit“ untersucht werden soll.

Ziel dieser Arbeit ist es,

(1) das Festigkeitsspektrum von Al-Mg-Si-Legierungen weiter in Richtung der 2xxx bzw. 7xxx Systeme zu erweitern und gleichzeitig ausreichend Umformbarkeit zu behalten,

(2) Kompositionen/Kompositionsgrenzen für neue Werkstoffe mit legierungsgruppenüberschreitenden Eigenschaften zu finden,

(3) Möglichkeiten für die Wiederverwendung von Post-Consumer-Schrotten als Knetwerkstoffe aufzuzeigen und damit dem heutzutage üblichen Downgrading von Aluminiumschrotten Alternativen aufzuzeigen – Stichwort „wie viel Gehalt an Element XY verträgt eine EN AW-6082, ohne dass ihre typischen Eigenschaften verloren gehen?“

Phasendiagramm von Al-Mg-Legierungen

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Bild 1: Phasendiagramm von Al-Mg-Legierungen mit 1wt%Si, 4wt.-%Cu und 8wt.-%Zn Ausscheidungsphasen unterschiedlicher Legierungssysteme [2xxx (THETA_AL2CU, S-PHASE) /6xxx (MG2SI_B) /7xxx (MGALCUZN_T, LC14_ZN2MG)] stehen im Gleichgewicht

Effekt von unterschiedlichen Gehalten an Kupfer auf die Ausdehnung des FCC_A1 Einphasengebiets in Al-Mg Legierungen

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Bild 2: Effekt von unterschiedlichen Gehalten an Kupfer auf die Ausdehnung des FCC_A1 Einphasengebiets in Al-Mg Legierungen Löslichkeit von Magnesium in Aluminium sinkt mit steigendem Gehalt an Kupfer Soliduslinie sinkt zu tieferen Temperaturen mit steigendem Gehalt an Kupfer

 

Abguss einer AlMgSiCuZn Versuchslegierung in einer Kupferkokille Gussformat ist optimiert für die Umformung auf der Versuchs-Strangpresse

© Andreas Niederer

Bild 3: Abguss einer AlMgSiCuZn Versuchslegierung in einer Kupferkokille Gussformat ist optimiert für die Umformung auf der Versuchs-Strangpresse

Abgeschlossene Projekte

Bernhard Viernstein, Start 01/2018

Für die Konstruktion von Automobilkomponenten sind recht aufwendige Temperatur- und Verformungsschritte notwendig. Um das Verhalten des Materials zu verstehen, wird neben experimentellen Techniken wie mechanischen Tests oder mikroskopischen Charakterisierungen mikrostrukturelle Simulationen verwendet. Ziel dieser Arbeit ist die Entwicklung eines physikalisch basierten Modells, das in der Lage ist, Eigenspannungsantworten komplexer Bauteile in beliebigen Materialzuständen zu berechnen. Daher müssen Verfestigungsmechanismen wie Mischkristallverfestigung, Ausscheidungsverfestigung und Kaltverfestigung einbezogen werden. Zur Kalibrierung des Modells werden Kompressionstests bei unterschiedlichen Temperaturen verwendet. Abbildung 1 zeigt beispielhaft Simulationen von Fließkurven bei verschiedenen Temperaturen.

Abbildung 1: Fließkurvensimulationen bei verschiedenen Temperaturen (links)

Fließkurvensimulationen bei verschiedenen Temperaturen und Simulation von Mises-Spannungen nach einem Abschreckprozess

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Abbildung 2: Simulation von Mises-Spannungen nach einem Abschreckprozess (rechts)

Eine neue Abaqus User Hardening (UHARD)-Unterroutine wird entwickelt und verwendet, um die Mises-Spannungen der Komponente für jeden Materialzustand zu berechnen. Daher sind die Temperatur, die Dehnung und die Dehnungsrate die erforderlichen Eingabeparameter. Abbildung 2 zeigt simulierte Mises-Spannungen nach einem Abschreckprozess. Die Simulationen werden an vier ausgewählten Integrationspunkten experimentell verifiziert.

Georg Siroky, Projektstart 01/2018

Mikroelektronische Baugruppen bestehen aus Lötverbindungen, um Unterbaugruppen zu verbinden und elektrische und mechanische Konnektivität bereitzustellen. Schadensresistente Lotmaterialien werden benötigt, um den fortschreitenden Miniaturisierungsbemühungen gerecht zu werden [1]. Das Ausheilen von Lotlegierungen ist ein innovativer Ansatz, um ihre Widerstandsfähigkeit gegen Beschädigungen zu erhöhen. Mehrere Materialtransportmechanismen wurden in Bezug auf die Heilung in Metallen untersucht, wie z. B. Ausfällung [2], elektrochemische [2] oder flüssigkeitsunterstützte Heilung [3,4]. Die flüssigkeitsunterstützte Heilung wird thermisch aktiviert, indem das Material über seine Solidustemperatur erhitzt wird, wo es in einer halbfesten Konfiguration gehalten wird, um den Transport von viskosem Material zu fördern.

Dieses Projekt zielt darauf ab, die Zusammensetzungsabhängigkeit der flüssigkeitsunterstützten Ausheilung in Sn-Bi-Legierungen durch numerische Simulation und Experimente zu untersuchen.

Experimente

Strömungsexperimente veranschaulichen die mikrostrukturelle Abhängigkeit des Stofftransports und liefern Input für kontinuumsmechanische Modelle. Zur Bewertung des Fließverhaltens im halbfesten Zustand werden verschiedene Ansätze getestet, wie z. B. das In-situ-Erhitzen von Mikroeindrücken oder das Füllen zylindrischer Defekte. Diese Experimente liefern ein Maß für die mikrostrukturelle Mobilität und Heilungseffizienz.

Viskoser Fluss in einer kugelförmigen Vertiefung während der flüssigkeitsunterstützten Einheilung

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Abbildung 1: Viskoser Fluss in einer kugelförmigen Vertiefung während der flüssigkeitsunterstützten Einheilung

Die Wiedererlangung der Festigkeit wird durch ein Zugschadensheilungsexperiment bewertet. Ein anfänglicher Belastungszyklus induziert durch zyklische Verformung mechanische Defekte wie Lunker oder Risse. Die Zugprobe wird in einer Ex-situ-Wärmebehandlung geheilt, bei der Temperatur und Zeit variiert werden. In einem Nachheilbelastungszyklus wird die Wiedererlangung der elastischen Steifigkeit und Endfestigkeit bestimmt, die die Ausheileffizienz der Lotlegierung quantifiziert.

Versuch zur Heilung von Zugschäden zur Beurteilung der Wiedererlangung elastischer Steifheit und Festigkeit

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Abbildung 2: Experiment zur Heilung von Zugschäden zur Beurteilung der Wiedererlangung der elastischen Steifheit und Festigkeit

Simulation

Theoretische Modelle werden entwickelt, um die Heilung und ihren Zusammenhang mit Materialeigenschaften (Oberflächenspannung, Viskosität) und äußeren Belastungen zu formulieren [5]. Das mikromechanische Modell liefert eine detaillierte Beschreibung der Heilung auf Materialebene, erfordert jedoch einen höheren Rechenaufwand. Daher wird ein vereinfachtes Modell mit weniger Parametern entwickelt, um die wesentlichen Heilungseigenschaften zu erfassen, was Simulationen von heilenden Loten in einer mikroelektronischen Baugruppe ermöglicht [6]. Das Montagedesign spielt eine wesentliche Rolle im flüssigkeitsunterstützten Einheilkonzept, da thermoelastische Verformungen der Substrate die Ausheileffizienz im Lot verhindern oder verstärken können. Der Spannungszustand in der Lötstelle während der Heilung spielt eine entscheidende Rolle für die Heilungsentwicklung und ist ein Ergebnis der Reaktion der Baugruppe auf Temperaturänderungen.

Finite-Elemente-Modell einer Lotanordnung, bei der Temperaturschwankungen Druck- und Zugspannungszustände induzieren

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Abbildung 3: Finite-Elemente-Modell einer Lotanordnung, bei der Temperaturänderungen Druck- und Zugspannungszustände induzieren [7].

[1]            S. Cheng, C. Huang, M. Pecht, Microelectronics Reliability Review paper A review of lead-free solders for electronics applications, Microelectron. Reliab. 75 (2017) 77–95. doi:10.1016/j.microrel.2017.06.016.

[2]            S. Zhang, N. van Dijk, S. van der Zwaag, A Review of Self-healing Metals: Fundamentals, Design Principles and Performance, Acta Metall. Sin. (English Lett. (2020). doi:10.1007/s40195-020-01102-3.

[3]            C.R. Fisher, H.B. Henderson, M.S. Kesler, P. Zhu, G.E. Bean, M.C. Wright, J.A. Newman, L.C. Brinson, O. Figueroa, M. V Manuel, Repairing large cracks and reversing fatigue damage in structural metals, Appl. Mater. Today. 13 (2018) 64–68. doi:10.1016/j.apmt.2018.07.003.

[4]            S. Danzi, V. Schnabel, J. Gabl, A. Sologubenko, H. Galinski, R. Spolenak, Rapid On-Chip Healing of Metal Thin Films, Adv. Mater. Technol. 1800468 (2019) 1–6. doi:10.1002/admt.201800468.

[5]            G. Siroky, E. Kraker, D. Kieslinger, E. Kozeschnik, W. Ecker, Micromechanics-based damage model for liquid-assisted healing, Int. J. Damage Mech. 0 (2020) 1–22. doi:10.1177/1056789520948561.

[6]            G. Siroky, D. Melinc, J. Magnien, E. Kozeschnik, D. Kieslinger, E. Kraker, W. Ecker, Healing solders: A numerical investigation of damage-healing experimentse, in: 2020 21st Int. Conf. Therm. Mech. Multi-Physics Simul. Exp. Microelectron. Microsystems, 2020: pp. 1–7.

[7]              G. Siroky, E. Kraker, J. Magnien, E. Kozeschnik, D. Kieslinger, W. Ecker, Numerical study on local effects of composition and geometry in self-healing solders, 20th Int. Conf. Therm. Mech. Multi-Physics Simul. Exp. Microelectron. Microsystems. (2019). doi:10.1109/EuroSimE.2019.8724583.

Alice Redermeier, Projektstart: 04/2017

TU Wien / MCL / AMAG 

Die Al 6xxx-Legierungen sind eine wichtige Gruppe aushärtbarer Werkstoffe, die in einem breiten Anwendungsfeld, wie Automobil-, Marine- und Baubereichen, eingesetzt werden. Die Hauptlegierungselemente in der 6xxx-Reihe sind Magnesium und Silizium.

Im ternären Al-Mg-Si-System ist die Ausscheidungsfolge zum stabilen Mg2Si (b) allgemein akzeptiert

ternäres Al-Mg-Si-System

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Der Ausscheidungspfad in der kommerziellen 6xxx-Serie wird noch komplizierter und wird von vielen Faktoren beeinflusst, wie z. B. der Wärmebehandlung (Abbildung 1) und der chemischen Zusammensetzung.

Atomprobenanalysediagramm

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Abbildung 1: Atomsondenanalyse für (a) langfristige natürliche Alterung, (b) 3,6-ks- und (c) 28,8-ks-Alterung gemäß Wärmebehandlungsverfahren B2 bzw. (d) 28,8-ks-Alterung gemäß Wärmebehandlungsverfahren A bei 170 °C [1].

In diesem Projekt konzentrieren wir uns auf die Clusterbildung und -entwicklung in der Al-6xxx-Reihe. Durch die Kombination experimenteller und atomistischer Simulationsmethoden werden wir ein grundlegendes Verständnis der frühen Stadien der Clusterbildung in 6xxx-Serien erhalten. Darüber hinaus werden diese Erkenntnisse als Input für die thermokinetische Modellierungssoftware MatCalc dienen, um den gesamten Produktionsprozess in der Al-6xxx-Serie zu simulieren.

[1]  S. Pogatscher, H. Antrekowitsch, H. Leitner, T. Ebner, P.J. Uggowitzer, Acta Mater. 59 (2011) 3352–3363. DOI: 10.1016/j.actamat.2011.02.010

Philipp Retzl, Projektstart: 01.01.2017

Der TRIP-Effekt

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TRIP-Stähle weisen die höchste Kombination aus Festigkeit und Umformbarkeit auf, die aus der dehnungsinduzierten Umwandlung von Restaustenit in Martensit resultiert, die als TRIP-Effekt bezeichnet wird.1

 

Abbildung 1: Der TRIP-Effekt

Schema einer ESP-Anlage

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Abbildung 2: Schema einer ESP-Anlage

In diesem Projekt werden bestehende experimentelle Methoden zum Finden geeigneter Stahlzusammensetzungen und thermomechanischer Behandlungen, die auf einer ESP-Anlage anwendbar sind, durchgeführt. Um unser Verständnis wichtiger mikrostruktureller Mechanismen zu verbessern, die die Eigenschaften des Endprodukts bestimmen, werden theoretische Modelle entwickelt. Diese Modelle sind in der Lage, wichtige Merkmale der komplexen Mikrostrukturen zu beschreiben, die in TRIP-Stählen auftreten. Abbildung 3 zeigt eine SEM (Rasterelektronenmikroskopie)-Aufnahme einer typischen TRIP-Mikrostruktur bestehend aus Ferrit, Bainit, Austenit und/oder Martensit.

David Melinc, 03/2018 - 02/2021 

Ziel dieses Projektes ist es, die Selbstheilungseigenschaften eines bleifreien Lotes bei typischen Anwendungstemperaturen zu untersuchen. Die unterschiedliche Umgebung in mikroelektronischen Bauelementen mit unterschiedlichen Temperaturen sollte hierbei den Auslöser und die treibende Kraft für die flüssigkeitsunterstützte Heilung darstellen. Eine verlängerte Lebensdauer von Lötverbindungen in realen Strukturen wird angestrebt, indem von der mechanischen und thermischen Belastungsumgebung profitiert wird.

Ein Riss in der Probe breitet sich hauptsächlich in der Bi-reichen RHOMBO_A7-Phase aus

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Abbildung 1: Ein Riss in der Probe breitet sich hauptsächlich in der Bi-reichen RHOMBO_A7-Phase aus

Im Rahmen dieses Projekts werden die Einflüsse der thermischen Behandlung und Zusammensetzung auf die Mikrostrukturentwicklung und mechanische Eigenschaften, wie E-Modul, gleichmäßige Dehnung und UTS, bewertet. Durch mechanische Ermüdung beschädigte hundeknochenförmige Bulk-, Überlappungsscher-Lötproben und die Wiedererlangung der mechanischen Beständigkeit gegen gleichmäßige Zugspannung der letzteren, verursacht durch Unterschiede in der Heilungstemperatur, werden bewertet.

Zugversuch an Proben im Gusszustand und unter zyklischer Belastung

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Abbildung 2: Zugversuch von „wie gegossen“ und „zyklisch belasteten“ Proben im Vergleich zu unterschiedlichen Ausheilzuständen (120°C, 130°C und 140°C)