Richtlinien in Horizon 2020

Seit dem Arbeitsprogramm 2017 nehmen alle thematischen Bereiche von Horizon 2020 standardmäßig am „Open Research Data Pilot“ teil. Zu den Kriterien gehören die Auflagen, dass die Daten den FAIR-Prinzipien folgen und als Open Data veröffentlicht werden müssen, wenn sie einer Projektpublikation zu Grunde liegen.

Das Pilotprojekt folgt dem Prinzip 'so offen wie möglich, so geschlossen, wie nötig'.

Es besteht jederzeit die Möglichkeit, unter Angabe von bestimmten Gründen am Pilotprojekt nicht teilzunehmen (Opt-out). Generell ausgenommen von der automatischen Teilnahme am Open Research Data Pilot sind die folgenden Instrumente:

  • Co-Fund
  • Preise
  • ERC proof of concept
  • ERA-NET-Cofund (wenn keine Forschungsdaten entstehen)
  • KMU-Instrument/Phase 1  

Ob das von Ihnen eingereichte Projekt (Proposal) am Open Research Data Pilot teilnimmt oder ob Sie sich von Anfang an für ein Opt-out entscheiden, hat keinen Einfluss auf die Bewertung des eingereichten Projekts. Da die Teilnahme am Open Research Data Pilot kein Bewertungskriterium ist, wird nicht erwartet, dass das Proposal einen Datenmanagementplan enthält. Gutes Forschungsdatenmanagement hat aber Einfluss auf die Qualität von Forschungsprojekten. Daher wird empfohlen, bei der Einreichung folgenden Punkte zu berücksichtigen und im Antrag kurz zu beschreiben:

  •  Richtlinien und Normen
  •  Verwertung der Daten und Zugänglichkeit   
  •  Datenpflege und Datensicherung 
  •  Ressourcen- und Budgetplanung für die Datenverwaltung 

Für ein Opt-out aus dem Open Research Data Pilot gibt es folgende Möglichkeiten:

  1. teilweises Opt-out für einzelne Datensätze durch Angabe der jeweiligen Opt-out-Gründe im Datenmanagementplan (die übrigen oben beschriebenen Verpflichtungen bleiben aufrecht)
  2. vollständiges Opt-out bereits im Antrag (hat keinen Einfluss auf die Evaluierung)
  3. vollständiges Opt-out während der Vertragsvorbereitung
  4. vollständiges Opt-out während der Projektimplementierung (über eine Vertragsänderung)

 

Bei einem vollständigen Opt-out ist Art. 29.3 des Grant Agreement für das gesamte Projekt nicht anwendbar. Daher besteht weder eine Verpflichtung zur Erstellung eines Datenmanagementplans noch zur Veröffentlichung von Forschungsdaten.

 

Folgende Opt-out-Gründe sind möglich:

  • Unvereinbarkeit mit dem Schutz der Ergebnisse
  • Geheimhaltung/Sicherheitsgründe
  • Datenschutzgründe
  • Unvereinbarkeit mit dem Hauptziel des Projekts
  • im Projekt werden keine Daten erzeugt/gesammelt
  • sonstige legitime Gründe

Gemäß Artikel 29.3 des Grant Agreement gelten folgende Regeln:

  • Daten, die einer Projektpublikation zu Grunde liegen, müssen nach den Prinzipien des Open Access veröffentlicht werden.
  • Die Veröffentlichung weiterer Forschungsdaten erfolgt auf freiwilliger Basis.
  • In jedem Projekt muss ein Datenmanagementplan erstellt werden, in dem alle entstandenen Forschungsdaten erfasst werden und der Umgang mit ihnen beschrieben wird.
  • Dritte müssen so weit wie möglich zur weiteren Nutzung der Daten (automatisierte Auswertung, Verwertung, Vervielfältigung und Verbreitung) berechtigt werden.
  • Informationen über die für die Nutzung der Daten nötigen Instrumente (z.B. Software), bzw. so weit möglich die Instrumente selbst, sind zur Verfügung zu stellen.
  • Alle übrigen Verpflichtungen des Grant Agreement (Datenschutz, Geheimhaltung etc.) sind selbstverständlich auch dann gültig, wenn ein Projekt am Open Research Data Pilot teilnimmt.

Für ein Projekt, das am Open Research Data Pilot teilnimmt, muss innerhalb der ersten sechs Monate nach Projektbeginn eine Erstfassung des Datenmanagementplans (DMP) vorliegen. Anschließend muss der DMP laufend, aber spätestens vor jedem Review des Projekts aktualisiert werden.

Die Kosten für das Datenmanagement sind förderfähig. Bitte beachten Sie die jeweiligen Voraussetzungen des Fördergebers für die Förderfähigkeit von Kosten.

Quelle: in Anlehnung an https://www.ffg.at/europa/recht-finanzen/h2020-open_data, aufgerufen am 7.11.2018