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ERC-Grant für Katharina Schröder

Katharina Schröder entwickelt nachhaltige Syntheseverfahren zur Herstellung wertvoller Produkte aus überschüssigem Kohlendioxid. Dafür wurde sie nun mit einem hochdotierten ERC Consolidator Grant ausgezeichnet.

Katharina Schröder im Labor

Katharina Schröder

Kohlenmonoxid ist gefährlich, ganz besonders wenn es in großen Mengen gelagert oder transportiert werden soll. Trotzdem kann die chemische Industrie heute nicht auf Kohlenmonoxid verzichten, es wird als Ausgangsstoff zur Herstellung vieler wichtiger Grundchemikalien verwendet. Prof. Katharina Schröder vom Institut für Angewandte Synthesechemie der TU Wien möchte das ändern. Sie arbeitet an neuen Synthesemethoden, bei denen statt des giftigen Kohlenmonoxids reichlich vorhandenes Kohlendioxid verwendet wird. Auch für das Klima ist das besser: Anstatt es direkt in die Atmosphäre zu entlassen, kann man Kohlendioxid bei Verbrennungen abscheiden und dann zu hochwertigen Produkten weiterverarbeiten, um einen Beitrag zur Reduktion der CO2-Emissionen zu leisten.

Nun wurde Katharina Schröder vom European Research Council (ERC) mit einem ERC Consolidator Grant ausgezeichnet, einer der höchstdotierten und prestigeträchtigsten Forschungsförderungen Europas. Mit dem Fördergeld wird Katharina Schröder nun bessere Katalysatoren entwickeln und chemische Prozesstechniken optimieren, um Syntheseverfahren zur Nutzung von CO2 zu ermöglichen. Die organische Synthesechemie soll auf diese Weise nachhaltiger und umweltfreundlicher werden.

Verwertung von CO2

„Das Problem bei der Verarbeitung von CO2 ist, dass es sich dabei um ein sehr unreaktives Gas handelt“, erklärt Katharina Schröder. „Man muss viel Energie aufwenden, damit die CO2-Moleküle mit anderen Substanzen reagieren und in wertvolle Produkte umgewandelt werden können.“ Verschiedene Katalysatoren können solche Prozesse erleichtern. An der TU Wien wird auch mit Photokatalysatoren gearbeitet, das sind Katalysatoren, die ihre Wirkung erst dann entfalten, wenn sie durch Licht aktiviert werden. Die Energie des Lichts kann auf diese Weise direkt für die chemische Reaktion genutzt werden.

Außerdem ist es wichtig, für verschiedene chemische Reaktionen die passenden Lösungsmittel auszuwählen, um die Synthese auf möglichst umweltfreundliche Weise unter milden Bedingungen ablaufen zu lassen. Auch das Design der Apparaturen und chemischen Reaktoren spielt dabei für eine kontinuierliche Produktion eine wichtige Rolle.

„In all diesen Bereichen wollen wir Verbesserungen erzielen, um aus CO2 ganz unterschiedliche Produkte herzustellen“, sagt Katharina Schröder. „Es gibt bereits einige Forschungsgruppen, die sich mit der Umwandlung von CO2 in Energieträger beschäftigen, also mit der Herstellung umweltschonender Treibstoffe. Wir wollen noch einen Schritt weiter gehen und Syntheseverfahren für höherwertige Endprodukte entwickeln, wie man sie in ganz unterschiedlichen Bereichen der Industrie benötigt.“ Das Spektrum an Anwendungsmöglichkeiten reicht von der Pharmaindustrie über Agrochemie bis hin zu Tensiden für die Waschmittelproduktion.

Katharina Schröder

Katharina Schröder studierte an der TU Wien, wo sie 2006 auch promovierte. Danach forschte sie am Queen’s University Ionic Liquid Laboratory (QUILL) in Belfast (UK). 2009 wechselte sie an das Centre for Catalysis and Sustainable Chemistry an der Technischen Universität Dänemark.

2010 kehrte sie an die TU Wien zurück, wo wie seither ihre eigene Forschungsgruppe aufgebaut hat und an grüner, nachhaltiger Chemie forscht. 2015 folgte ihre Habilitation, derzeit hält sie eine Laufbahnstelle. Katharina Schröder wurde bereits mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter der „Prize of the Industrial Advisory Board“ beim QUILL Meeting 2009, ein dritter Platz beim INITS-Award 2012 und der Best Teaching Award der TU Wien 2017.

Kontakt

Prof. Katharina Schröder
Institut für Angewandte Synthesechemie
Technische Universität Wien
Getreidemarkt 9, 1060 Wien
T +43-1-58801-163601
katharina.schroeder@tuwien.ac.at