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Solar-Roboter trotzt tiefen Temperaturen

Roboter der Technischen Universität (TU) Wien ist für die geplante All-Mission 2005, bei der Sonnenenergie gewonnen werden soll, bestens gerüstet.

Wien (TU). - Um Solarenergie im Weltraum zu gewinnen, werden in naher Zukunft mit Solarzellen ausgerüstete Mini-Roboter auf einem Netz "krabbeln". Die Roboter werden sich automatisch nach der Sonne ausrichten, um die höchstmögliche Energie-Effizienz zu erreichen. Die Anforderungen, die an die energiegewinnenden Roboter gestellt werden, sind hoch: leicht und relativ klein müssen sie sein und die Erschütterungen ertragen, denen sie beim Transport ins All ausgesetzt sind. Und da ist dann noch die Sache mit der Temperatur. Im All herrschen arktische Temperaturen, die der Elektronik stark zusetzen können. Wer sich beim Roboterfußball so gut schlägt, wird auch diese Herausforderung meistern, war Prof. Peter Kopacek von der TU Wien überzeugt und hat den Mini Roboter "Roby Space" entwickelt. Die erste Hürde - Größen- und Gewichtsminimierung - hat "Roby Space" bereits elegant genommen. Den zweiten Härtetest, nämlich tiefen Temperaturen standzuhalten, hat er soeben im Klima-Wind-Kanal Wien bestanden.

Bei arktischen Temperaturen testet Rail Tec Arsenal gerade im Klimakanal - mit den gigantischen Ausmaßen 100x5x6 Meter - einen Regionalzug für Finnland. "Eine gute Gelegenheit, 'Roby Space' bei Weltraumtemperaturen einem ersten Test zu unterziehen", meint Peter Kopacek als Chef des "Roby Space"-Forscherteams der TU Wien. Der erste Prototyp des entwickelten All-Roboters wurde bei -40 Grad Celsius einem Dauertest unterzogen. "Roby Space" krabbelte mehr als 10 Minuten, mit einem Eispanzer bedeckt, hurtig über das Netz. "Jetzt müssen wir nur noch die Schwerelosigkeit in den Griff bekommen", stellte Kopacek zufrieden fest.

Als Vorteil "seines" Mini-Roboters sieht Peter Kopacek, dass er auf bewährte Fußballroboter zurückgreifen kann und diese „nur noch“ so modifizieren muss, dass sie sich problemlos auf dem Netz bewegen können. Mit den technischen Überlegungen musste daher nicht bei Null begonnen werden.

Insgesamt sollen für die All-Mission in einem Pilotversuch vier Roboter - zwei aus Japan, einer aus den USA und einer aus Österreich - zu einem ersten Höhenflug auf 220km starten und ungefähr drei Minuten auf einem von fünf Satelliten aufgespannten Netz (40x40 Meter) um die Wette "krabbeln". Das Wett-"Krabbeln" um die Sonnenenergie wird voraussichtlich 2005 beginnen.

www.tuwien.ac.at/forschung/nachrichten/a-robyspace.html, öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster