TU-Chemiker erhält Loschmidt-Preis

Am 16. Jänner 2007 vergibt die Chemisch-physikalische Gesellschaft (CPG) den mit 1.500 Euro dotierten Loschmidt-Preis 2006. Die Auszeichnung geht an den Chemiker Martin Zehl, der sich im Rahmen seiner Dissertation an der Technischen Universität (TU) Wien und der Universität Wien mit der Strukturcharakterisierung und Molekulargewichtsbestimmung von geringsten Proteinmengen beschäftigte.

Preisträger Martin Zehl

Preisträger Martin Zehl

Wien (TU). - Martin Zehl untersuchte Proteinkomplexe (z.B. Hämoglobine aus dem menschlichen Blut) mit Hilfe eines gepulsten UV-Lasers im Hochvakuum und brachte sie unzerstört aus der festen Phase in die Gasphase. Anschließend konnten die einfach geladenen Ionen im massenspektrometrischen Analysator gemäß ihrer unterschiedlichen Flugzeiten aufgetrennt und gemessen werden. Insbesondere die exakten Flugzeiten (von Nanosekunden bis Mikrosekunden) sind ausschlaggebend für die Bestimmung des Molekulargewichts der Proteine.

Die Forschungsergebnisse haben speziell für die Proteomforschung und Biotechnologie eine große Bedeutung, da damit die Zusammensetzung von Proteinkomplexen (u.a. auch Aminosäure- und Glykansequenzen) geklärt werden kann. Funktion und Zusammenspiel von Proteinen spielen auch bei biotechnologisch hergestellten therapeutischen Proteinen eine Rolle. 

Den Loschmidt-Preis 2006 überreicht Professor Wolfgang Linert, der Präsident der Chemisch-Physikalischen-Gesellschaft. Honoriert werden junge Physik- und Chemie-Studierende (Höchstalter 35 Jahre), deren Dissertation als herausragende Leistung beurteilt wurde.

Martin Zehl studierte an der Universität Wien von 1996 bis 2001 Chemie. Im Jahr 2002 begann er unter Anleitung von TU-Professor Günter Allmaier seine Doktorarbeit, die sowohl an der Universität Wien als auch an der TU Wien erfolgte. Anschließend arbeitete Zehl als Projektassistent in der Forschungsgruppe Bio- und Polymeranalytik am Institut für Chemische Technologien und Analytik der TU Wien. Im August 2006 wechselte der Preisträger als Marie Curie Post Doc an die University of Southern Denmark, Odense. Dort arbeitet er in einem der weltweit führenden Labors auf dem Gebiet der Massenspektrometrie von Biopolymeren und Proteinchemie.

Die Preisverleihung findet am 16. Jänner 2007 im großen Hörsaal des Instituts für Experimentalphysik der Universität Wien (1090 Wien, Strudlhofgasse 4/Boltzmanngasse 5, 1. Stock) um 17.30 Uhr statt. Im Rahmen der Feier werden die Preisträger über ihre Forschungsarbeit referieren.

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Rückfragehinweis:

Mag. Daniela Ausserhuber
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