Energie und Umwelt - News

Wissenschaft erleben bei der Langen Nacht der Forschung

Die Lange Nacht der Forschung am 20. Mai lockte zahlreiche Besucher_innen ins Science Center der TU Wien. Eine Führung sowie diverse Experimente sorgten für großen Spaß.

Zwei Frauen im Server-Gang des VSC4, die Fotos aufnehmen.

© TU Wien │ Matthias Heisler

Wissenschaft muss nicht abstrakt sein, und Technik keine undurchdringbare Black-Box. Dass Naturwissenschaft und Technik uns in vielen Lebensbereichen begegnen, zeigte ein Besuch bei der Langen Nacht der Forschung. Am Campus Science Center der TU Wien konnten sich die Besucher_innen sowohl an Ständen über aktuelle Forschungsprojekte informieren und selbst Experimente durchführen als auch im Rahmen einer Führung einen Blick in die Großlabore der TU Wien werfen. Beide Teile – Ausstellung und Führung – standen unter dem Motto „Nachhaltigkeit, Klimaschutz und darüber hinaus“.

Gemäß dem Motto veranschaulichte die Materialchemie den Besucher_innen, wie Sonnenenergie in grünen Wasserstoff umgewandelt und als Treibstoff verwendet werden kann. Die Forschung der TU Wien trifft somit den Zahn der Zeit und trägt zur Erreichung der SDGs (Ziele für nachhaltige Entwicklung) bei – Schritt für Schritt und mithilfe von Technik. Zu diesen gehört auch die Reinhaltung von Wasser. Einerseits zeigten die Forschenden, wie der Boden zur Reinhaltung des Trinkwassers beiträgt, andererseits präsentierte die Verfahrenstechnik DNA-Schnelltests, mit deren Hilfe sich die Wasserqualität überprüfen lässt. Auch wie sich Städte und Gemeinden nachhaltig gestalten lassen, zeigten Bauingenieurwesen, Architektur und Raumplanung an interaktiven Beispielen.

Darüber hinaus begeisterten Forschungsprojekte aus den verschiedensten Bereichen die Besucher_innen: Am Beispiel von Erdbeersaft erklärten die Verfahrenstechniker_innen beispielsweise, wie Säfte ihre Farbe verlieren und wie man den Prozess verlangsamen kann. Aber auch abstraktere Themen wurden durch Virtual Reality-Anwendungen greifbar gemacht: Das Institut für Mikroelektronik erlaubt den Besucher_innen, einen Blick auf molekulare Strukturen zu werfen, die einem mit bloßem Auge verborgen bleiben. Was selbstverständlich auch nicht fehlen durfte, war ein Var der Graaf Generator, nach dessen Kontakt einem die Haare zu Berge stehen.

Wissenschaftler steht vor Posterwand und erklärt mehreren Besucher_innen seine Forschung.

© TU Wien │ Matthias Heisler

Drei Wissenschaftler zeigen einem Besucher, wie eine Kugel in einem Rohr abgebremst wird.

© TU Wien │ Matthias Heisler

Auf dem Boden liegt ein riesiger Stadtplan-Teppich. Wissenschaftlerin und Besucher_innen stehen darauf.

© TU Wien │ Matthias Heisler

Ein Wissenschaftler gibt Farbe in den Wasserkanal, um die Verwirbelung sichtbar zu machen.

© TU Wien │ Matthias Heisler

Mehrere Besucher_innen in einer weitläufigen Halle.

© TU Wien │ Matthias Heisler

Zwei Wissenschaftler und zwei Besucher_innen betrachten Exponate und unterhalten sich.

© TU Wien │ Matthias Heisler

Kind mit VR-Headset, im Hintergrund ein großer Bildschirm.

© TU Wien │ Matthias Heisler

Die Besucher_innengruppe steht vor dem Freiluftprüfstand, an dem nachhaltige Baumaterialien getestet werden.

© TU Wien │ Matthias Heisler

Die einstündige Führung durch die Großlabore am Campus Science Center begann mit einer Besichtigung und Begehung des schnellsten Computers Österreichs, dem VSC-4. Auch auf den VSC-5, das Nachfolgemodell des VSC-4, der sich gerade im Aufbau befindet, konnten die Teilnehmenden bereits einen Blick werfen. Die Wissenschaftler_innen erklärten anschaulich, was eine Rechenleistung von 2,7 Petaflop pro Sekunde bedeutet: Die ganze Weltbevölkerung müsste parallel alle 30 Sekunden eine Rechenaufgabe lösen.

In der Magna-Halle präsentierte die TU Wien Automotive Test Center GmbH ihren Rollenprüfstand, eine Station weiter war eine Brennstoffzelle zu sehen, die sich ebenfalls auf dem Prüfstand befand. Denn bevor Autos auf den Markt kommen, müssen sie sich komplexen Prüfverfahren unterziehen.
Prüfstände gab es auch bei den Bauingenieur_innen zu sehen. Ein kleines High-Tech-Haus, der sogenannte Freiluftprüfstand, erlaubt den Vergleich verschiedener Materialien. Denn nachhaltige Bautechnologien sollen nicht nur in der Produktion weniger CO2 verursachen, auch sollen sie funktional sein. Die Frage der Funktionalität begegnete den Besucher_innen ebenfalls beim Schallprüfstand: Wie wirken sich Fußbodenaufbau und Schuhwerk auf die Geräuschkulisse aus?

Wer bei dem sommerlichen Wetter auf der Suche nach etwas Abkühlung war, wurde ebenfalls an der TU Wien fündig. In der Wasserbauhalle befindet sich ein Flussmodell, das den Rhein im Maßstab 1:30 abbildet. Außerdem konnten die Besucher_innen sehen, wie sich Wasser mit moderner Membrantechnik reinigen lässt.

Text: Sarah Link

Nach Aktivierung werden u. U. Daten an Dritte übermittelt. Datenschutzerklärung., öffnet in einem neuen Fenster

Lange Nacht der Forschung 2022 im TUW Science Center