Porschepreis 2007

Dr. Michael Piech, Dipl.-Ing. Hans-Michael Güther, Geschäftsführer SGL Brakes GmbH - Meitingen, Dr. Wolfgang Porsche, Rektor Peter Skalicky (v.l.n.r) Photo Copyright Porsche Holding, Salzburg
Dr. Michael Piech, Dr. Martin Winterkorn, Vorstandsvorsitzender der Volkswagen AG, Dr. Wolfgang Porsche, Dipl.-Ing Hans Michael Güther, Dr. Wendelin Wiedeking Vorstandsvorsitzender der Porsche AG, Prof. Ferdinand K. Piech, Aufsichtsratvorsitzender der Volkswagen AG (v.l.n.r) Photo Copyright Porsche Holding, Salzburg
Prof. Bernhard Geringer, Dipl.-Ing. Hans-Michael Güther, Rektor Peter Skalicky (v.l.n.r) Photo Copyright Porsche Holding, Salzburg

Am 15. Juni 2007 wurde im Festsaal der Technischen Universität Wien der Professor-Ferdinand-Porsche-Preis 2007 verliehen. Die diesjährige Auszeichnung ging an Dipl.-Ing. Hans-Michael Güther für die Entwicklung der Karbon-Keramik-Bremsscheibe. Der Preisträger hat chemische Verfahrenstechnik studiert und ist seit 2001 Geschäftsführer der SGL Brakes GmbH Meitingen nahe Augsburg, wo die Bremse entwickelt und produziert wird.

Für die Hochleistungs-Bremsscheibe wird ein karbonverstärktes Siliziumkarbid (C/SiC) verwendet. Es besteht aus der Verstärkungskomponente Karbonfaser sowie einer Matrix aus Si und SiC. Die günstigen Eigenschaften sind ein stabiler Reibwert der Bremsscheibe über die Lebensdauer, ein stabiler Bremsbelagverschleiß über die Lebensdauer, strömungsoptimierte Kühlkanäle für eine ausgeglichene Wärmebilanz, ein Oxidationsschutz zur Verzögerung des Faserausbrandes und schließlich ein Verschleißindikator zur Anzeige der Lebensdauer. Die Bremse ist für viele Porsche-Fahrzeuge sowie zahlreiche weitere Hochleistungsvarianten der Marken Bentley, Lamborghini und Audi als Sonderausstattung erhältlich. Die Fachpresse würdigt die extrem hohe Leistung dieser Bremsenausführung – vor allem bei Fadingverhalten, Bremsleistungskonstanz und sehr hoher Lebensdauer. Die Karbon-Keramik-Bremsscheibe ist neben Airbag (1987), Turbodiesel-Direkteinspritzung (1991) und ABS (1981) eine „Bahnbrechende Erfindung im Automobilbereich“ und wurde auf der IAA in Frankfurt/Main erstmal 1999 der Weltöffentlichkeit vorgestellt.

Der Preis wird von einer Auswahljury, bestehend aus beiden Vertretern der Familie Porsche-Piech, dem Rektor und dem Dekan der TU Wien sowie dem Institutsvorstand des Institus für Verbrennungskraftmaschinen und KFZ-Bau der TU Wien festgelegt und von der TU Wien verliehen. Der mit 50.000 EUR dotierte renommierte Preis wird gemeinsam von der Porsche Holding, Salzburg (Österreich), und der Dr. Ing. h. c. F. Porsche AG, Stuttgart, finanziert. Die Auswahljury war der Meinung, dass die Karbon-Keramik-Bremsscheibe wie es wörtlich im Astimmungstext heißt „..ein revolutionärer Fortschritt auf dem Gebiet Fahrzeugbremsen ist und absolut neue Maßstäbe in entscheidenden Nutzaspekten wie Sicherheit, Belastbarkeit und Dauerhaltbarkeit setzt.“

Damit wird einmal mehr ein Preis an Techniker verliehen, deren Erfindungen die Entwicklung des Automobils nachhaltig beeinflussen.

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Der „Professor Ferdinand Porsche Preis“ der TU Wien wurde von der Tochter Ferdinand Porsches, Frau Kommerzialrat Louise Piech, im Jahr 1976 gestiftet, 1977 erstmals seit 1981 alle zwei Jahre an Techniker verliehen, die Innovationen zur wesentlichen Entwicklung des Automobils liefern.

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