TU Diversity-Management

An der TU Wien setzen wir uns dafür ein, alle Universitätsangehörigen mit all ihren Unterschieden und Gemeinsamkeiten zu unterstützen, wo immer sie sich im Leben befinden und welchen Karriereweg sie auch gewählt haben. Aus diesem Grund zielt die Initiative TU Diversity Management darauf ab, eine positive Atmosphäre an der TU Wien zu erreichen, soziale Diskriminierungen von MitarbeiterInnen und Studierenden zu verhindern und die Chancengleichheit zu verbessern, da eine vielfältige Belegschaft die beste Ressource ist, um die für technische, universitäre und gesellschaftliche Prozesse erforderliche Flexibilität, Innovation und Kreativität zu ermöglichen (TU Wien Gleichstellungsplan, 2017).

An der TU Wien glauben wir, dass alle Universitätsangehörigen in die Umsetzung dieser Vision einbezogen werden müssen, damit wir langfristig eine ressourcenorientierte, respektvolle Diversitätskultur erreichen können.

Was ist Diversity

Diversity (auf Deutsch Diversität oder Vielfalt) bezeichnet Unterschiede und Gemeinsamkeiten von Menschen oder Gruppen. Diese lassen sich auf individueller, institutioneller und struktureller Ebene betrachten und betreffen alle Menschen, nicht nur einzelne Gruppen.

Diversity ist jedoch noch mehr als eine bloße Beschreibung individueller und gesell­schaftlicher Vielfalt. Diversity ist auch:

  • ein menschenrechtlich orientiertes Verständnis von Vielfalt, das auf gleiche Rechte abzielt und dabei die Vielfalt und Komplexität von Menschen und ihren Lebenslagen berücksichtigt
  • ein Perspektivenwechsel vom problemzentrierten hin zu einem ressourcenorientierten Verständnis von Zielgruppen
  • ein Organisations-und Personalentwicklungsinstrument, das zu höherer Effizienz und Kreativität in Arbeitsprozessen, besserer Kundenorientierung und mehr sozialer Gerechtigkeit führt.

Niemand ist ausschließlich „Frau“, „muslimisch“, „alt“ oder „behindert“. Vielmehr sind wir alle in irgendeinem Alter, sind gesund oder leben mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen, ordnen uns einem Geschlecht zu oder nicht, haben hetero- oder homosexuelle Partnerschaften, sind religiös oder nicht, pflegen unterschiedliche Weltanschauungen und haben Wurzeln in unterschiedlichen Ländern. Zu diesen oft als Primärdimensionen von Diversity bezeichneten Merkmalen kommen dann noch sekundäre Dimensionen wie unterschiedliche Berufe und Ausbildungen, Familienstand, Elternschaft, geografische Lage usw. hinzu. So bildet jeder Mensch ein buntes und einzigartiges Potpourri an Vielfaltsdimensionen in sich ab. Diese stehen dabei nicht nebeneinander, sondern überlappen sich, sind miteinander verschränkt und gesellschaftlich wirksam.

Was ist Diversity Management?

Diversity Management umfasst alle Maßnahmen, die darauf abzielen

  • Ungleichbehandlung aufgrund einer bestimmten Zugehörigkeit zum Thema zu machen (ent-tabuisieren)
  • strukturelle Barrieren abzubauen
  • für Diversity Themen zu sensibilisieren
  • Diversity Kompetenzen zu entwickeln
  • das positive Potenzial von Vielfalt sichtbar und erlebbar zu machen
  • eine offene Kultur für alle Mitarbeiter_innen und Studierende zu schaffen

 

 

Diversityrad mit Dimensionen

© (c) Abb. 1: Charta der Vielfalt e.V. frei nach Gardenswartz und Rowe „4 Layers of Diversity“

Lehre

Die Integration der Vermittlung von Diversitätskompetenzen in verschiedene Studienpläne ist angestrebt. Somit sollen die Dimensionen (z. B. Alter, Behinderungen, Gender, Interkulturalität) nicht nur als Querschnitt mitbedacht, sondern auch konkret miteinbezogen werden.

Forschung

Auch im Forschungsbereich sollen neue und bestehende Forschungsprojekte, die sich bereits mit verschiedenen Diversitätsaspekten beschäftigen, gefördert werden. Beispielhafte diversitätsnahe Projekte der TU Wien:

  • generationsübergreifendes Bauen und Wohnen

  • Assisted Living Technologies

  • Human Computer Interaction

Management

Auf der Management-Ebene geht es vor allem um die Förderung und Weiterentwicklung der Diversitätskompetenzen. Diversitätskompetenzen existieren auf verschiedenen Ebenen und beinhalten z. B. das Erkennen und Wissen, dass die unterschiedlichen Dimensionen (Alter, Behinderung, Interkulturalität, Geschlecht, Religion und Weltanschauung und sexuelle Orientierungen) zusammenwirken (können; = Intersektionalität). Aber nicht nur das Erkennen und Wissen spielt eine große Rolle, sondern auch die Möglichkeit und Kompetenz zum professionellen und strategischen Umgang mit Diversität, in Abstimmung mit den bestehenden Zielen der TU Wien.

Insbesondere die Angebote der Personalentwicklung ( Weiterbildungen, öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster, Coaching, öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster, etc.) sollen die Mitarbeiter_innen dabei unterstützen ihre Diversitykompetenzen weiterzuentwickeln.

Um die Vision und Strategie der TU Wien nachhaltig sicherzustellen, wurden und werden Aspekte der Diversitätsdimensionen in Dokumenten und Prozessen verankert (z. B. Mitarbeiter_innengesprächsleitfaden, Recruitingleitfäden, Laufbahnstellen, Musterstudienpläne, Budgetierungsprozesse nach den Bestimmungen des § 4 Frauenförderungsplan und § 41 Bundeshaushaltsgesetz (BHG)6, Auswahl von Coaches und Trainer_innen), welche unter der Berücksichtigung der formulierten Diversitätsaspekte Anwendung finden. Die generelle Verankerung in den Prozessen der TU Wien wird als großes Ziel des TU Diversity-Management angestrebt.

Beispielhafte Verankerung in strategischen Dokumenten

Der Gleichstellungsplan, öffnet eine Datei in einem neuen Fenster dient, neben weiteren Regelungen, zum einen der Umsetzung der rechtlichen Vorgaben zur tatsächlichen Gleichstellung und Gleichbehandlung aller Universitätsangehörigen und der Vereinbarkeit zwischen Beruf/Studium und Familie an der TU Wien, zum anderen aber auch der Sensibilisierung, Er- und Anerkennung der Diversitätsdimensionen Alter, Behinderungen, Interkulturalität, Geschlecht, Religion und Weltanschauung und sexuelle Orientierungen (Dimensionen nach dem Antidiskriminierungs- und Gleichbehandlungsgesetz).

Gemeinsam mit dem sogenannten TU Diversity Board werden für jedes Jahr Schwerpunktthemen festgeleget, zu denen einerseits Maßnahmnen entwickelt und umgesetzt und andererseits (Info)veranstaltungen organisiert werden. So sind aus dem diversity Management folgende Projekte bzw. Angebote entstanden:

  • MORE, ein außerordentliches Studienprogramm für Menschen mit Fluchthintergrund
  • Die Psychosoziale Beratung für Studierende der TU Wien, die insbesondere Studierenden mit psychischen Problemen oder Belastungssymptomen eine erste Anlaufstelle bietet
  • Das LGBTIQ-ALLY-Netzwerk, welches ein sichtbares Signal nach innen und nach außen setzt, dass die TU Wien ein Ort ist an dem man sich – unabhängig von sexueller Orientierung oder Geschlechtsindentität - frei fühlen und seine Talente einbringen kann.