TU Diversity-Management

Haltung der TU Wien

Unterstützung und Wertschätzung der Universitätsangehörigen in ihren unterschiedlichsten Lebensphasen und Karrierewegen, mit ihren individuellen Unterschieden und Gemeinsamkeiten (Gleichstellungsplan der TU Wien, 2017).

Der Personalentwicklungsansatz Diversity‐Management steht für die Auseinandersetzung mit Unterschiedlichkeit und ist ein Gesamtkonzept zur Schaffung eines diskriminierungsfreien Arbeitsumfeldes sowie zur Förderung personaler Vielfalt welche wahrgenommen, wertgeschätzt, gefördert und für die Organisationsziele genutzt wird (Wirtschaftskammer Österreich, 2015).

Der TU Wien ist es ein besonderes Anliegen alle Universitätsangehörige in ihren unterschiedlichsten Lebensphasen und Karrierewegen, in all ihren Unterschieden und Gemeinsamkeiten zu unterstützen. Dabei verfolgt das TU Diversity-Management das Ziel, eine positive Gesamtatmosphäre an der TU Wien zu erreichen, soziale Diskriminierungen von Mitarbeiter_innen und Studierenden zu verhindern und die Chancengleichheit zu verbessern, weil eine vielfältige Belegschaft die Ressource für Flexibilität, Innovation und Kreativität für den technischen, universitären, sozialen und gesellschaftlichen Fortschritt ist (Gleichstellungsplan der TU Wien, 2017).

Die TU Wien sieht die Umsetzung dieser Vision als gesamtheitliche, gemeinsame Aufgabe aller Universitätsangehörigen an, um langfristig eine ressourcenorientierte, wertschätzende Diversitätskultur zu erreichen.

Diversität bezieht sich auf die Heterogenität bzw. Vielfältigkeit einer Gruppe. Diversitäts-Dimensionen beschreiben Unterschiede und Gemeinsamkeiten, die uns Menschen zu Individuen machen (siehe auch Glossar ). Ausgewählte Dimensionen wie im Antidiskriminierungs- und Gleichbehandlungsgesetz umfassen beispielsweise: Alter, Behinderungen, Gender, Herkunft, sexuelle Orientierungen und Religion.

Maßnahmen der TU Wien im Rahmen der Diversität

Das Projekt TU Diversity-Management (2015–2017) wurde durch das Rektorat in Auftrag gegeben, um die Diversitätsreife an der TU Wien weiterentwickeln und für die Mitarbeiter_innen und Studierenden ein diskriminierungsfreies und wertschätzendes Umfeld schaffen zu können. Innerhalb des Projektes arbeitete eine Steuerungsgruppe, bestehend aus internen und externen Expert_innen daran, bestehende Ressourcen und Bedarfe zu erheben und konkrete, nachhaltige Maßnahmen zur Weiterentwicklung zu konzipieren.

Diese und weitere Maßnahmen sollen nun in der Implementierungsphase des TU Diversity-Management nachhaltig in den TUW-Alltag verankert werden. Dazu gibt es sowohl 

  • ein Entwicklungsteam bestehend aus internen Expert_innen der Säulen (1) Forschung und Innovation, (2) Studium und Lehre und (3) Management, als auch einen
  • Beirat, bestehend aus internen Expert_innen aus verschiedenen Disziplinen,

um den Prozess fortzuführen und das TU Diversity-Management in Prozesse, Strukturen und Dokumente zu verankern. Interessierte Mitarbeiter_innen und Studierende sind zur Mitarbeit in Fokusgruppen bei der Gestaltung von Maßnahmen und Ideen herzlich eingeladen (Mail an: diversity@tuwien.ac.at)

Für jede Dimension (= Merkmalsbereiche der Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen Personen/Gruppen) besteht das Ziel, zu erkennen und zu sensibilisieren, und die Dimensionen intersektional zu betrachten. Der TU Wien ist es somit ein Anliegen, die einzelnen Dimensionen nicht isoliert zu betrachten, sondern das Zusammenspiel und die wechselseitige Beeinflussung unterschiedlicher Dimensionen zu berücksichtigen (= Intersektionalität).

Lehre

Die Integration der Vermittlung von Diversitätskompetenzen (siehe Glossar) in verschiedene Studienpläne ist angestrebt. Somit sollen die Dimensionen (z. B. Alter, Behinderungen, Gender, Interkulturalität) nicht nur als Querschnitt mitbedacht, sondern auch konkret miteinbezogen werden.

Forschung

Auch im Forschungsbereich sollen neue und bestehende Forschungsprojekte, die sich bereits mit verschiedenen Diversitätsaspekten beschäftigen, gefördert werden. Beispielhafte diversitätsnahe Projekte der TU Wien:

  • generationsübergreifendes Bauen und Wohnen

  • Assisted Living Technologies

  • iToilet

  • Human Computer Interaction

  • Projekt GESTU

Management

Auf der Management-Ebene wurden bereits viele Maßnahmen zur Förderung der Diversitätskompetenzen, aber auch Sensibilitäts- und Informationsmaßnahmen umgesetzt. Beispielhafte Maßnahme: Anlässlich des Projektes TU Diversity-Management soll die Mitarbei- ter_innenbefragung zu einer Angehörigenbefragung erweitert werden, um auch – wie im Projekt – die Studierenden miteinzubeziehen, um in weiterer Folge alle Diversitätsaspekte in allen Ebenen und Bereichen (Forschung, Studium, Lehre und Verwaltung) zu bearbeiten.

Diversitätskompetenzen existieren auf verschiedenen Ebenen und beinhalten z. B. das Erkennen und Wissen, dass die unterschiedlichen Dimensionen (Alter, Behinderung, Interkulturalität, Geschlecht, Religion und Weltanschauung und sexuelle Orientierungen) zusammenwirken (können; = Intersektionalität). Aber nicht nur das Erkennen und Wissen spielt eine große Rolle, sondern auch die Möglichkeit und Kompetenz zum professionellen und strategischen Umgang mit Diversität, in Abstimmung mit den bestehenden Zielen der TU Wien.

Konkret soll die Diversitätskompetenz u. a. in den Formaten der:

  • Führungskräfteentwicklung

  • Schulungen für Mitarbeiter_innen und Studierende (siehe PE-Programm, Kategorie Diversity)

  • Recruitingprozesse

  • Berufungsverfahren

  • Hochschuldidaktik

  • Studienplänen

weiterentwickelt werden.

Um die Vision und Strategie der TU Wien nachhaltig sicherzustellen, wurden und werden Aspekte der Diversitätsdimensionen in Dokumenten und Prozessen verankert (z. B. Mitarbeiter_innengesprächsleitfaden, Recruitingleitfäden, Laufbahnstellen, Musterstudienpläne, Budgetierungsprozesse nach den Bestimmungen des § 4 Frauenförderungsplan und § 41 Bundeshaushaltsgesetz (BHG)6, Auswahl von Coaches und Trainer_innen), welche unter der Berücksichtigung der formulierten Diversitätsaspekte Anwendung finden. Die generelle Verankerung in den Prozessen der TU Wien wird als großes Ziel des TU Diversity-Management angestrebt.

Beispielhafte Verankerung in strategischen Dokumenten

Der Gleichstellungsplan dient, neben weiteren Regelungen, zum einen der Umsetzung der rechtlichen Vorgaben zur tatsächlichen Gleichstellung und Gleichbehandlung aller Universitätsangehörigen und der Vereinbarkeit zwischen Beruf/Studium und Familie an der TU Wien, zum anderen aber auch der Sensibilisierung, Er- und Anerkennung der Diversitätsdimensionen Alter, Behinderungen, Interkulturalität, Geschlecht, Religion und Weltanschauung und sexuelle Orientierungen (Dimensionen nach dem Antidiskriminierungs- und Gleichbehandlungsgesetz).

Glossar, welches valide Definitionen und Informationen rund um das Thema Diversität für die TU Wien enthält (z. B.: Formen der Diskriminierung (mittelbare/unmittelbare etc.); sensible Sprache („Menschen mit Behinderung" anstatt „Menschen mit besonderen Bedürfnissen", „Behinderte" etc.)

  • Diversity-TU-Day, 23. Oktober 2017
  • Netzwerk-Lunch Flüchtlingsinitiativen & MORE
  • Diversity-Workshops im Rahmen des PE Programmes 
  • Teilnahme an der Regenbogenparade 2018
  • Workshop am Gesundheitstag 2018

Maßnahmen und Anlaufstellen pro Dimension 

Die TU Wien sieht die Erreichung des Ziels, dass Frauen und Männer an der TU Wien in ihrer Qualifikation entsprechende Entwicklungsmöglichkeiten haben und für Frauen bestehende Nachteile beseitigt bzw. ausgeglichen werden, als gemeinsame Aufgabe aller Universitätsangehörigen an.

Die Abteilung Genderkompetenz ist eine Serviceeinrichtung zur Erreichung dieser Ziele.

Beispielhafte Services: OnlineMentoring (für Studierende), Dual Career Advice (für Mitarbeiter_innen)

An Universitäten ist es typisch, dass verschiedene Altersgruppen zusammenarbeiten. Somit ist es essentiell, sowohl auf die speziellen Bedürfnisse der verschiedenen Altersgruppen und Generationen einzugehen, als auch deren Zusammenarbeit und Potenziale zu fördern.  Der TU Wien ist es daher ein Anliegen, sich mit den Themen Generationenmanagement und altersgerechtes Arbeiten in altersgemischten Teams auseinanderzusetzen.

Der TU Wien ist es ein Anliegen, ihre Angehörigen in unterschiedlichen Lebensphasen zu unterstützen. Um Mitarbeiter_innen und Studierenden der TU Wien die eigenständige Planung und Umsetzung von Karenzzeiten (z. B.: Eltern- oder Pflegekarenz) zu erleichtern, hat die TU Wien die Funktion einer_eines Vereinbarkeitsbeauftragten und ein Büro für Vereinbarkeit „TU Kids & Care" eingerichtet.

Beispielhafte Services:

  • Gesundenuntersuchung

  • RoadMap

  • Kinderbetreuung

  • Krabbelstube

  • Dual Career Advice

  • Netzwerk pflegebedürftige Angehöriger

Die TU Wien arbeitet weiterhin darauf hin, die Quote gemäß des Behinderteneinstellungsgesetzes (BEinstG) zu erfüllen und Menschen mit Behinderungen zu unterstützen.

Die TU Wien bietet mit der_dem Behindertenbeauftragten (für Mitarbeiter_innen) und Behindertenvertrauensperson (für Studierende) eine Servicestelle an, die dem Personenkreis der behinderten bzw. chronisch oder psychisch erkrankten Studierenden und Mitarbeiter_innen sowie deren Umfeld Unterstützung bietet.

Beispielhafte Services

  • Inklusion: Recruiting+ Beirat 

  • VIP- Computerarbeitsplatz für Menschen mit Behinderungen

  • Projekt GESTU

  • Fachgebärdenentwicklung

  • Psychologische Studierendenberatung

  • Arbeitspsychologische Sprechstunde

  • Gesundenuntersuchung

  • Ergonomische Beratungen

Die TU Wien fördert interdisziplinäre, vernetzte Zusammenarbeit, multikulturelle Teams und die sprachliche Vielfalt und nutzt damit die, aus der Vielfältigkeit schöpfbaren, Ressourcen. Ziel ist es, eine Organisations- und Feedbackkultur zu fördern, in der ein gegenseitiges Verständnis und Wissen für unterschiedliche kulturelle Hintergründe besteht, um Stereotype (siehe Glossar), Konflikte und Missverständnisse von verschiedenen Seiten abzubauen.

Das International Office koordiniert internationale Mobilitätsprogramme und berät bei der Antragstellung von internationalen Bildungs- und Hochschulmanagementprojekten. Für Studierende steht das Referat für ausländische Studierende (HTU) zur Seite.

Beispielhafte Services

  • Studierendenberatung

  • Buddy-Network und International Café des International Office

  • Workshops in english (PE Programm)

  • Terminologiewörterbücher

  • Bilingual GetTUGether

  • Erasmus Staff

Unterschiedliche Religionsbekenntnisse sind ein selbstverständlicher Bestandteil der bestehenden kulturellen Vielfalt der TU Wien. Die TU Wien bietet Menschen aller Religionen und Weltanschauungen die gleichen Studien- und Arbeitsbedingungen. Gegenseitige Toleranz und Respekt im Umgang miteinander sind dafür die Voraussetzung.

Die TU Wien strebt eine offene Kommunikationskultur an, in welcher Akzeptanz gegenüber verschiedenen sexuellen Orientierungen und Identitäten besteht, Wissen und Sensibilität gefördert und eine freie Kommunikation über das Privat- und Freizeitleben möglich ist.

Das Referat für LesBiSchwule- und Transgenderangelegenheiten der HTU hat sich "(...) neben der Beratung und Unterstützung von Studierenden zum Ziel gemacht durch Projekte, die Teilnahme an und Organisation von Veranstaltungen rund um den Regenbogen zum Nachdenken anzuregen und die Vielfalt an der TU zu fördern".

Beispielhafte Services

  • Beratung und Unterstützung der HTU inkl. Bildungsfahrt, Stammtisch
  • Teilnahme an der Regenbogenparade
  • Regenbogenfahne der TU Wien
  • Fokusgruppe "sexuelle Orientierungen" des TU Diversity-Managements
    • Wir würden uns über die Erweiterung der Fokusgruppe durch interessierte Mitarbeiter_innen oder Studierende sehr freuen. Dazu schreiben Sie uns bitte eine Mail an: diversity@tuwien.ac.at