Ablauf eines Berufungsverfahrens

Ablauf eines Berufungsverfahrens


Grundsätzlich werden allen geplanten Professuren aufgrund eines internen Prozesses im Entwicklungsplan einer Universität festgelegt bzw. „gewidmet“. Für die TU Wien gilt hierbei der „Entwicklungsplan 2025 der Technischen Universität Wien“ (Seite 31 ff), in dem die geplanten Professuren für die Jahre 2018-2021 und 2022-2025 festgelegt wurden. Etwaige Änderungen/Zusätze werden im Mitteilungsblatt der TU Wien veröffentlicht.

Das Berufungsverfahren selbst ist in §98 des Universitätsgesetzes 2002 (Berufungsverfahren für Universitätsprofessor_innen) und §99 (Abgekürztes Berufungsverfahren für Universitätsprofessor_innen geregelt und durch die beiden universitätsspezifischen Satzungen „Berufungsverfahren (online seit 31.7.2017)“ und „Erläuterungen zum Satzungsteil Berufungsverfahren (online seit 31.7.2017)“  näher erläutert.

Eine zentrale Rolle bei allen Berufungen spielt die Berufungskommission, die vom Senat der TU Wien eingesetzt wird.

Die grundsätzlichen Verfahrensschritte sind wie folgt:

 

Das Einsetzen des Sondierungsausschusses stellt operativ den Beginn des Berufungsverfahren für §98 Professuren dar: mit dessen Hilfe (er sollte international besetzt sein und zumindest ein weibliches Mitglied inkludieren) soll die Bewerber_innenlage für die kommende Ausschreibung analysiert werden und die Aktualität und Zukunftsfähigkeit eines Ausschreibungsgebietes abgesteckt werden. Am Ende seiner Tätigkeit übermittelt der Sondierungsausschuss der Rektorin einen Bericht.

 

Der Ausschreibungstext für die neu zu besetzende Professur wird nun unter Berücksichtigung der Ergebnisse des Sondierungsausschuss (nur bei §98 Professuren) und in Abstimmung mit dem zuständigen Dekan erstellt und im Mitteilungsblatt der TU Wien veröffentlicht. Zusätzlich muss bei §98 Professuren auch in ausgewählten nationalen und internationalen Printmedien ausgeschrieben werden.
Im Ausschreibungstext gibt es Informationen zum besetzenden Fach, den speziellen Aufgaben in Forschung und Lehre, dem Anforderungsprofil, der Ausschreibungsfrist etc., wobei für §98 Professuren und §99 (4) Professuren die vorhandenen deutschen und/oder englischen Vorlage zu verwenden sind.

 

Durch den Senat der TU Wien wird nach Einleitung des Berufungsverfahrens die Berufungskommission eingesetzt, die aus Vertreter_innen der Personengruppen Universitäsprofessor_innen, wissenschaftliche Mitarbeiter_innen und Studierenden besteht. Die konstituierende Sitzung soll hierbei spätestens 7 Arbeitstage nach Beendigung der Ausschreibungsfrist stattfinden um u.a. den Berufungskommissions -vorsitzenden zu wählen (dies wird auch im Mitteilungsblatt verlautbart). Diese Berufungskommission begleitet nun das Auswahlverfahren der Ausschreibung und erstellt mit Hilfe von Gutachter_innen eine Liste der Kandidat_innen, die aufgrund ihrer wissenschaftlichen und didaktischen Eignung am besten geeignet erscheinen (diese Liste ist bei §99 (4) Professuren auch gleich dem Besetzungsvorschlag).


Die Gutachter_innen (mindestens zwei, besser drei) wurden wiederrum davor vom Senat auf Vorschlag der Univeristätsprofessor_innen der relvanten Fakultät bestellt. Mindestens eine/r der Gutachter_innen sollte dabei von extern kommen.


Wichtig ist dabei immer, dass sowohl die Mitglieder der Berufungskommission wie auch die Gutachter_innen gemäß der BEFANGENHEITSKRITERIEN („Befangenheiten – Kriterien zum Ausschluß von Befangenheiten“/“ Criteria for exclusion of partiality“) agieren und auch das Prinzip der VERSCHWIEGENHEIT beachten.

 

Der Berufungsvortrag besteht prinzipiell aus zwei Teilen, einerseits einer „Lehrprobe“, um die didaktischen Fähigkeiten zu erkennen (hierzu sind speziell die Studierenden eingebunden) und andererseits einem wissenschaftlichen Vortrag und ist für die TU-interne Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Das anschließende Interview ist nicht öffentlich.


Unmittelbar nach den „Hearings“ erstellt die Berufungskommission letztendlich einen begründeten Besetzungsvorschlag, der an die Rektorin übermittelt wird.

Die Rektorin beginnt nun mit den Berufungsverhandlungen und nach deren erfolgreichen Abschluss erfolgt der Dienstantritt des/r zukünftigen Professor_in. Dieser wird im Mitteilungsblatt der TU Wien verlautbart. Damit endet das Berufungsverfahren.