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YouTube und JoVE: Zum Einsatz von Videos in Lehre und Forschung

5. Juni 2019 | Beate Guba

Lehrende und Forschende nutzen immer öfter neue Möglichkeiten, um ihre Inhalte zu ergänzen oder auch völlig anders aufzubereiten.

Die TU Wien Bibliothek baut ihr derzeitiges Angebot an Beratungen und Schulungen zu einem umfassenden Blended-Learning-Kursprogramm zum wissenschaftlichen Arbeiten aus. Für die Konzipierung sehen wir uns derzeit E-Learning-Elemente wie Webinare, aber auch die Flipped-Classroom- bzw. Inverted-Classroom-Methode genau an. Online-Medien spielen hier eine wichtige Rolle: Sie werden den Studierenden zur Vor- und Nachbereitung der Präsenzphasen zur Verfügung gestellt. Eine besondere Bedeutung kommt dabei Lernvideos zu, mit denen Hintergrundwissen oder Methodenkenntnisse in eine adäquate Bildsprache umgesetzt leichter und ortsunabhängig vermittelt werden können. Beispielhaft sei hier auf Comic-Videos zur Vermittlung von Informationskompetenz verwiesen, die ich mit meinem früheren Team in Berlin produziert habe:

Lernvideo: Thema für wissenschaftliche Abschlussarbeit finden

Auch an der TU Wien Bibliothek ist Know-how für das Erstellen von Lernvideos (Storyboards, Videoschnitt u.a.m.) vorhanden, sodass unsere Mitarbeiter_innen Lehrenden gerne für einen Informations- und Erfahrungsaustausch zur Verfügung stehen und Tipps geben. Im Kontext der Digitalisierungsstrategie der TU Wien können wir uns auch gut vorstellen, uns gemeinsam mit TU.it Solutions, dem TUWEL-Team und anderen stärker in die Produktion von Videos einzubringen (z. B. Raumangebot mit entsprechendem Equipment) und ein TU-weites Angebot für Videoproduktion aufzubauen.

Wer sich finanzielle Unterstützung für eine Videoproduktion holen möchte, sei auf eine aktuelle Ausschreibung des Forum neue Medien in der Lehre Austria hingewiesen: Bis 09.09.2019 können hier Förderanträge für Projekte zum Thema digitale Medien in der Hochschullehre eingereicht werden.

Wissenschaftsvideos und Video-Artikel als „bewegende“ Alternative

In der Wissenschaft werden Videos immer häufiger als illustrative Ergänzung oder sogar als Ersatz für Artikel verwendet, meist um Experimente besser zu erklären oder nachvollziehbar zu machen. Diese „Wissenschaftsvideos“ oder „Video-Artikel“ werden wie Artikel einem Peer-Review-Prozess unterzogen.

Die TU Wien Bibliothek ermöglicht in Form eines bezahlten Tests seit diesem Jahr IP-basiert innerhalb des TU-Campus Zugang zu 4 Sektionen des Video-Journals JoVE: Biologie, Ingenieurwissenschaften, Biotechnologie und Chemie. Möglicherweise finden sich hier auch für die Lehre relevante Videos.

JoVE ist nicht nur ein Publikationsorgan für Video-Artikel, die von Forschenden produziert werden, sondern produziert gegen Gebühren auch Videos zusammen mit Forschenden. Um Videos im Sinne des Open Access zugänglich zu machen, fallen aber bei JoVE zusätzliche Kosten an.

TU Wien Academic Press könnte solche „Wissenschaftsvideos“ bzw. „Video-Artikel“ aber natürlich auch herstellen, publizieren und im Sinne des Gold Open Access zugänglich machen. Wir würden dafür kein eigenes Journal einführen, sondern die Videos im institutionellen Repositorium der TU Wien - reposiTUm - als Einzeldokumente mit DOIs versehen und mittels Metadatenlieferung für deren Verbreitung und internationale Sichtbarkeit sorgen.