Ille Gebeshuber

Titel

Associate Professor

Geburtsjahr und -ort

1969, Bruck/Mur

Studium/Studienrichtung

Technische Physik, danach Doktoratsstudium der technischen Wissenschaften

Interviewdatum

30. Januar 2012

Biomimetik, Nanotechnologie und Tribologie. Ich habe mich immer schon für alle Naturwissenschaften interessiert, Physik, Chemie, Biologie, Medizin, Geologie, Mathematik, etc. Als Studienrichtung habe ich schließlich die technische Physik gewählt, weil Physik eine Grundlagenwissenschaft ist, von der aus man in verschiedenste Bereiche gehen kann. Wunderbar! Die Biomimetik bezeichnet das Lernen von der Natur für die Ingenieurswissenschaften, die Wissenschaften generell, aber auch die Kunst. Hier kann ich meine Liebe zur Biologie und meine Fähigkeit zum fächerübergreifenden Denken ausleben. Nanotechnologie ist superspannend, und auch hier, in der Wissenschaft vom ganz ganz kleinen, treffen sich Physik, Chemie, Biologie, Medizin – etc. – es war Folge dessen ganz logisch, dass ich mit meiner großen Liebe zur Einheit aller Naturwissenschaften Nanotechnologin werde! Tribologie, die Lehre von Reibung, Schmierung und Verschleiß, ist eine Systemwissenschaft, auch hier ist es wichtig, fächerübergreifend zu denken. Was ich gerne mache, und gut auch noch dazu.

 

Ein Schlüsselerlebnis hatte ich, als mir bei einem Blick in den Sternenhimmel bewusst wurde, dass ich in verschiedene Vergangenheiten nebeneinander schaue, da die Sterne verschieden weit weg sind und das Licht verschieden lange braucht, bis es auf der Erde anlangt. Die Tatsache, dass die Dinge manchmal ganz anders sind, als wir sie uns vorstellen, hat mich dazu motiviert, mich mit Physik intensiv auseinanderzusetzen.

Ich glaube schon, dass mein Berufsweg sehr davon beinflusst wurde, dass ich eine Frau bin. Ich denke, dass es Frauen in manchen Fällen leichter fällt, interdisziplinär und fächerübergreifend, holistisch zu denken. Eher breit als tief die Probleme anzugehen. Integrativ zu arbeiten. 

Super! Kein Problem. Ich nehme mir die Zeit, die ich brauche, und mein Arbeitgeber gibt mir die Zeit, die ich brauche, um gute Arbeit zu leisten. Im privaten habe ich den besten Mann der Welt; er ist mein Freund, meine große Liebe, mein Berater.

Unabhängigkeit und Freiheit sind wichtig, ganz besonders im Geiste. Und manchmal Regeln zu ignorieren. Zu sich selbst stehen. Das machen, was einem Freude macht. Träumen, tun und sich dran freuen.