Karin Hiltgartner

Titel

Mag.aiur. Dr.in iur. E.MA

Academic age

10 Jahre

Studium/Studienrichtung

Rechtswissenschaften (Universität Wien)

Human Rights and Democaratisation (European Inter University Center)

Interviewdatum

23. Januar 2019

Ich beschäftige mich verstärkt mit zwei Rechtgebieten: Bau- und Planungsrecht, wobei mein Schwerpunkt hierbei auf Eigentumsbeschränkungen liegt. Dies umfasst aktuelle z.B. grundrechtliche Fragen neuer Widmungskategorien, wie bei befristeten Baulandwidmungen oder bei Vorgaben einen Mindestanteil förderbarer Wohnungen im Wohnbau umzusetzen, aber auch Abrissverbote von Gründerzeithäusern und Beschränkungen durch das Mietrechtgesetz.

Mein zweiter Schwerpunkt liegt im Umweltrecht, einen starken Fokus setze ich darin auf Klimaschutzrecht auf völkerrechtlicher, europäischer und nationalstaatlicher Ebene. Konkret analysiere ich internationale Rechtsinstrumente wie das Kyoto Protokoll oder das Abkommen von Paris, setzte mich mit neuen rechtlichen Phänomenen, wie Klagen von Umweltorganisationen gegen große CO2 Emittenten oder nationale Regierungen, sowie mit österreichischen Umsetzungsstrategien völkerrechtlicher Abkommen auseinander.

Die Wurzeln meiner Forschungsschwerpunkte liegen in meinem interdisziplinären Master Studium zu Human Rights und in meinen vor-universitären Arbeitserfahrungen im (damaligen) Bundesministerium für äußere Angelegenheiten und im Entschädigungsfonds des Parlaments und natürlich auch in meinem persönlichen Interesse dieser Themen.

 

 

Meine internationalen Arbeitserfahrungen und interdisziplinären Ausbildungen haben mein Interesse an fächerübergreifendender Arbeit geweckt. Der Austausch mit vielen weltoffenen, querdenkenden und enthusiastischen Wissenschafter*innen verschiedener Disziplinen hat meine Arbeitsweise und Denkmöglichkeiten positiv geprägt.

In den Rechtswissenschaften, sowie in meinen früheren Arbeitsfeldern gibt es einen deutlich höheren Frauenanteil als an der technischen Universität Wien, das habe ich am Anfang meiner TU Karriere als eine Umstellung erlebt. Mittlerweile gibt es viele Role Models auch an der TU Wien und natürlich hoffe ich, dass sich der Trend zu (in vielen Bereichen) diversen, daher auch gender-balanced Teams weiter fortsetzen wird.
In meinem Arbeitsumfeld habe ich erlebt, wie wichtig die Vorbildwirkung als aktive Wissenschafterin für Studierende und junge Kolleginnen ist.

 

Jede*r Wissenschafter*in kennt die konstanten Herausforderungen der work-life-balance. Vor allem mit kleinen Kindern ist es oft schwierig, die Anforderungen des Familienlebens mit den zeit- und energieintensiven Arbeitstagen einer Lehrenden und Forscherin zu vereinbaren. Angebote wie verlässliche Kinderbetreuungseinrichtungen, aber auch kurzfristige Versorgung z.B. während Konferenzen / Tagungen und natürlich Besprechungstermine zu Kernarbeitszeiten statt abends helfen sehr. Diesbezüglich hat sich an der TU Wien in den letzten Jahren vieles verbessert. Selbstdisziplin und ein hoher Organisationsgrad, sowie Toleranz aller Familienmitglieder sind trotzdem weiter notwendig.

Ich rate allen inter- und transdisziplinär in möglichst diversen Teams zu arbeiten. Dies erweitert den eigenen Horizont enorm und führt außerdem zu nachhaltigeren Ergebnissen. Ich  empfehle allen jungen Kolleg*innen ihren Interessen zu folgen und sich nicht von Rückschlägen oder negativen Kommentaren entmutigen zu lassen, sowie Regeln und Vorschriften kritisch zu hinterfragen. Ich wünsche mir und allen, dass uns ein spielerischer und leichter Zugang zu unseren Arbeitswelten erhalten bleibt, dadurch werden auch lange und intensive Arbeitstage weniger belastend empfunden.

Karin Hiltgartner

Univ.Ass. Mag.iur. Dr.iur.

Vorsitz Stv.

T +43 1 58801 280117

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