EU-Forschungsmobilität mit den Marie Sklodowska-Curie Actions (H2020-MSCA)

In Horizon 2020 fördern die Marie Skłodowska-Curie Actions (MSCA) als Teil der Säule "Excellent Science“ die Ausbildung, Beschäftigungsmöglichkeiten und Karriereentwicklung von Forschenden durch transnationale Mobilität sowie intersektoralen und interdisziplinären Wissenstransfer.

Hoch qualifizierte Forschende sollen für den Europäischen Forschungsraum gewonnen werden. Beteiligte Organisationen stärken zugleich ihre intersektorale und internationale Zusammenarbeit. Das Forschungsthema ist grundsätzlich frei wählbar, und gefördert werden Projekte aus der Grundlagenforschung bis hin zur Markterschließung. Die Teilnahmeberechtigung der Forschenden hängt v.a. von grenzüberschreitender Mobilität und der Forschungserfahrung ab. Finanziell werden die Aktivitäten der Fellows und Gasteinrichtungen unterstützt. Die Antragstellung erfolgt bei den Individual Fellowships durch den Forschenden in Kooperation mit einer Gastorganisation. Bei den weiteren Maßnahmen stellen die Gastorganisationen gemeinsam einen Antrag und rekrutieren, bzw. entsenden Forschende während der Projektlaufzeit.

Es gibt insgesamt vier Maßnahmen mit teils weiteren Submaßnahmen:

Forschende gehen für ein individuelles Forschungstrainingsprojekt zu einer Gastorganisation ins Ausland. Durch ein maßgeschneidertes Ausbildungsprogramm und interdisziplinäre und intersektorale Forschungsaktivitäten soll das kreative und innovative Potential der Forschenden und somit ihre Karriereperspektive gefördert werden.

Voraussetzung ist, dass die Forschenden zum Zeitpunkt der Einreichfrist ein Ph.D. oder mehr als vier Jahre Forschungserfahrung (Vollzeitäquivalenz) nach abgeschlossenem Masterstudium vorweisen können und nicht mehr als 12 Monate der vorausgegangenen drei, bzw. fünf Jahre im Gastland gelebt oder gearbeitet haben. Der Antrag wird vom Forschenden in Kooperation mit dem /r wissenschaftlichen BetreuerIn der Gastorganisation eingereicht.

Im European Fellowship geht der Forschende innerhalb Europas für 12 bis max. 24 Monate zu einer Gastorganisation in einem anderen EU-Mitgliedsstaat oder H2020 Assoziierten Land oder kommt, unabhängig aus welchem Drittland, zu einer Gastorganisation nach Europa. Im Global Fellowship geht der Forschende zuerst für 12 bis max. 24 Monate zu einer Gastorganisation in ein Drittland und absolviert anschließend eine verpflichtende Rückkehrphase an einer Gastorganisation in Europa (inkl. Herkunftsland und -organisation des Forschenden).

Ein internationales Netzwerk aus öffentlichen und/oder privaten Forschungseinrichtungen rekrutiert Nachwuchsforschende für ein gemeinsames Forschungsausbildungsprogramm. Wissenschaftliche Ausbildung und weiteres Training, sowie transnationale, interdisziplinäre und intersektorale Mobilität sollen die Beschäftigungsmöglichkeiten und Karriereperspektiven dieser Forschenden im (nicht-)akademischen Sektor verbessern.

Das Ausbildungsprogramm soll den EU-Prinzipien für Innovative Doctoral Training entsprechen, um eine strukturierende und qualitätssteigernde Wirkung auf ähnliche Programme in Europa zu erzielen.

Die Betreuenden der Gastorganisationen (Universitäten, außeruniversitäre Forschungseinrichtungen, Unternehmen, Akteure aus dem sozio-ökonomischen Sektor) reichen den Antrag für ein max. 4-jähriges Projekt ein. Zum Zeitpunkt der Rekrutierung müssen die Forschenden max. 4 Jahre Forschungserfahrung (Vollzeitäquivalenz) nach abgeschlossenem Masterstudium und noch kein abgeschlossenes PhD vorweisen. Darüber hinaus dürfen sie nicht mehr als 12 Monate in den vorausgegangen 3 Jahren im Gastland gelebt oder gearbeitet haben. Vakanzen in laufenden ITN-Projekten werden auf EURAXESS veröffentlicht, eine Initiative der Europäischen Kommission.

Submaßnahmen des Marie Skłodowska-Curie Innovative Training Network (H2020-MSCA-ITN):

Mindestens drei Organisationen aus unterschiedlichen EU-Mitgliedsstaaten und/oder H2020 Assoziierten Ländern. Darüber hinaus ist die Teilnahme von Institutionen aus Drittstaaten möglich, deren Förderfähigkeit im Einzelfall zu prüfen ist. Wichtig für die Zusammensetzung ist die Einbeziehung von Partnern aus dem nicht-akademischen Sektor (Industrie, NGOs, Internationale Organisationen, etc.).

Mindestens zwei Organisationen aus unterschiedlichen EU-Mitgliedsstaaten und/oder H2020 Assoziierten Ländern und unterschiedlichen Sektoren. Mindestens eine Organisation muss aus dem nicht-akademischen Sektor, vorrangig aus der Industrie, stammen.

Die Nachwuchsforschenden müssen für ein Promotionsprogramm eingeschrieben, mindestens 50% bei der nicht-akademischen Organisation aktiv sein und gemeinsam durch die Partner aus dem akademischen und nicht-akademischen Bereich betreut und trainiert werden.

Mindestens drei Organisationen aus unterschiedlichen EU-Mitgliedsstaaten und/oder H2020 Assoziierten Ländern. Mindestens drei Organisationen müssen die Berechtigung haben, Doktortitel vergeben zu können, wobei zwei davon in unterschiedlichen EU-Mitgliedsstaaten und/oder H2020 Assoziierten Ländern angesiedelt sein müssen.

Die Einschreibung der Nachwuchsforschenden in ein Doktoratsprogramm ist verpflichtend. Eine gemeinsame Governance-Struktur sowie Zulassung und Betreuung der Forschenden muss gegeben sein. In der Regel werden Doppel- oder gemeinsame Abschlüsse vergeben.

Mit RISE führen Forschungseinrichtungen aus dem akademischen und nicht-akademischen Sektor, ansässig in EU-Mitgliedsstaaten, H2020 Assozierten Ländern und Drittstaaten, ein gemeinsames Forschungs- und Innovationsprojekt durch. Personalaustausch, Netzwerkaktivitäten sowie gemeinsame Workshops und Konferenzen tragen zum Wissenstransfer, Kompetenzerwerb und zur Karriereentwicklung des beteiligten Personals bei.

Ziel ist eine neue oder verstärkte intersektorale und/oder internationale Zusammenarbeit, welche die komplementären Kompetenzen der beteiligten Einrichtung nutzt. Die Schaffung einer innovativen Kultur, die Kreativität und unternehmerisches Denken unterstützt, sowie die Umsetzung kreativer Ideen in innovative Produkte, Services oder Prozesse werden zugleich angestrebt.

Innerhalb Europas wird der intersektorale Personalaustausch von Forschenden und administrativem/technischem Personal gefördert, mit Drittstaaten der internationale Personalaustausch unabhängig vom Sektor der Organisationen. Die klassische Mobilitätsregel der Marie Skłodowska-Curie Maßnahmen findet beim entsendeten Personal grundsätzlich keine Anwendung.

Die Betreuenden der Gastorganisationen reichen einen Antrag für ein maximal 4-jähriges Projekt ein. Das Konsortium bilden mindestens drei Partner aus verschiedenen Ländern, wobei mindestens zwei dieser Länder EU-Mitgliedsstaaten oder H2020 Assoziierte Länder sein müssen. Bei Gastorganisationen aus dem gleichen Sektor muss mindestens eine Organisation in einem Drittstaat ansässig sein.

COFUND ermöglicht die Kofinanzierung von neuen oder bereits existierenden regionalen, nationalen oder internationalen Doktoratsprogrammen und PostDoc-Fellowships. Ein internationales, intersektorales und interdisziplinäres Forschungstraining für Forschende mit transnationaler und sektorübergreifender Mobilität steht hierbei im Vordergrund.

Ziel ist die gesteigerte Exzellenz in der Ausbildung, Mobilität und Karriereentwicklung von Forschenden im Europäischen Forschungsraum.

Eine in einem EU-Mitgliedstaat oder H2020-Assoziierten Land ansässige Organisation, die Doktoratsprogramme oder PostDoc-Fellowships finanziert oder abwickelt, stellt einen Antrag für ein mehrjähriges Projekt von max. 60 Monaten. Kooperationen mit Partnerorganisationen werden positiv evaluiert.

Ihre Ansprechpartnerin

Mag. Ann-Christin Kehrberg

0043-1-58801-41567

ann-christin.kehrberg@tuwien.ac.at