Presseaussendungen

eMOTION Lab eröffnet: Forschung für die Mobilität von morgen

Das neue eMOTION Lab der TU Wien verbindet Forschung, Industrie und Ausbildung und schafft modernste Testinfrastruktur für zukünftige Mobilitätslösungen.

Fünf Personen mit Schere und einem Stück des gerade zerschnittenen, roten Bandes in der Hand

© Matthias Heisler | TU Wien

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von links: Helmut List, Katharina Giessenbacher, Monika Ebner, Jens Schneider und Uwe Grebe

Logo des eMOTION Lab auf einer Glaswand. Dahinter Vortragsraum mit vielen sitzenden Personen

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Mann mit Mikro präsentiert; Personen im Publikum heben die Hand

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Jens Schneider

Mann mit Mikro hält Vortrag

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Uwe Grebe

Die Fahrzeugindustrie befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel: Künftig werden unterschiedliche Antriebstechnologien parallel zum Einsatz kommen – von Hybridfahrzeugen, die Verbrennungs- und Elektromotoren verbinden bis hin zu batterieelektrischen und brennstoffzellenbasierten Antrieben. Gleichzeitig steigt das weltweite Mobilitätsaufkommen kontinuierlich. Was alle elektrifizierten Fahrzeuge verbindet, ist die Leistungselektronik. Genau hier setzt das heute eröffnete eMOTION Lab an.

Nach einer intensiven Aufbauphase ist nun der erste Teil der Forschungsinfrastruktur, ein hochmoderner Inverter-Prüfstand, betriebsbereit und wurde heute, am 1. Juli 2026, feierlich eröffnet. Das Prüflabor kann nun von Industrieunternehmen, Forschungseinrichtungen und universitären Partner_innen genutzt werden. Im Fokus stehen innovative Lösungen für elektrische Antriebssysteme, Invertertechnologien und das thermische Management – zentrale Technologien für die Mobilität der Zukunft. 

Schlüsseltechnologien für zukünftige Fahrzeugkonzepte

„Unabhängig davon, welche Antriebslösung sich in welchem Bereich durchsetzen wird: Leistungselektronik und Inverter bleiben zentrale Schlüsseltechnologien“, erklärt Uwe Grebe, Geschäftsführer der Automotive & Mobility Engineering GmbH (ame) und Vorstand des Instituts für Fahrzeugantriebe und Automobiltechnik (IFA) an der TU Wien. „Der Inverter wandelt den Gleichstrom der Batterie in Wechselstrom für den Elektromotor um und ist damit ein zentrales Element moderner Fahrzeugarchitekturen.“

Im eMOTION Lab werden diese Systeme unter realitätsnahen und reproduzierbaren Bedingungen untersucht. Der Inverter-Prüfstand wurde mit Anfang Juli erfolgreich in Betrieb genommen. Mittelfristig soll das eMOTION Lab um weitere Prüfstände ergänzt werden, darunter ein Hochvolt-Integrations-Prüfstand sowie ein E-Achsen-Prüfstand.

Die Forschungsschwerpunkte reichen von Wirkungsgradoptimierung über die Reduktion von Schaltverlusten bis hin zu neuen Kühlkonzepten. Besonderes Interesse gilt dabei der sogenannten Immersionskühlung, bei der elektronische Komponenten direkt von Flüssigkeiten umspült werden. Diese Technologie könnte künftig wesentlich dazu beitragen, elektrische Systeme noch effizienter und leistungsfähiger zu machen.

Forschung, Industrie und Ausbildung unter einem Dach

Das eMOTION Lab ist in der Automotive & Mobility Engineering GmbH angesiedelt. Dieses Unternehmen ist eng mit dem IFA verknüpft und verbindet universitäre Forschung mit industrieller Anwendung. "Die Transformation der Mobilität erfordert Forschung über unterschiedliche Technologien und Fakultätsgrenzen hinweg – insbesondere zwischen Maschinenbau und Elektrotechnik – sowie neue Kompetenzen entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Mit dem eMOTION Lab erweitern wir unser Portfolio gezielt um zentrale Komponenten der Elektromobilität und schaffen gleichzeitig eine Infrastruktur, die Forschung, Industrie und Ausbildung miteinander verbindet“, betont Rektor Jens Schneider.

Außerdem gilt: „An der TU Wien arbeiten hochqualifizierte Expert_innen mit jahrzehntelanger Erfahrung im Bereich der Fahrzeugtechnik. Gleichzeitig bilden wir jene Fachkräfte aus, die später in genau diesen Industriebereichen tätig sein werden“, so Grebe.

Kooperation mit der Industrie als Teil des Konzepts

Unterstützt wird der Betrieb des eMOTION Lab durch ame, eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der TU Wien. Das Modell ermöglicht eine enge Zusammenarbeit mit Unternehmen und erleichtert die Umsetzung gemeinsamer Forschungs- und Entwicklungsprojekte.

„Gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten braucht es Modelle, die Wissenschaft und Industrie enger miteinander verbinden. Die ame GmbH schafft hier eine wichtige Brücke zwischen akademischer Forschung und industrieller Anwendung – durch die gezielte Zusammenarbeit mit Unternehmen wird die Infrastruktur langfristig weiterentwickelt und finanziert“, betont Jens Schneider.

Ein wichtiger Industriepartner beim Aufbau der Infrastruktur ist zudem die AVL List GmbH. Das Technologieunternehmen stattet das eMOTION Lab mit modernster Test- und Prüftechnik aus. Die maßgeschneiderten Systeme ermöglichen hochpräzise Prüfabläufe unter realitätsnahen Bedingungen und werden weltweit in Forschung und Industrie eingesetzt.

Fachvorträge zu aktuellen Schlüsseltechnologien

Im Rahmen der Eröffnung gaben auch Expert_innen in Form von Fachvorträgen Einblick in aktuellen Herausforderungen und Lösungsansätze im Bereich der Elektromobilität. Thematisiert wurden unter anderem innovative Immersionskühlungssysteme, moderne Invertertechnologien sowie Megawatt-Ladesysteme für elektrische Fahrzeuge.

Gerade beim Schnellladen von Lkw entstehen enorme technische Anforderungen: Fahrzeuge müssen innerhalb kurzer Pausen hohe Energiemengen aufnehmen können. Das ist insbesondere für Leistungselektronik und Kühlsysteme eine Herausforderung.

Mit dem eMOTION Lab schafft die TU Wien die Voraussetzungen, um zentrale Zukunftsfragen der Mobilität gemeinsam mit Industrie- und Forschungspartner_innen praxisnah zu untersuchen und weiterzuentwickeln.

Rückfragehinweis

Prof. Uwe Grebe
Institut für Fahrzeugantriebe und Automobiltechnik
Technische Universität Wien
+43 1 58801 31500
uwe.grebe@tuwien.ac.at 

Aussenderin:
Sarah Link, M.A.
PR und Marketing
Technische Universität Wien
+43 664 605882412
sarah.link@tuwien.ac.at