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Zwei Millionen Lastwechsel in 24 Stunden

Bauingenieure der Technischen Universität (TU) Wien prüfen Stahlkabel mit Hilfe von Dauerschwingversuchen zwanzigmal so schnell wie der Rest der Welt. Durch die Nutzung der Eigenresonanz gelingt es erstmals das Ermüdungsverhalten von Stahlbauteilen effizienter und mit minimalem Energieeinsatz zu beurteilen.

Prüfstand für Dauerschwingversuche

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Prüfstand für Dauerschwingversuche

Prüfstand für Dauerschwingversuche

Dauerschwinganlage - Detail

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Dauerschwinganlage - Detail

Dauerschwinganlage - Detail

Wien (TU). - Stahlkabel und Schrägseile müssen einer bestimmten Schwingungsamplitude zwei Millionen Mal standhalten, damit sie eine Zulassung bekommen. Dann kann ein baugleiches Kabel auf den Markt gebracht und in ein Bauwerk - beispielsweise in Brücken - eingebaut werden. Am Institut für Tragkonstruktionen der Technischen Universität (TU) Wien wurde eine neue Prüfvorrichtung für Dauerschwingversuche aufgebaut, mit der diese Prüfung 20 Mal so schnell und mit viel weniger Energieeinsatz gegenüber konventionellen servohydraulischen Verfahren bewerkstelligt werden kann.

Der springende Punkt: Die Anlage nutzt den Umstand aus, dass jeder Körper schwingt. Die Anlage stellt sich auf die Eigenfrequenz des zu prüfenden Teils ein und versetzt es in Resonanz. Dadurch wird die "Erregerkraft", die durch einen Motor mit Exzenter eingebracht wird, um mehr als das 1000fache verstärkt! "Man kann sich das wie bei einer Schaukel vorstellen," erklärt Bernd Köberl. "Wenn man am höchsten Punkt 'antaucht', kann man den Schwung am besten erhöhen."

Bei den bisherigen zeit- und energieaufwendigen Ermüdungsversuchen führte eine servohydraulische Anlage die Dauerschwingversuche durch. Zwei Millionen Mal ging eine Presse hin und her und benötigte 23 (!) Tage für die Prüfung, die mit der neuen Anlage in einem Tag bewerkstelligt wird. Die TU Wien hat die Erfindung aufgegriffen und patentieren lassen.

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Rückfragehinweis:
Univ.Ass. Dipl.-Ing. Bernd Köberl
Technische Universität Wien
Institut für Tragkonstruktionen
Karlsplatz 13/212, 1040 Wien
T +43/1/58801-21261
F +43/1/58801-21299
E bernd.koeberl@tuwien.ac.at

Aussender:
TU Wien - PR und Kommunikation
Karlsplatz 13/E011, A-1040 Wien
T +43-1-58801-41027
F +43-1-58801-41093
http://www.tuwien.ac.at/pr
Mag. Daniela Ausserhuber