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Wohnen in der Ersatzmoderne

Die Wohnbaubiennale 2013 findet am 17. September 2013 an der TU Wien statt.

Sozialer Wohnbau der Nachkriegsmoderne, Wien Brigittenau

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Sozialer Wohnbau der Nachkriegsmoderne, Wien Brigittenau

Sozialer Wohnbau der Nachkriegsmoderne, Wien Brigittenau

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Wohnbauten der 1950er bis 1970er Jahre bestimmen bis heute weite Teile unserer Städte. Sie besitzen ihre eigenen Qualitäten wie großzügige Freiräume und geringere Dichte, dafür treten heute Probleme auf wie fehlende Wohnungsstandards und schlechte Energiezahlen. Diese Nachkriegsmoderne kommt nun in die Jahre – und steht, so wie unsere Städte insgesamt, vor neuen Herausforderungen. Was also tun mit dem teils umfangreichen Bestand? Umnutzen, erneuern, ersetzen? Aufstocken, anbauen, verdichten? Die Wohnbaubiennale 2013 zeigt internationale Beispiele aus der Praxis, die zwischen einer sanften Transformation bis hin zu einem radikalen Ersatzneubau changieren: Von Deutschland bis Schweden, von der Schweiz bis nach Frankreich.

Das Programm

Moderation: Angelika Fitz

14:00 Begrüßung Dr. Kurt Stürzenbecher
Vorsitzender des Ausschusses Wohnen, Wohnbau und Stadterneuerung Wien

14:30 Einführung: Nachkriegsmoderne? Was geht uns das an? (Sabine Pollak, Wien)
Von Nierentischen über Wolkenstores bis zu Wiener Scheibenhäusern in fast weltstädtischen Dimensionen.

14:45 Dynamische Wohnbaugenossenschaften in Zürich (Andreas Wirz, Zürich)
Genossenschaftlicher Wohnungsbau ist in Zürich gefragter als je zuvor. Der Anteil an Mietwohnungen mit nur kostendeckenden Mieten soll ein Drittel betragen, so das Ergebnis einer Volksabstimmung. Da es kaum freies Bauland mehr gibt, erstaunt es nicht, dass der Ersatzneubau an Bedeutung gewinnt.

15:30 Zweiter Frühling. Wie die Mittelschicht den sozialen Wohnungsbau für sich entdeckt
(Maren Harnack, Frankfurt am Main)
Der Massenwohnungsbau der Nachkriegszeit in London steht in dem Ruf, unmenschliche Behausungen für jene zu bieten, die keine Wahl haben. Andererseits sind einige Beispiele heute zu Ikonen des coolen, urbanen Lebens geworden. Die dahinter stehenden Prozesse sind komplex und spielen sich auf unterschiedlichen Feldern ab.

16:15 Zürich: Neue Gründerzeit im Wohnungsbau (Mathias Heinz, Zürich)
Über Wohnungsbau und Typologie, Partizipation und Morphologie

16:45 Kaffeepause

17:15 Variation und Interpretation (Eva Maria Lang, Dresden)
Der Umgang mit dem architektonischen Erbe der 1970er-Jahre erfordert Sensibilität und Selbstbewusstsein.

18:00 Entwicklung einer Bewertungsmethodik für die Architektur der Nachkriegsmoderne (Erich Bernard, Barbara Feller, Wien)
Um die spezifischen Qualitäten von Bauten der Nachkriegsmoderne systematisch erfassen zu können, wurde eine Methodik entwickelt, die dem heterogenen Baubestand dieser Epoche gerecht wird – mithilfe eines Systems, das auf der Trennung von Bestandsaufnahme und Wert- bzw. Profilanalyse beruht.

18:30 Tour Bois le Prêtre and other examples: What and who is already there? (Frédéric Druot, Paris)
The „new“, erected following the principles of action and evolution, suggests to use models of generic and simple thinking that depart from acquired realities and complexities. A new way of transforming the city is needed. (Vortrag auf Englisch)

anschließend Buffet

Die ReferentInnen

Andreas Wirz
Wohnbaugenossenschaften Schweiz, archipel, Zürich
Vorstand Wohnbaugenossenschaften Schweiz, Regionalverband Zürich, zuständig für Immobilienentwicklung und Akquisition; Partner im Büro archipel; Mitbegründer der Bau- und Wohngenossenschaft KraftWerk1.

Maren Harnack
Fachhochschule Frankfurt am Main
Architektin und Stadtplanerin, Professorin für Städtebau und Städtebauliches Entwerfen. Jüngste Publikation: Rückkehr der Wohnmaschinen. Sozialer Wohnungsbau und Gentrifizierung in London, Bielefeld 2012.

Mathias Heinz
pool Architekten, Zürich
Architekt und Mitbegründer von pool Architekten, Lehrtätigkeit an der FH Winterthur und an der ETH Zürich. Pool ist ein genossenschaftlich organisiertes Architekturbüro mit acht gleichberechtigten Partnern.

Eva Maria Lang
knerer und lang Architekten, Dresden
Architekturstudium an der TU München, 1993 Gründung von knerer und lang Architekten. Präsentation der Sanierung des Studentischen Wohnhochhauses im Münchner Olympischen Dorf 2012 auf der Biennale.

Erich Bernard
Partner bei BWM Architekten
Architekt, Autor zahlreicher architektur- und kulturhistorischer Studien und Publikationen.

Barbara Feller
Geschäftsführerin der Architekturstiftung Österreich
Historikerin mit Schwerpunkt Architektur und Stadt im 20. und 21. Jahrhundert, Autorin und Kuratorin.

Frédéric Druot
Frédéric Druot Architecture, Paris
Gründung des Architekturbüros 1991 in Paris. Unter der Prämisse „Verändern statt abreißen!“ erstellte er mit Lacaton & Vassal Architectes die „Plus“-Studie und baute den Tour Bois le Prêtre in Paris um.

Zeit & Ort
17. September 2013
14:00 – 19:00 Uhr
Technische Universität Wien
Kuppelsaal
Karlsplatz 13, 1040 Wien

Webtipp: www.wohnbaubiennale.at 

 

Bild: © Maja Lorbek