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Wo „leckt“ die Frauen-Karriereleitung an der TU Wien?

Die Studie „Leaky Pipeline“ am Institut für Managementwissenschaften der Technischen Universität (TU) Wien zeigt auf, warum der Frauenanteil in den TU-Studienrichtungen und Fakultäten entlang der Karriereleiter kontinuierlich und stark sinkt.

Die "Leaky Pipeline" ist leider ein sehr persistentes und vor allem im ingenieurwissenschaftlichen und technischen Bereichen ein besonders ausgeprägtes Phänomen.

Die "Leaky Pipeline" ist leider ein sehr persistentes und vor allem im ingenieurwissenschaftlichen und technischen Bereichen ein besonders ausgeprägtes Phänomen.

Die "Leaky Pipeline" ist leider ein sehr persistentes und vor allem im ingenieurwissenschaftlichen und technischen Bereichen ein besonders ausgeprägtes Phänomen.

Die "Leaky Pipeline" ist leider ein sehr persistentes und vor allem im ingenieurwissenschaftlichen und technischen Bereichen ein besonders ausgeprägtes Phänomen.

Seit mehreren Jahren setzt die TU Wien Aktivitäten, um mehr Mädchen und Frauen für die Technik zu interessieren und damit den Frauenanteil an der TU Wien in einem ersten Schritt bei den Studierenden und in weiterer Folge auch unter den MitarbeiterInnen signifikant zu erhöhen. Im Auftrag des Rektorats ging Professorin Sabine Köszegi mit einem interdisziplinären Forscherinnenteam nun der Frage nach, warum der Frauenanteil in allen Studienrichtungen und Fakultäten entlang der Karriereleiter trotzdem noch immer kontinuierlich und so stark sinkt. Das Rektorat stellt sich damit mutig einer schwierigen Auseinandersetzung: Hoffnungen der Vergangenheit, eine Erhöhung des Frauenanteils in technischen und naturwissenschaftlichen Studien würde durch kontinuierliches Füllen der Nachwuchs-Pipeline längerfristig zu mehr Frauen in wissenschaftlichen Karrieren und auf allen Hierarchieebenen führen, haben sich nicht erfüllt. “Wenn auch Frauen, die sich bereits für eine technische oder naturwissenschaftliche Karriere interessieren, ´durch die Maschen‘ fallen, besteht Handlungsbedarf für die TU Wien“, so Vizerektor Gerhard Schimak.

Die Studie
In vier Teilstudien wurde mit verschiedenen Untersuchungsmethoden der Frage nachgegangen, mit welchen Barrieren und Hürden Frauen entlang der wissenschaftlichen Laufbahn konfrontiert sind und wie sich die ausgeprägte vertikale Geschlechtersegregation erklären lässt. Die Studie zeigt die vielen Facetten der Leaky Pipeline an der TU Wien auf:

  • Weibliche Studierende weisen – bei fächerspezifischen Unterschieden – bei identen Voraussetzungen verglichen mit ihren männlichen Studienkollegen insgesamt eine 30% höhere Abbruchsquote auf.
  • Bewerben Frauen sich für eine ausgeschriebene wissenschaftliche Position an der TU Wien, dann zeigt ein Experiment, dass ihre Chancen, zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden, sinken, wenn ihr Geschlecht aus dem Lebenslauf ersichtlich ist. Für diese Auswahlentscheidungen werden in starkem Maße geschlechterstereotype Begründungen herangezogen.
  • Fragebögen zu aggressiven Handlungen am Arbeitsplatz zeigen, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Fakultäten deutlich häufiger Aggressionen am Arbeitsplatz ausgesetzt sind als Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Dienstleistungseinheiten.
  • Schließlich zeigen Biographieanalysen von (ehemaligen) Wissenschaftlerinnen der TU Wien, wie Frauen aus allen Hierarchieebenen in ihrem Minderheitenstatus von Assimilationsdruck und Konflikten betroffen sind und dass ihre Karrieren durch starke Abhängigkeit von (männlichen) Förderern gezeichnet sind.

Für die designierte TU-Vizerektorin für Personal und Gender, Mag. Anna Steiger, liefern die umfassenden Erkenntnisse über Studien-, Einstellungs- und Aufstiegsbedingungen für Frauen die Grundlage für nachhaltige Maßnahmen gegen die Leaky Pipeline an der TU Wien: „Die Ergebnisse aus dem Leaky Pipeline Projekt sind schockierend und bedeuten einen klaren Arbeitsauftrag sowohl für die TU Wien als Organisation als auch für mich als Vizerektorin.“  Für Professorin Köszegi zeigen die Ergebnisse den dringenden Bedarf eines fundamentalen Kulturwandels auf: „Echtes Diversity Management bedeutet nicht Assimilation, sondern beinhaltet die Wertschätzung des „Anders-seins“ und nutzt die Potenziale der vorhandenen Vielfältigkeit. Mit der Einrichtung eines Ressorts für Personal und Gender und der damit einhergehenden Sichtbarmachung der strategischen Bedeutung des Themas ist die TU Wien bereits einen großen und wichtigen Schritt gegangen.“

Das Forscherinnenteam

  • Univ.Prof. Dr. Sabine T. Köszegi (Professorin für Arbeitswissenschaft und Organisation/ Studienleiterin)
  • Dr. Marita Haas (Sozial- und Wirtschaftswissenschaftlerin/Biographiestudie)
  • Mag. Elisabeth Günther (Soziologin/Studierenden-Dropout Analyse)
  • MMag. Christina Keinert (Internationale Betriebswirtin und Juristin/Personalauswahlstudie)
  • Mag. Eva Zedlacher (Sozial- und Wirtschaftswissenschaftlerin/Kultur- und Mobbingstudie)

Rückfragehinweis:
Univ.Prof. Mag. Dr. Sabine Köszegi
Technische Universität Wien
Institut für Managementwissenschaften
Theresianumg. 27, 1040 Wien
T: +43-1-58801-33070 und 33071
sabine.koeszegi@tuwien.ac.at  
www.imw.tuwien.ac.at/aw

Aussender:
Bettina Neunteufl, MAS
Büro für Öffentlichkeitsarbeit
Technische Universität Wien
Operngasse 11, 1040 Wien
T: +43-1-58801-41025
bettina.neunteufl@tuwien.ac.at