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Wissenschaftspreis für Astrid Mach-Aigner

Bei der Niederösterreichischen Wissenschaftsgala 2019 wurde die Biochemikerin Prof. Astrid Mach-Aigner von der TU Wien mit einem Anerkennungspreis ausgezeichnet.

Die niederösterreichische Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (li.) überreichte den Wissenschaftspreis an Astrid Mach-Aigner. | Foto: Klaus Ranger

Die niederösterreichische Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (li.) überreichte den Wissenschaftspreis an Astrid Mach-Aigner. | Foto: Klaus Ranger

Foto: Klaus Ranger

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Schimmelpilze sind meistens eine ärgerliche Sache, aber manchmal leisten sie auch wertvolle Dienste. In der Pharmazie werden bestimmte Schimmelpilze heute gezielt verändert und für die Produktion wertvoller Wirkstoffe eingesetzt. Prof. Astrid Mach-Aigner untersucht mit ihrem Team am Institut für Verfahrenstechnik, Umwelttechnik und Technische Biowissenschaften, wie das am besten gelingt. Für die Entdeckung eines genetischen Schalters, mit dem man die Produktion gewünschter Stoffe deutlich steigern kann, wurde sie nun am 9. Oktober 2019 bei der Niederösterreichischen Wissenschaftsgala mit einem Anerkennungspreis ausgezeichnet.

Wachsen oder produzieren?

„Auch bei Pilzen unterscheidet man zwischen einem primären und einem sekundären Stoffwechselkreislauf“, erklärt Astrid Mach-Aigner „Der primäre Stoffwechselkreislauf sorgt dafür, dass der Pilz wächst und sich vermehrt. Aber zusätzlich gibt es auch noch einen sekundären Stoffwechselkreislauf, durch den der Pilz ganz bestimmte Substanzen produzieren kann, etwa Gifte, um Feinde abzuwehren.“

Dieser sekundäre Stoffwechselkreislauf ist für die pharmakologische Industrie von großer Bedeutung: Ihn kann man nämlich gezielt so anpassen, dass ganz bestimmte Substanzen entstehen, die man beispielsweise zu wertvollen Medikamenten weiterverarbeiten kann. „Um möglichst viel von diesen Wirkstoffen zu gewinnen, möchte man, dass der Pilz seine Energie hauptsächlich in den sekundären Stoffwechselkreislauf investiert und nicht in den primären“, sagt Astrid Mach-Aigner.

Genau das lässt sich mit Hilfe eines genetischen Schalters steuern, wie Mach-Aigner mit ihrem Team zeigen konnte: Wenn man einen bestimmten Transkriptionsfaktor entfernt, dann wird der primäre Stoffwechsel heruntergefahren und der sekundäre wird aktiviert. Für den Einsatz von Pilzen für die biotechnologische Herstellung wertvoller Stoffe ist das ein wichtiger Schritt nach vorne.

Wissenschaftsgala des Landes Niederösterreich

Das Land Niederösterreich fördert seit 1964 jährlich herausragende Forscherinnen und Forscher mit Wissenschaftspreisen. Bei der diesjährigen Wissenschaftsgala des Landes Niederösterreich in Grafenegg wurde der „Anerkennungspreis Wissenschaft“, dotiert mit € 4.000 , an Astrid Mach-Aigner verliehen.