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TUpeerTube - digitale Hochschule on demand

Videos sind aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken - sei es privat oder beruflich. Die TU Wien setzt daher auf den Ausbau von TUpeerTube, um Nutzer_innen noch vielfältigere Anwendungsmöglichkeiten zu bieten.

TUPeerTube

Es ist nun etwas mehr als ein Jahr her, dass die Lehre durch die Covid-Krise quasi über Nacht auf Distance Learning umgestellt werden musste. Das war die große Stunde des digitalen Videos für die TU Wien. Rasch standen mit GoToMeeting, ZOOM und MS Teams gleich drei leistungsfähige Tools bereit, um live mit den Studierenden in Kontakt zu treten. Aber was, wenn man nicht live dabei sein konnte, z.B. weil das einzige Endgerät im Haushalt gerade die kleine Schwester für das Home-Schooling braucht? Dann schaut man sich eben die hochgeladene "Konserve" an. Aber wo ist die?

Auf der Suche nach dem aufgezeichneten Video...

Viele Lehrende haben ihre Online-Veranstaltungen aufgezeichnet oder gleich vorproduziert, um sie auf Abruf anzubieten, aber die Distribution dieser Videos hatte ihre Tücken. Weder TUWEL, öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster noch TUownCloud sind darauf ausgelegt, große Dateien – und das sind digitale Videos nun mal – effizient zu verteilen. LectureTube, öffnet eine externe URL in einem neuen Fensterund LectureTube live, die dafür eigentlich schon länger an der TU Wien verfügbar sind, waren für die Videoübertragung aus den Hörsälen ausgelegt, aber nicht zur Speicherung. Also musste schnell eine Lösung aus dem Boden – oder besser gesagt – aus dem DataCenter der TU.it gestampft werden: TUpeerTube.

Mit zwei Testvideos ging TUpeerTube am 17. März 2020 unter https://tube1.it.tuwien.ac.at/, öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster online, am Folgetag kam bereits das erste "echte" Erklär-Video dazu: ein Erklärungsvideo für die Nutzung von ZOOM. Inzwischen ist aus dem schnellen Provisorium eine beachtliche Erfolgsstory geworden. Über 5.300 Videos sind inzwischen auf TUpeerTube hochgeladen und mehr als 400 Videoproduzent_innen sind registriert. Die meisten Videos sind von Lehrenden für ihre Studierenden produziert worden, hinzu kommen Erklärvideos für Distance Learning Tools und – nicht zu vergessen – die Kanäle des .digital office, öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster mit Aufzeichnung von Veranstaltungen und den Video-Tutorials für TU coLAB, öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster. Auch ganz lustige Videos findet man auf TUpeerTube … es zahlt sich also aus mal reinzuschauen.

Was steckt hinter PeerTube?

PeerTube versteht sich als Open Source Alternative zu den großen Videoplattformen à la YouTube: "Eine freie Software, um die Kontrolle über deine Videos zurückzugewinnen", lautet der Grundsatz. Die Vision ist also, nicht ein zentrales System zu haben, das einem Konzern gehört, sondern eine Netzwerk von vielen kleinen und größeren PeerTube-Systemen. Denn PeerTube-Server können sich untereinander verbinden und so das Angebot an Videos gemeinsam verteilen. Da steckt natürlich gerade für den akademischen Bereich einiges an Potential drinnen, speziell für offene Bildungsresourcen, wissenschaftliche Videos oder auch für Studierende, um sich über Videos zu vernetzen.

Inzwischen sind für den ursprünglichen Einsatzzweck von TUpeerTube - Lehrvideos hochzuladen - spezialisierte Alternativen im Anmarsch. LectureTube wurde im Rahmen eines .dcall Projekts, öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster, um die notwendigen Funktionalität erweitert, um Videos direkt in TUWEL hochladen zu können - lesen Sie mehr dazu im nächsten .dblog-Beitrag. Der Schwerpunkt von TUpeerTube soll sich daher in Richtung neuer kollaborativer Digital Video Szenarien verlagern. Videokanäle für Institute, wissenschaftliche Präsentationen und nicht zuletzt Videos von Studierenden für Studierende.

Zukunftslabor für digitale Videoeinsatzmöglichkeiten

Ähnlich wie mit TU coLAB ein Labor für digitale Zusammenarbeit eingerichtet ist, soll TUpeerTube nun das Labor für neue Einsatzmöglichkeiten für digitales Video werden. Neben neuen Inhalten liegt ein Schwerpunkt auf Auffindbarkeit von Videos und flexiblerem Rechtemanagement. Jede_r TU Angehörige, der_die mitmachen will, ist eingeladen: Infos, wie man zum eigenen Kanal kommt, findet man unter: https://colab.tuwien.ac.at/x/EwWQ, öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster. Die TU.it, öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster arbeiten gerade an einer neuen Gesamtstrategie für alles rund um das Thema Video an der TU Wien mit dem Ziel, eine zentrale Lösung für möglichst viele Bedarfe anzubieten und die Infrastruktur fit für die Zukunft zu machen. Die Ergebnisse der TUpeerTube "Laborexperimente" werden in diese neue Videoplattform der TU Wien einfließen, die bis zum nächsten Jahr aufgebaut wird. Wir dürfen also gespannt sein.