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TU Wien bringt Ökomobilität auf Schiene

Bereits seit 2009 arbeiten ForscherInnen der TU Wien zusammen mit Partnern aus der Wirtschaft an einer energieoptimierte Version einer Wiener Straßenbahn. Seit längerem ist ein Prototyp der EcoTram im Praxistest unterwegs!

EcoTram

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EcoTram

Seit September hat ein Prototyp der energiesparenden Version der ULF (Ultra Low Floor) Garnitur von Siemens den Betrieb auf der Linie 62 aufgenommen. Unter der markant designten Oberfläche verbirgt sich jede Menge Know-how, das dabei helfen soll, große Mengen an Energie zu sparen. Konkret verfügt die EcoTram über modernste Klimageräte und zahlreiche Sensoren, die eine intelligente, vorausschauende Regelung von Heizung, Klima und Lüftung ermöglichen. Da diese Komponenten ja nach Witterung bis zu 40 Prozent des Gesamtenergiebedarfs einer Straßenbahn ausmachen, birgt die Technologie enormes Sparpotential.

Gemeinsam mit seinem Team erstellte Prof. Martin Kozek vom Institut für Mechanik und Mechatronik der TU Wien in einem ersten Projektschritt detaillierte Computersimulationen, um das Temperaturverhalten der ULF-Straßenbahn zu modellieren. Diese Daten helfen dabei, Heizung und Kühlung abhängig von zahlreichen Parametern wie etwa Außentemperatur, Passagierzahl und Häufigkeit der Türöffnungen vorrausschauend und effizient zu regulieren. Zusammen mit den Wiener Linien, der Siemens AG, Vossloh-Kiepe, Rail Tec Arsenal und der Schieneninfrastruktur-Dienstleistungsgesellschaft mbH wurden diese Erkenntnisse in einem zweiten Schritt für die Umrüstung einer ULF Garnitur zur EcoTram genutzt.

„Die Straßenbahn war bereits bisher eine der umweltfreundlichsten und nachhaltigsten Mobilitätsformen im urbanen Umfeld. Mit dem Project EcoTram konnten unsere Forscher helfen, dieses Verkehrsmittel unter einem energieökonomischen Gesichtspunkt nochmals zu optimieren“, freut sich Dr. Gudrun Weinwurm vom Forschungszentrum Energie und Umwelt der TU Wien. „Unsere Universität hat sich im Rahmen des Forschungsschwerpunkts Energie und Umwelt auch die Förderung nachhaltiger und emissionsarmer Mobilität zum Ziel gesetzt. Prof. Kozek und sein Team haben dazu einen wertvollen und praxisbezogenen Beitrag geleistet“, so Weinwurm weiter.

Um den mit dem Mobilitätsboom der letzten Jahrzehnte einhergehenden Herausforderungen wie etwa der Abhängigkeit von fossilen Energieträgern, Schadstoffemissionen und überlasteten Verkehrswegen zu begegnen, hat die TU Wien das Forschungsfeld „Nachhaltige und emissionsarme Mobilität“ im Forschungsschwerpunkt Energie und Umwelt etabliert. Die ForscherInnen verfolgen dabei einen vielschichtigen Ansatz, der sich nicht nur auf die Entwicklung einzelner Schlüsseltechnologien wie etwa der Elektromobilität konzentriert, sondern auch systemische, politische und soziale Aspekte einbezieht. Ziel ist die Schaffung eines multimodalen Verkehrsmix, in dem sich individuelle und öffentliche, motorisierte und nicht motorisierte Mobilität zu einem nachhaltigen und emissionsarmen System ergänzen.

Energie und Umwelt  ist – neben Computational Science & Engineering, Quantum Physics & Quantum Technologies, Materials & Matter sowie Information & Communication Technology – einer von fünf Forschungsschwerpunkten der Technischen Universität Wien. Geforscht wird an der Erschließung neuer Energiequellen, der Versorgung mit Energie sowie deren Speicherung und effiziente Nutzung. Das technische Know how wird durch Expertise in den Bereichen Klima, Umwelt, Wirtschaft und Rohstoffe erweitert.

Bild: © Wr. Linien/Helmer