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TU-know-how beim Ausbau der Wiener Hauptkläranlage

Ein Symposium an der TU Wien gibt am Tag vor der offiziellen Eröffnung der erweiterten Hauptkläranlage für Wien, Einblicke in das neue, vom Institut für Wassergüte, Ressourcenmanagement und Abfallwirtschaft (TU Wien) entwickelte Reinigungskonzept.

Wien (TU). - Geplant wurde die Hauptkläranlage Wien (HKA), die seit 1980 in Betrieb ist, von Prof. Wilhelm von der EMDE, ehemaliger Vorstand des Instituts für Wasserversorgung, Abwasserreinigung und Gewässerschutz der TU Wien als hochbelastete Belebungsanlage zur biologischen Teilreinigung. Damit leistet die Anlage einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Wassergüte der Donau unterhalb von Wien, ca. 80% der organischen Verunreinigung werden entfernt.

Heute verlangt der rechtlich verbindliche Gewässerschutz allerdings nicht nur eine weitgehende Entfernung der organischen Verunreinigung sondern auch eine deutliche Verringerung der Belastung der Gewässer mit Stickstoff und Phosphor. Um diese Reinigungsleistung sicherzustellen und zukünftige Entwicklungen abzudecken, wurde eine Erweiterung und Verbesserung der HKA erforderlich. Mit einer Ausbaubelastung von 4 Millionen Einwohnerwerten (der Einwohnerwert ist eine Rechengröße in der Abwasserreinigung und stellt den Verschmutzungsgrad pro Einwohner und Tag dar) wird sie weltweit zu den großen Kläranlagen und zu den größten mit so hoher Reinigungsleistung gehören.

Die dafür nötige Entwicklung eines neuen verbesserten biologischen Reinigungskonzeptes wurde wesentlich durch die, unter der Leitung von Prof. Helmut KROISS stehende, Forschungs- und Entwicklungstätigkeit des Instituts für Wassergüte, Ressourcenmanagement und Abfallwirtschaft der TU Wien mitbestimmt. Das neu entwickelte zweistufige biologische Reinigungskonzept mit diversen internen Stoffströmen zeichnet sich gegenüber der konventionellen Technik vor allem durch geringe Baukosten und sehr hohe Betriebssicherheit aus. Zur Absicherung des Planungskonzeptes wurden in enger Kooperation mit dem Betreiber der HKA, den Entsorgungsbetrieben Simmering (EbS), umfangreiche Pilotversuche durchgeführt und die Ergebnisse in zwei Dissertationen wissenschaftlich ausgewertet.

Die dabei gewonnen Erkenntnisse zum Betriebsverhalten und der Leistungsfähigkeit des Verfahrenskonzeptes sind in die Planung der neuen Anlage eingeflossen und werden für deren Betriebsführung von entscheidender Bedeutung sein. Wesentliche Randbedingungen für diese Erweiterung waren weiters das beschränkte Platzangebot und die Nutzung der vorhandenen Anlage. Ebenfalls vom Institut der TU Wien entwickelt wurde das Mess- und Steuerungskonzept für die biologische Reinigung.

Die Erweiterungsstufe der Hauptkläranlage ist seit dem Jahr 2000 im Bau und wird am 18. Juni 2005 offiziell eröffnet werden. Damit münden 40 Jahre fast ununterbrochener Zusammenarbeit zwischen Stadt Wien und dem Institut für Wassergüte, Ressourcenmanagement und Abfallwirtschaft der TU Wien in einen international beachteten Erfolg für die Stadt, die Technische Universität Wien und den Gewässerschutz.

Symposium anlässlich der Inbetriebnahme der Erweiterung der Hauptkläranlage von Wien
Zeit: 17.06.2005, 10:00 - 17:00
Ort: Technische Universität Wien, Fest- und Prechtl-Saal, Karlsplatz 13, 1040 Wien

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Photo (Copyright: Entsorgungsbetriebe Simmering (EbS)