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TU-Forscherin erhält APART-Stipendium der ÖAW

Monika Schmoll, Forscherin am Institut für Verfahrenstechnik, Umwelttechnik und Technische Biowissenschaften an der TU Wien, erhält im Rahmen des Austrian Programme in Advanced Research and Technology (APART) die Möglichkeit, ihre Forschungsarbeit auf dem Gebiet der Signalübertragung in Trichoderma reesei fortzusetzen.

Monika Schmoll

Monika Schmoll

Monika Schmoll

Trichoderma-Arten sind holzabbauende und nekrotrophische Pilze. Trichoderma reesei ist der wahrscheinlich bekannteste Zelluloseabbauer des Genus Trichoderma. Neben Studien an der Enzymologie des Zelluloseabbaus ist auch das Verständnis der Regulation der Biosynthese der beteiligten Enzyme von Interesse. Es wird angenommen, dass Oligosaccharide, die beim Abbau von Zellulose entstehen, jene Komponenten darstellen, die die starke Biosynthese der Zellulose abbauenden Enzyme auslösen.

Dennoch ist nur wenig darüber bekannt, wie diese Umweltfaktoren die Signalübertragungskaskade, die schließlich zur erhöhten Transkription der Zellulasegene führt, aktivieren und welche Faktoren in dieser Kaskade eine Rolle spielen. Vor kurzem wurde in der Gruppe von Monika Schmoll die Beteiligung eines Lichtregulators an der Zellulaseregulation gezeigt und damit ein Zusammenhang zwischen Zellulose-Signalübertragung und der Reaktion auf Licht hergestellt. Der Befund, dass das G-alpha Protein GNA3 – ein weiteres Signalübertragungsprotein - die Zellulasetranskription in Abhängigkeit von Licht erhöht, weist in diese Richtung.

Untersuchungen an Genen, die möglicherweise an der Zellulase-Signalübertragung beteiligt sind, zeigten in der Folge, dass T.reesei über einen untypischen a-Faktor Peptid-Pheromonprecursor verfügt, der in die lichtabhängige Regulation der Zellulasetranskription involviert ist. Da Signalübertragung durch G-Proteine an der Pheromon-Signalübertragung beteiligt ist und auch nachdem neue Erkenntnisse Zusammenhänge zwischen Zellulose- und Pheromon-Signalübertragung einerseits und der Reaktion auf Licht andererseits andeuten, sollen die Verbindungen dieser Wege aufgeklärt und damit der erste Entwurf dieses Signalübertragungsnetzwerkes in T. reesei ermöglicht werden. Dies soll durch Analyse der Rolle des Pheromonprecursors, der entsprechenden G-protein gekoppelten Rezeptoren, der G-Protein Beta- und Gamma Untereinheiten sowie der Lichtregulatoren BLR1 und BLR2 in der Reaktion auf Licht bzw. Pheromone und Signalübertragung in bezug auf die Kohlenstoffquelle und den Einfluß dieser Gene/Proteine auf einander erreicht werden.

Die im Rahmen dieses 3jährigen Forschungsprojekts gewonnenen Erkenntnisse werden einen wichtigen Beitrag zur grundlegenden Aufklärung von Regulationsmechanismen in Pilzen darstellen. Darüber hinaus können die erhaltenen Daten als Grundlage für die Optimierung industrieller Fermentationen mit Pilzen genutzt werden.

Das APART-Programm der Österreichischen Akademie der Wissenschaften

APART (Austrian Programme in Advanced Research and Technology) ermöglicht es Wissenschaftern und Wissenschafterinnen, die durch das mit Doktorat abgeschlossene Universitätsstudium und ihre Mitarbeit an Forschungsprojekten ihre wissenschaftliche Befähigung bereits unter Beweis gestellt haben, sich an renommierten Forschungseinrichtungen sowohl im In- als auch im Ausland in herausragender Weise zu qualifizieren. Die Entscheidung über die Vergabe wird aufgrund internationaler Gutachten getroffen.

Die Verbesserung der Qualität im universitären und außeruniversitären Bereich, die Stärkung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit sowie die Einbindung in internationale Forschungsprogramme und Forschungsprojekte (soweit erforderlich durch Aufenthalte an Forschungsstätten im In- und Ausland) verlangen eine Qualifikation jüngerer Wissenschafter/Wissenschafterinnen, die durch Humanressourcen-Programme wie APART erst realisiert werden können.