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TU-Forscher Magerl will mit EU-Network Weg zur 4. Mobilfunk-Generation ebnen

Exzellenznetzwerk mit 47 Partner im 6. Rahmenprogramm gefördert.

Wien (APA) - Diese Erfolgsquote würden sich europaweit viele Forscher wünschen: Gleich mit seinem bisher ersten und einzigen Antrag auf EU-Förderung hat Univ.-Prof. Gottfried Magerl von der Technischen Universität (TU) Wien Erfolg gehabt. Seine Initiative zur Bildung eines europäischen Exzellenznetzwerks ("Network of Excellence") - eines der ersten und größten Projekte seiner Art - wird von der EU im 6. Rahmenprogramm gefördert. Insgesamt 47 Partner aus 16 Ländern hat Magerl in dem - Mittwochabend in Wien präsentierten - Netzwerk vereint, um an besseren Leistungsverstärkern für Mobilfunk-Systeme zu arbeiten und damit auch der vierten Mobilfunk-Generation, also jener nach UMTS, den Weg zu ebnen.



Im Jahr 2001 hat Magerls Institut für Elektrische Mess- und Schaltungstechnik aus den Investitionsmitteln des Forschungsrats eine Million Euro für den Aufbau eines Mikrowellen-Labors erhalten. "Damit sind wir von der Ausstattung her weltweit in die Spitzengruppe in diesem Bereich vorgestoßen", erklärte Magerl im Gespräch mit der APA. An dieses Geld hat der Rat den Wunsch geknüpft, dass Folgemittel lukriert werden, und das habe ich ernst genommen", begründete der TU-Professor sein erstmaliges Engagement auf europäischer Ebene.



Magerl ist der wissenschaftliche Koordinator des von ihm aufgebauten Netzwerks TARGET (Top Amplifier Groups in a European Team). Administrativ wird das von der EU mit acht Millionen Euro für vier Jahre finanzierte Netzwerk vom Forschungszentrum Telekommunikation Wien (ftw) geleitet.


 

 

 


"Immer mehr Daten werden durch die Luft geschickt, zunehmend auch im Mikrowellenbereich über kürzere Distanzen", erklärte Magerl unter Hinweis auf Technologien wie Wireless LAN oder Bluetooth die Ausgangslage des Forschungsvorhabens. Wesentlich für die dafür notwendigen Funkschnittstellen in Handys, Laptops, etc. sind die Leistungsverstärker, "die zwei widersprüchliche Anforderungen erfüllen müssen", so der Wissenschafter.



Einerseits müssen sie sehr effizient sein, d.h. aus jedem Milliwatt Batterieleistung möglichst 100 Prozent Sendeleistung machen. Andererseits geht es um die so genannte Linearität: Kleine und große Signale müssen gleichartig verstärkt werden, ohne dass es zu Verzerrungen und damit zu Übertragungsfehlern kommt. "Doch derzeit muss man noch die Linearität bevorzugen, was auf Kosten der Effizienz - bei einem derzeitigen Leistungsgrad von 30 Prozent - geht", betonte Magerl. Der beste Beweis dafür seien UMTS-Geräte, deren Akkus sich sehr schnell entladen würden.



Mit den Forschungsarbeiten zielen die Wissenschafter vor allem auf die vierte Mobilfunk-Generation OFDM ab, die ein Vielfaches der Bandbreite von UMTS (zwei Megahertz) bieten soll. Doch auch die dritte Generation könnte davon noch profitieren, meinte Magerl. Er erwartet sich von dem Exzellenznetzwerk, an dem auch zahlreiche Unternehmen beteiligt sind, "eine deutliche Stärkung der europäischen Forschung und auch der Industrie auf diesem speziellen Gebiet".



Quelle: APA Wissenschaft & Bildung