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TU-Emeritus Lenz fordert neueste Technik, nicht nur bei KfZ

> In einem Kommentar in der heutigen Ausgabe der Presse fordert Emeritus Hans Peter Lenz den Einsatz neuester Technik und spricht sich gegen Verbote, die den freien Warenverkehr einschränken, aus.

Werden in Tirol auch nur marginal Luftqualitätswerte überschritten, so setzen

sofort Überlegungen ein, wie man den Lkw-Verkehr, der offenbar als der

Übeltäter gilt, behindern kann.



Die absurdeste derartige Idee des Transportverbotes bestimmter Güter auf der

Straße - als ob die Emissionen von der Art der Ladung abhingen - im Stil

früherer östlicher Planwirtschaft wurde glücklicherweise von der EU gestoppt.

Nun überlegt man eine prinzipiell sinnhafte Maßnahme, nämlich den alten, hoch

emittierenden Lkw das Fahren zu verbieten. Dies hat manches für sich,

emittieren doch Fahrzeuge nach den neuesten Euro-Normen drastisch weniger

Schadstoffe als nach den alten Normen.



, öffnet in einem neuen Fenster

Ausländische Transit-Lkw entsprechen in dieser Hinsicht viel mehr dem neuesten

Stand der Technik als österreichische Lkw im Lokalverkehr. Hier müssten also in

großem Umfang neue Fahrzeuge angeschafft werden, wenn man die Luftqualität

verbessern will.



Schadstoffemissionen stammen aber nicht nur vom Straßenverkehr. Bei den

Stickstoffoxiden weniger als die Hälfte, bei den Partikeln weniger als ein

Viertel; der übrige Teil stammt von Kraft- und Heizwerken, Industrie,

Kleinverbrauchern. Es stellt sich die Frage, warum man nicht auch hier

eingreift, wenn Luftqualitätsgrenzwerte überschritten werden.



Das Nachtfahrverbot für Lkw hat deutlich gezeigt, dass dadurch die Luftqualität

nicht wesentlich besser wurde, was beweist, dass die anderen Emittenten

mindestens ebenso wichtig sind. Immerhin sollte man nicht vergessen, dass in

den letzten Jahren die Stickstoffoxidemissionen der Lkw um 50 Prozent

verringert wurden. Daran sollten sich auch die übrigen Emittenten ein Beispiel

nehmen.



Aus guten Gründen ist ein Grundpfeiler der EU der freie innereuropäische

Warenverkehr. Er ist eine entscheidende Voraussetzung für unseren seit Jahren

steigenden Wohlstand. Die Schiene wird nie in der Lage sein, diesen

Gütertransport weitgehend zu bewältigen, und schon gar nicht effektiv, schnell

und kostengünstig. Der Güterverkehr muss also zum großen Teil jetzt und in

Zukunft noch mehr auf der Straße abgewickelt werden. Daher sind zeitliche

Lkw-Fahrverbote nicht sinnvoll, wohl aber die ausschließliche Forderung

neuester Technik, aber nicht nur beim Lkw, sondern auch bei allen anderen

Emissionsquellen wie Industrie, Hausbrand, Heizkraftwerke etc.



 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

<tdclass="tuuntertitel">Fotos: Kanton Basel-Land und ÖKV

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Letzte Änderung am 13.08.2003

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