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Top-Physiker Schmiedmayer kehrt nach Wien zurück

Der 45-jährige gebürtige Wiener wechselt von der Universität Heidelberg an die Technische Universität (TU) Wien


Ziel Schmiedmayers ist es, in Wien ein Team bestehend aus drei bis vier herausragenden jungen Wissenschaftern aufzubauen, von denen jeder eine eigene Gruppe mit eigenen Labors und Geld leitet. Im Mittelpunkt der Arbeit soll die Quantenphysik stehen, die der Forscher als eine der Schlüsselwissenschaften des 21. Jahrhunderts bezeichnet. Dabei sieht er sich keinesfalls als Konkurrenz zu den bereits bestehenden quantenphysikalischen Gruppen in Wien (rund um Anton Zeilinger) und Innsbruck (mit Rainer Blatt, Hans Jürgen Briegel, Rudolf Grimm und Peter Zoller), sondern will mit diesen kooperieren.

 

Wobei Schmiedmayer mit seinem Spezialgebiet "Atomchips" bisher in Österreich eine Alleinstellung einnimmt, während weltweit einige sehr starke Gruppen auf diesem dynamischen und kompetitiven Gebiet arbeiten. "Atomchips" sind im Prinzip Atomfallen im Miniaturformat. Dabei handelt es sich um Mikrochips, die magnetische und elektrische Felder erzeugen. Damit können Atome gefangen, gekühlt und manipuliert werden. Nahe dem absoluten Nullpunkt (minus 273 Grad Celsius) verwandeln sich die Atome in ein sogenanntes Bose-Einstein-Kondensat (BEC). Dies ist ein exotischer Materiezustand, bei dem die einzelnen Atome quasi ihre Identität verlieren, alle im Gleichschritt marschieren und eine kohärente makroskopische Materiewelle bilden.

 

"Atomchips verbinden das beste aus zwei Welten: die Quantenmanipulationen der Atomphysik und Quantenoptik mit den fantastischen Möglichkeiten der Nanotechnologie", betont Schmiedmayer. Ihm ist es in Heidelberg bereits gelungen, mit verschiedenen Tricks mit dem BEC auf den Leiterbahnstrukturen des Atomchips zu spielen und erste Anwendungen der BEC in der Messtechnik zu demonstrieren. So hat sein Team im vergangenen Jahr einen ultrasensitiven Sensor für oberflächennahe elektromagnetische Felder gebaut.

 

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Quelle: © APA