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Supercomputer-Rekordjagd an Wiener Universitäten

Der Vienna Scientifc Cluster (VSC), gemeinsamer Hochleistungsrechner von Technischer Universität (TU) Wien, Universität Wien und BOKU ist ein Erfolgsprojekt. Seine Rechenpower ist unter WissenschafterInnen heiß begehrt.

VSC (Innenansicht)

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VSC (Innenansicht)

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VSC (Außenansicht)

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VSC (Prozessorkerne)

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VSC (Prozessorkerne)

VSC (Prozessorkerne)

Groß waren die Erwartungen, die in den neuen Supercomputer Vienna Scientific Cluster (VSC) von TU Wien, Universität Wien und BOKU gesetzt wurden, als man ihn im November 2009 feierlich eröffnete. Nach einigen Monaten im Dauereinsatz sind WissenschafterInnen und ComputertechnikerInnen voll zufrieden: Der VSC ist ein großer Erfolg, die hohen Erwartungen konnten erfüllt werden und er erweist sich als eine wichtige Stärkung des Wissenschaftsstandortes Wien.

Gleich drei Universitäten teilen sich den Supercomputer: Neben der TU Wien, an der der Rechner beherbergt ist, sind auch die Universität Wien und die Universität für Bodenkultur am Vienna Scientific Cluster (VSC) beteiligt. Durch diese Kooperation war es möglich, einen Supercomputer von internationalem Rang aufzubauen. Der VSC ist der schnellste Rechner Österreichs und gehört zu den 200 leistungsfähigsten Computern der Welt.

Ferrari fahren zu Forschungszwecken

Für die Forscherinnen und Forscher, die den VSC verwenden, sind aber weniger die technischen Daten des Computerclusters von Bedeutung, als vielmehr die Rechenpower, die sie am neuen Rechner tatsächlich nützen können. Auch ein Rennwagen bringt schließlich wenig, wenn alle gleichzeitig fahren wollen und jeder im Stau feststeckt. Die Verteilung der Rechenkapazitäten an die einzelnen Forschungsgruppen der drei Universitäten läuft allerdings problemlos: „Der VSC ist gut ausgelastet, aber nicht überlastet“ bestätigt Dr. Jan Zabloudil, der den Supercomputer als Systemadministrator technisch betreut.

Unverzichtbares Arbeitsgerät

Auch unter den WissenschafterInnen herrscht volle Zufriedenheit mit dem VSC: „Für uns ist der neue Supercomputer ein unverzichtbares Arbeitsgerät geworden“, erklärt Prof. Anton Rebhan vom Institut für Theoretische Physik der TU Wien. Er leitet eines der derzeit rechenintensivsten Forschungsprojekte am VSC. Gemeinsam mit seinem Assistenten Andreas Ipp erforscht er das Verhalten subatomarer Teilchen bei Schwerionenkollisionen, wie sie demnächst am Large Hadron Collider (LHC) des CERN in Genf durchgeführt werden sollen. „Die Rechenleistung des VSC ermöglicht uns, diese sehr aufwändigen Simulationen besser und exakter durchzuführen, als das bisher machbar war – dadurch gibt es natürlich international großes Interesse an unseren Rechenergebnissen“, meint Andreas Ipp. Für eine breite Palette von wissenschaftlichen Fragestellungen wird der VSC derzeit eingesetzt. Das Anwendungsgebiet reicht von Quantenphysik bis zur Astronomie, von Materialwissenschaften bis hin zu Biochemie.

Zahlen und Fakten

Der Hochleistungsrechner besteht aus 436 Rechnerknoten mit insgesamt 3.488 Prozessorkernen. Für wissenschaftliche Simulationsrechnungen, bei denen oft viele verschiedene Prozessoren gleichzeitig arbeiten müssen, ist er damit bestens ausgerüstet. Insgesamt kommt der VSC auf eine Rechenleistung von über 35 Teraflops. Ein Teraflop bedeutet eine Billion Rechenoperationen pro Sekunde. Zum Vergleich: Ein Pentium-4-Prozessor mit 3 Gigahertz schafft gerade mal 0,006 Teraflops. In dem winzigen Sekundenbruchteil, den ein Düsenjet benötigt, um die Strecke von einem Millimeter zurückzulegen, kann der neue Hochleistungsrechner über hundert Millionen Zahlen addieren. Auch wenn der VSC bisher den Anforderungen voll gerecht wird, könnte er sogar noch weiter ausgebaut werden.

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Rückfragehinweis:
Technische Universität Wien
Zentraler Informatikdienst (ZID)
Systemadministration VSC
Ing. Peter Berger
T: +43 (1) 58801 - 420 70
<link>peter.berger@tuwien.ac.at

Aussender:
Technische Universität Wien
Büro für Öffentlichkeitsarbeit
DI Florian Aigner
T: +43 (1) 58801 – 13633
<link>pr@tuwien.ac.at
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Infobox: Supercomputer und die TU

Dass der leistungsfähigste Computer Österreichs an der TU Wien zu finden ist, ist nichts Neues: Schon vor über fünfzig Jahren wurde hier ein historischer Rekord aufgestellt. Damals, als die Computertechnik noch eine junge Wissenschaft war, deren Nutzen und Anwendungsmöglichkeiten noch nicht im Geringsten überblickt werden konnten, entwickelte der Computerpionier Prof. Heinz Zemanek an der TU das "Mailüfterl" - einen Computer, der revolutionärerweise nicht mehr mit Elektronenröhren, sondern schon mit Transistoren arbeitete. Zemaneks technisches Meisterwerk war für damalige Verhältnisse relativ kompakt: Mit etwa 4 mal 2,4 Metern hatte es die Größe eines Wohnzimmerwandverbaus. Von IBM wurde das Gerät gekauft und weiterentwickelt. Heute ist das "Mailüfterl" - seiner historischen Bedeutung als Meilenstein der Computergeschichte angemessen - im Technischen Museum Wien zu finden.

Vieles hat sich seither drastisch geändert. Die Transistortechnologie wurde massiv weiterentwickelt. Parallelprozessor-Architekturen ermöglichen heute, dass Computerprogramme eine Vielzahl von Rechenkernen gleichzeitig ausnützen und so die Rechenleistung vervielfachen. Doch auch wenn die Rechenleistung des "Mailüfterl" mit den Möglichkeiten moderner Computer nicht im Geringsten vergleichbar ist: Ohne die Pioniertaten von Leuten wie Prof. Zemanek in den Fünfzigerjahren gäbe es heute wohl auch keinen VSC-Computercluster.