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Stellungnahmen der Studierendenvertretungen Informatik und Architektur

Die Studienrichtungsvertretungen Informatik bzw. Architektur haben gestern mit Presseaussendungen auf den von Rektor Skalicky im Report avisierten Aufnahmestopp reagiert:

Studienrichtungsvertretung Informatik fordert Gehrer auf, die finanzielle Bedeckung sicherzustellen

Wien(OM) - Die Studienrichtungsvertretung Informatik ist entsetzt über den von Rektor Skalicky im ORF-Report am 1.7. angekündigten Aufnahmestopp für Informatik-Studierende an der Technischen Universität (TU) Wien. Sie fordert das Ministerium auf, sicherzustellen, dass auch im nächsten Herbst die Studien der Informatik allen Interessierten offenstehen.

Erst vor zwei Jahren wurden vom Ministerium neue Studienpläne genehmigt, die fünf verschiedene Bakkalaureatsstudien und neun darauf aufbauende Magisterstudien im Bereich der Informatik vorsehen. Wenn jetzt nicht der Wille vorhanden ist, diese - damals auch von der Industrie befürworteten - Studien mit ausreichenden Ressourcen zu versehen, so ist dies höchst schädlich und als Betrug an den Studierenden zu werten.

"Schon jetzt macht sich Verunsicherung breit", so Stephan Plepelits, Studienrichtungsvertreter der Informatik: "Leute, die im nächsten Semester vorhaben zu studieren, melden sich bei uns und fragen ob es überhaupt Sinn macht, ein Studium der Informatik zu beginnen." Schon im letzten Jahr wurden einzelne Vorlesungen aus Geldmangel nicht abgehalten. Ab Herbst könnte es noch schlimmer kommen.

"Es freut uns, dass Rektor Skalicky anerkennt, dass die Situation der Informatik angespannt ist," so Plepelits weiter, "ein Aufnahmestopp ist aber auf jeden Fall die falsche Lösung."

Die Studienrichtungsvertretung fordert Rektor Skalicky und Ministerin Gehrer auf, nicht den freien Hochschulzugang zu demontieren, sondern die nötigen Mittel bereitzustellen.

Quelle, Rückfragehinweis: Studienrichtungsvertretung Informatik an der TU Wien, Florian Scholz, tel.: 0699/1188 4930, email: fsinf@fsinf.htu.tuwien.ac.at


 

 

 

Offizielle Stellungnahme der Studienrichtungsvertretung Architektur an der Technischen Universität (TU) Wien zur Aussage von Rektor Skalicky im ORF-Report am 1.7.

Wien(OM) - Es hat keinen Sinn mehr, dauernd Stellungnahmen zu beziehen, zu Aussagen, die weder Hand noch Fuss haben, jeglicher aufklärerischer Evolution fern sind, Aussagen, die von Personen mangelnder Kompetenz getätigt werden, mit nicht mehr durchschaubaren Ansichten und Absichten. Die Bildungspolitik dieses Landes und dieser Regierung befindet sich auf Irrwegen die längst jenseits von gut und böse liegen. Vom ständigen Kopfschütteln, wird keine Bildungsrevolution sondern höchstens ein Schleudertrauma verursacht.

Hiermit verzichten wir aus Gründen des bereits sehr müden Hausverstandes auf eine inhaltlich sowieso ins leere führende Stellungnahme und fordern schlicht und einfach den Rücktritt von Frau Bildungsministerin Gehrer.

Unser Rektor der TU-Wien versteht es in letzter Zeit, sich mit ungewöhnlichen Aussagen ins Gespräch zu bringen. Wenn es darum geht, den katastrophalen Zustand der Unis zu thematisieren, ist das ja durchaus nicht abzulehen. Der Fakt, dass die TU-Wien es sich in den kommenden Monaten nicht mehr leisten kann, die Heizkosten, Miete, etc. zu bezahlen, ist wahrlich eine peinliche Folge der vollkommen verfehlten Bildungspolitik von Frau Minister Gehrer. Die Uni kann sich kaum noch das Klopapier leisten!

Einer neuen Bestimmung zufolge, dürfen die Universitäten das fehlende Geld nun aus anderen Töpfen des Unibudgets umlagern, zum Beispiel wird jetzt (vereinfacht gesagt) die Miete mit dem Personalbudget beglichen. Überlegungen die Uni im Winter zu schliessen, um Kosten zu sparen, wurden bereits angestellt. Soweit hat uns die Auffassung unserer Regierung zu einer gesunden Bildungspolitik gebracht.

Nun werden aber junge Menschen, in deren Händen es liegt unsere Wirtschaft langfristig wieder anzukurbeln, verunsichert und der Weg zur "Öffentlichen Weiterbildung" wird ihnen versperret, mit einer Meldung, die in Regierungskreisen wohl kaum Unruhe auslösen wird. Das halten wir für ebenso kontraproduktiv, wie die Vertröstungstaktik der verantwortlichen Regierung.

Ein geschlossenes Auftreten - aller Kurien - gegen den derzeit unverantwortlichen Umgang mit Bildung, wäre sicher produktiver, als aufsehenserregende Meldungen dieser Art. An die PolitikerInnen stellt sich die Frage, ob sie für eine möglichst breite, kreative und in der Folge auch produktive Bildung eintreten, oder ob sie eine elitäre Bildungsschicht forcieren.

Falls sie bereit sind, eine entwicklungsfähige Basis für Gesellschaft und Wirtschaftswachstum zu schaffen, dann muss die verantwortliche Regierung auch die entsprechenden Mittel bereitstellen!

 

Quelle, Rückfragen: architektur::studentenInnen der TU Wien, fachschaft architektur, karlsplatz 13,1040 wien, tel:01/58801/49555, fachschaft.architektur@gmx.at, www.fachschaftarchitektur.at, öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster